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Nokia 2.1 Test: Kann Android mit 1GB RAM gut gehen? Ja, kann.

Wir präsentieren euch heute den Nokia 2.1 Test. Das Nokia 2.1 von HMD Global ist das zweite Smartphone des Unternehmens mit Android Go nach dem Nokia 1 (Test). Während das Nokia 1 einen nur 4,5 Zoll kleinen Bildschirm betreiben muss, muss das Nokia 2.1 ein 5,5 Zoll großes Display stemmen. Wird die schwachbrüstige Hardware ausreichen, um ein ruckelfreies Nutzererlebnis zu bieten?

Nokia 2.1 – Wie gut ist die Performance von Android Go?

Werfen wir zunächst einen Blick auf das Datenblatt des Nokia 2.1:

Design

  • Farben Blau / Kupfer, Blau / Silber, Grau / Silber
  • Größe 153,6 × 77,6 × 9,67 mm

Netzwerk und Konnektivität

  • Netzwerkgeschwindigkeit LTE Cat. 4, 150 MBit/s DL/50 MBit/s UL
  • WiFi 802.11 a/b/g/n
  • GPS/AGPS + GLONASS + Beidou

Leistung

  • Betriebssystem Android Oreo
  • RAM 1 GB LPDDR3
  • CPU Qualcomm® Snapdragon™ 425

Speicher

  • Interner Speicher 8 GB3
  • MicroSD-Kartensteckplatz Unterstützung für bis zu 128 GB

Audio

  • Anschluss 3,5-mm-Kopfhörerbuchse
  • LautsprecherDoppelte Lautsprecher

Display

  • Größe und Typ 5,5’’ HD
  • Auflösung 16:9
  • Material Deckglas mit Anti-Fingerabdruck-Beschichtung

Kamera

  • Hauptkamera 8-MP-AF-Kamera mit LED-Blitz
  • Frontkamera 5-MP-FF-Kamera

Verbindungen

  • Kabeltyp Micro USB (USB 2.0)
  • Sensoren Umgebungslichtsensor, Näherungssensor, Beschleunigungsmesser

Akku

  • Akkutyp Integrierter 4000-mAh-Akku2

Im Gegensatz zum Vorgänger, dem Nokia 2 (Test), hat sich einiges verändert. Das Display ist um 0,5 Zoll auf nunmehr 5,5 Zoll gewachsen und der Alurahmen ist einem Vollplastikgehäuse mit abnehmbarem Deckel gewichen. Der Snapdragon 425 ist sehr viel potenter als der SD 212 des Nokia 2. Beim RAM bleibt es bei mickrigen 1GB.

Allerdings: Das Nokia 2.1 läuft nun nicht mehr mit „richtigem“ Android, sonderm mit Android Go, einer abgespeckten Variante des Betriebssystem, das speziell für schwache Hardware konzipiert worden ist. Während das Nokia 2 nach wenigen Appwechseln schon zu ruckeln beginnt, soll das Nokia 2.1 geschmeidiger laufen.

Und das tut es tatsächlich. Wie schon beim Nokia 1 fällt positiv auf, wie gut Android Go (in Version 8.1 Oreo) läuft. Trotz 1GB RAM genehmigt sich das Nokia 2.1 nur selten eine Denkpause. Es gibt auch Ruckler, aber selten.

Welche Nachteile bringt Android Go mit?

Kleiner Exkurs: Android Go ist für die Nutzung auf schwacher Hardware optimiert. Um dies zu gewährleisten, stellt Google dem Nuitzer abgespeckte Varianten seiner Apps zur Seite. Diese sogenannten „Go“-Applikationen (Beispiel: Maps Go, Assistant Go) nehmen nur einen Bruchteil der Ressourcen der vollwertigen Versionen in Anspruch. Dafür sind sie teilweise in der Funktion eingeschränkt – Mit „Maps Go“ gibt es keine Echtzeit-Navigation.

Dem Nutzer ist es aber freigestellt auch die normalen Apps zu installieren. Netflix, vollwertiges Google Maps und andere Applikationen liefen in unserem Test zufriedenstellend.

Nokia 2.1 – Verarbeitung, Haptik, Display

Nokia 2.1 Test

Vom Design her erinnert das Nokia 2.1 an das Lumia 1320. Unser silbrig-graues Testmodell ist ordentlich verarbeitet, das reine Plastikgehäuse macht aber sofort klar in welcher Preisregion wir uns befinden. Da auch günstige Smartphones heutzutage oft Metallelemente am Gehäuse verbauen, wirkt das Nokia 2.1 im Kontrast dazu billig.

Durch die abgerundete Form liegt das Nokia 2.1 sehr gut in der Hand. Die abnehmbare Rückseite ist matt, Fingerabdrücke sind also auch kein Problem.

Das 5,5 Zoll große Display löst in 720p auf. Das entspricht nicht berauschenden 267 PPI. Im Alltag fällt die niedrige Auflösung allerdings kaum auf. Das Display verfügt über einen automatischen Helligkeitssensor und bietet eine gute Bildqualität. Ich habe in dieser Preisklasse schon deutlich schlechtere gesehen.

Kamera (Für Originalgröße hier klicken)

Nokia 2.1 Test

Das Nokia 2.1 kostet ca. €120. In diesen Budgetregionen darf man keine gute Kamera erwarten. Und das trifft auch hier zu. Schnappschüsse unter hervorragenden Lichtbedingungen gelingen schon (ein Autofokus ist immerhin verbaut). Die 8MP Rückkamera fängt aber sehr schnell zu rauschen an, sobald es etwas dunkler wird. Die 5MP Frontkamera macht Fotos, die für Social-Media auf jeden Fall ausreichen (wenn man nicht zu eitel ist).

