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[Kommentar] Warum Timeline-Unterstützung für iOS und Android ein „Gamechanger“ ist

Microsoft hat auf einer der gestrigen Build 2018-Keynotes eine besonders wichtige Ankündigung gemacht: Die Timeline-Funktion von Windows 10 soll in erweiterter Form auf für iOS und Android kommen. 

Time-Unterstützung für iOS und Android: Die Betriebssystemgrenzen verschwimmen

Schon seit Windows 10 Version 1803 ist es möglich die Verläufe des mobilen Edge-Browsers von iOS und Android auf der Windows 10 Timeline anzeigen zu lassen. Microsoft will aber zum Ende des Jahres einen Schritt weiter gehen. Die Timeline soll auch auf iOS und Android sichtbar sein und künftig, zusätzlich zum Edge-Browser, auch weitere Apps über die verschiedenen Plattformen hinweg synchron halten.

Nehmen wir das Beispiel Word: Ihr öffnet ein Dokument auf eurem Android-Smartphone. Nun wird das Dokument automatisch auch auf der Windows 10 Timeline auf eurem PC angezeigt und ihr könnt daran weiterarbeiten. Andersherum funktioniert es ebenfalls: Ein geöffnetes Dokument auf dem PC, erscheint auf der iOS und Android-Timeline und kann weitergeführt werden.

In der Theorie wäre damit ein absolut nahtloses Arbeiten zwischen Smartphone und PC möglich, ohne, dass Microsoft dafür ein eigenes Mobil-OS vorweisen muss. Damit wäre nicht nur der PC als Bindeglied zwischen mobil und stationär relevant, der Nutzer hätte einen triftigen Grund im Microsoft Ökosystem zu verweilen und die Bequemlichkeit eines einheitlichen Nutzerlebnis über verschiedene Plattformen hinweg zu nutzen.

Nadellas Strategie ist klar: Die Cloud und verbundene Dienste als plattformunabhängigen Verbund zu etablieren. Dieses Ziel verfolgt Microsofts CEO bereits seit der Amtsübernahme im Jahre 2014. Nutzer sollen Dienste überall nutzen können, ganz gleich welchen Formfaktor sie gerade in der Hand (oder auf dem Tisch) halten. Durch die Bedeutungslosigkeit von Windows 10 Mobile hat Nadella den Fokus einfach stärker auf Apples und Googles Mobilplattformen gelegt und Microsofts Steckenpferd, der Desktop, synergetisch eingefügt – ein sehr kluger Schachzug, der erst durch diese passive und nahtlose Möglichkeit der geteilten Timeline erst richtig ersichtlich wird.


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Leonard Klint

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14 Kommentare auf "[Kommentar] Warum Timeline-Unterstützung für iOS und Android ein „Gamechanger“ ist"

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backpflaune
Mitglied
Auf jeden Fall ist das sehr sinnvoll. Ein Gamechanger? Eher nicht. Zumindest ist mir nicht klar um welches „Game“ es da überhaupt gehen sollte. Wie siehts eigentlich mit 3rd Party App Support aus. Im Zusammenhang mit PWAs müsste da doch durchaus was möglich sein für Entwickler. Und dann wären da noch „Windows in der Cloud“. Gerade auch im Bezug auf Samsung DeX und Co sicherlich interessant. Und ich rede nicht unbedingt vom ganzen Windows. Es könnten auch einfach Anwendungen wie Office 365 und andere klassische PC Software direkt durch die Timeline und die Cloud auf das angedockte Smartphone kommen. Man… Weiterlesen »
All Blacks
Mitglied

Also ich weiß wirklich nicht, ob ich da laut lachen soll. Dieses kleine völlig belanglose Feature soll ein Gamechanger sein??? Für wen denn bitte. Soll das ein Feature sein, auf das Millionen gewartet haben? Maximal doch für alle angehenden Alzheimer Patienten und auf der anderen Seite für alke fröhlichen Datensammler. 😑

T0RL0C
Mitglied

Ich weiss auch noch nicht so recht, was ich von der Timeline halten soll. Interessant ist es auf jeden Fall, aber brauche ich das wirklich?
Am Smartphone arbeite ich nicht. Da wird höchstens mal ein Word Dokument gelesen, gearbeitet wird dann am PC. Dafür benötige ich keine Timeline. Wenn ich doch schnell mal eine Notiz anlegen und Synchronisieren möchte, nehme ich OneNote.
Für Edge und offene Tabs könnte ich es mir aber durchaus vorstellen.

Könnte die Timeline sowas wie die Kontakte Schaltfläche auf der Taskleiste werden? Nette Idee aber niemand brauchts?

OldBoneLess
Mitglied

Das stimmt, die Mama und die anderen „Smartphone“ – Dödel, die vom Potential der Dinger keine Ahnung haben und dieses auch nie nutzen werden, brauchen es definitiv nicht.

T0RL0C
Mitglied

Dann wären das bestimmt gut 90% aller Smartphone Nutzer 🙂

Scaver
Mitglied

Diese waren aber noch nie Auslöser oder Ziel für technische Innovationen.
Das Feature wird vor allem für Geschäftskunden, Studenten usw. interessant. Und die machen zusammen den Löwenanteil des Umsatzes von MS aus. Die 90+% die es nicht brauchen generieren eher Peanuts, profitieren aber davon.

stevenskies
Mitglied
Ich finde die Funktion tendenziell recht gut aber ich würde das auch nicht unbedingt als Gamechanger bezeichnen. Microsoft hat iOS und Android als feste Größen in der IT ernstgenommen und geht jetzt einfach den nächsten Schritt. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand bei einem Windows-PC/Notebook bleibt, nur weil es dieses Feature gibt, halte ich eher für gering. Apple-Jünger haben sowieso alles von Apple und die überwiegende Masse der Android-User wird mit diesem Feature nichts anfangen können oder gar bemerken. Ich stelle mir sogar eher vor, wie Tante Else vor dem Win10-PC sitzt und sich wieder darüber aufregt, „was für einen Scheiß Microsoft… Weiterlesen »
clausi
Mitglied

Ich war mal großer Fan von Microsoft, insbesondere der mobilen Plattform… Nun habe ich mir(zwangsweise) ein Android-Phone gekauft… Und was soll ich sagen?! Seitdem bin ich kaum noch am PC, brauche ihn fast nicht mehr, alles funktioniert auch am Android-Phone… Also ist diese neue MS-Errungenschaft wohl primär etwas für Firmen…

ahoiiiiiiii
Mitglied

Gäbe es wirklich eine Generation Smartphone, wäre das ein nutzloses Unterfangen. Abwärts (Wearables) kann der gemeine Android User vielleicht noch, aber aufwärts…? Das bisschen „Text“ was der gemeine Android User am Tag so schreibt, bekommt er auch auf der Tastatur vom sog. Smartphone hin. Im Business hingegen kann man sich schon realistische Szenarien vorstellen. BYOD spielt hier sicher mit eine Rolle.

nordlicht2112
Mitglied

Es gibt schon Studien die zeigen das die Generation Smartphone mit einer Online Tastatur genauso lange Texte schreibt wie andere am PC und dabei nicht einmal langsamer.
Also nicht einfach irgendwas behaupten was man nicht belegen kann.