Akkulaufzeit

All die Einbußen in Sachen Specs, also die niedrige Bildschirmauflösung und schwachbrüstige Hardware, kommen der Akkulaufzeit zugute. Nokia spricht von „Zwei Tage Akku“ und das können wir soweit auch bestätigen. Die 4000 mAh Batterie sorgt für ordentlich Ausdauer. Genügsame Nutzer kommen kitzeln an der 3-Tages-Marke, Poweruser müssen nach anderthalb Tagen an die Dose.

Obwohl die Rückseite abnehmbar ist, ist der Akku leider fest verbaut.

Nokia 2.1 – Was mir besonders gut gefallen hat

Besonders gut hat mir gefallen, dass das Nokia 2.1 ein echtes Dual-Sim Smartphone ist. Zwei Nano-Sims und eine Micro-SD Karte finden hier gleichzeitig Platz. Eine Micro-SD ist auch dringend nötig, denn die 8GB interner Speicher sind schnell voll (kauft euch eine schnell Karte mit 128 GB und formatiert sie als internen Speicher).

Die Akkulaufzeit des Nokia 2.1 ist ebenfalls spitze. Es ist das perfekte Einsteigersmartphone für all jene, die gerne Spotify (3,5 mm Klinke!) und Netflix nutzen. Besonders cool und eine Ausnahme in dieser Preisklasse: Stereoboxen auf der Vorderseite – der Klang ist wirklich gut.

Die Performance ist trotz 1GB RAM und dank Android Go weitestgehend gut. Wer kein Zocker ist, der dürfte im Alltag keine Probleme bei der Nutzung des Nokia 2.1 verspüren.

Nokia 2.1 – Was mir nicht so gut gefallen hat

Das Nokia 2.1 bricht mit der Tradition von HMD Global, auch bei günstigen Smartphones eine tolle Verarbeitungsqualität zu bieten. Während sich das etwa €30 teurere Nokia 3.1 (Test) wirklich toll anfühlt, versprüht das Nokia 2.1 Plastikbomber-Flair – nicht so toll.

Die Kamera befriedigt nur absolute Grundbedürfnisse. Zwar gibt es kein Smartphone, dass in der Sub-€150-Klasse kameratechnisch überzeugen kann, aber die „Knipse“ des 2.1 erinnert ein wenig an ein Feature Phone.

Ich lege in der Regel nicht viel Wert auf einen austauschbaren Akku. Wenn man aber schon das Rückteil abnehmen kann, dann erwarte ich auch eine wechselbare Batterie.

Fazit

Nokia 2.1 Test

Das Nokia 2.1 ist aus meiner Sicht keine einfache Empfehlung. Die Kompromisse, die man vielleicht bei einem €99 Telefon wie dem Nokia 1 eingehen möchte, fallen in der €120-Klasse schon nicht mehr ganz so leicht. Hier gibt es einfach sehr viel mehr Konkurrenz, die vollwertiges Android und bessere Spezifikationen bietet (Xiaomi ist hier wohl die beste Wahl für das Geld).

Falls ihr auf der Suche nach einem gut dimensionierten Smartphone seid, das eine gute Haptik, starke Akkulaufzeit und einen echten Dual-Simslot bietet, könnte das Nokia 2.1 dennoch eure Aufmerksamkeit verdienen. Pures Android und Dual-Frontlautsprecher kommen hier als kleine Anreize hinzu, die nicht jeder Hersteller auf diesem Preisniveau bietet.

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Leonard Klint

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backpflaune
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Für Liebhaber kleinerer Display gibt’s immer weniger.
Dual Sim ist aber immer top und die Laufzeit klingt ebenfalls gut.
Viele Go oder light Apps die einem im Store dann vorgeschlagen werden sind im übrigen PWAs.

AndreasIndelicato
Mitglied

Also da geb ich lieber 40 € mehr aus und hab ein Xiaomi Redmi Note 5 🤔

droda
Mitglied

Da kann ich mir ja auch gleich ein Nokia Lumia 530 oder eins aus der Serie X holen…😎

keinuntertan
Mitglied

Gelungener Bericht, der alles beantwortet, was man wissen möchte! 👍
Ärgerlich sind immer die Kommentare einzelner User, die daherkommen mit „aber für 40 € kriege ich schon ein …“
Wenn Vergleiche, dann bitte innerhalb der gleichen Preis-Kategorie. Für 40 € mehr hat auch Nokia etwas Besseres in seinem Portfolio. Dann braucht man das im Artikel beschriebene Gerät gar nicht erst in Betracht zu ziehen, wenn man bereit ist, mehr auszugeben.

Androvoid
Mitglied

Da ich mit meinem Lumia 640 im Zuge größerer Updates regelmäßig große Probleme habe, für ausreichend freien Speicherplatz zu sorgen, würde ich mir da nichts mehr dergleichen unter 16GB antun wollen. Verstehe nicht, daß man da überhaupt noch so knapp bemessenen Speicherplatz einbaut, wo doch ein paar GB mehr auch nur ein paar Euro mehr wären… Und Apples nicht nachvollziehbare Aufpreis-Politik für ein Mehr an Speicher ist da ohnehin eiskalt berechnender Wucher.