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Nokia 3.1 Test: HMD Global bringt Android One in die Einstiegsklasse

HMD Global hat mit dem kürzlich veröffentlichten Nokia 8110 4G (bei uns im Test) ein Nostalgie-Comeback gefeiert. Das finnische Unternehmen, das für seine Umtriebigkeit bekannt ist, gönnt sich aber keine Pause und bringt nun den Refresh der Nokia 3-Serie heraus. Das Nokia 3.1 gesellt sich damit zum bereits aufgefrischten Nokia 6.1 und markiert den Geräteeinstieg mit vollwertigem Android (Das Nokia 1 hat die „Go“-Variante des Betriebssystems) im Portfolio von HMD Global.

Wir haben uns das Nokia 3.1 ganz genau angeschaut und verraten euch, ob das Budget-Smartphone mit Android One eure Aufmerksamkeit verdient.

Nokia 3.1 – Design & Hardware

HMD Global setzt bei seinen Nokia Smartphones auf eine hochwertige Verarbeitung und das 3.1 ist keine Ausnahme. Das Polykarbonatgehäuse wird von einem Aluminiumrahmen umschlossen und wirkt robust ohne zu viel zu wiegen. Die Ecken sind gegenüber dem ursprünglichen Nokia 3 abgerundet worden und das Seitenverhältnis beträgt nun 18:9. Die Rundlichkeit und das Seitenverhältnis sorgen dafür, dass das Nokia 3.1 sehr gut in der Hand liegt und der 5,2 Zoll Bildschirm einhändig bedient werden kann.

Spezifikationen Nokia 3.1

  • Farben
    Blau/Kupfer, Schwarz/Chrom, Weiß/Eisen
  • Größe 146,25 x 68,65 x 8,7mm
  • Gewicht 138.3g
  • Netzwerk und Konnektivität
    Netzwerkgeschwindigkeit LTE Kat. 4, 150Mbps DL/50Mbps UL
  • WiFi 802.11 a/b/g/n/ac
  • Bluetooth® 4.2
  • GPS/AGPS+GLONASS+Beidou
  • Leistung
    Betriebssystem Android Oreo 8.0
  • RAM 2 GB/3 GB
  • CPU MT6750N Octa Kern 1.5GHz
  • Speicher
    Interner Speicher 16 GB e-MMC 5.1/32 GB e-MMC 5.1
  • MicroSD-Kartenslot Unterstützung für bis zu 128 GB
  • Audio
    Anschluss 3,5 mm Kopfhörerbuchse
  • Lautsprecher Einzelner Lautsprecher
  • Anzeige
    Größe und Typ HD+ 5,2 Zoll mit 1440×720 Pixeln.
  • Seitenverhältnis 18:9
  • Material Corning® Gorilla® Glas
  • Kamera
    Primärkamera 13 MP AF f/2 mit LED-Blitz
  • Frontseitige Kamera 8 MP FF f/2 84,6 FoV
  • Konnektivität
    Kabeltyp Micro USB (USB 2.0)
  • Sensoren Umgebungslichtsensor, Näherungssensor, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Magnetometer
  • Batterie
    Batterietyp Integrierter 2990 mAh Akku

Das Nokia 3.1 kommt in drei verschiedenen Farben: Klassisches Schwarz mit Silberakzenten und Weiss oder Dunkelblau mit Burgunderakzenten. Unser weisses Testmodell finde ich ausgesprochen hübsch, das dunkleblaue Modell macht auf Bildern allerdings auch einen guten Eindruck:

Wie man dem Datenblatt entnehmen kann, geht HMD Global beim Nokia 3.1 einige Kompromisse ein. Wie auch schon beim Vorgänger, arbeitet ein MediaTek-Prozessor im inneren des Gerätes. Das ist verwunderlich, da HMD Global angekündigt hatte nicht mehr auf MTK-Chips setzen zu wollen, weil es beim Nokia 3 (unser Test) von 2017 Verzögerungen bezüglich Softwareupdates gab. Und dies scheint auch beim Nokia 3.1 der Fall zu sein. Zum Zeitpunkt dieses Artikels  läuft Android 8.0 auf dem Testgerät – ein Update auf 8.1 steht noch nicht bereit, obwohl alle Modelle von 2017 und 2018 damit bereits ausgestattet wurden. Die Sicherheitsupdates sind mit Juli 2018 immerhin auf dem neuesten Stand.

Performancetechnisch macht der MediaTek mit den 2GB RAM (optional 3GB) eine gute Figur. Sämtliche Alltagsaufgaben, Appwechsel sowie viele offene Tabs im Browser, bewältigt das Nokia 3.1 spielend. Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Nokia 3 von 2017 dar, das sich regelmäßig Denkpausen genehmigte, wenn zu viele Prozesse im Hintergrund liefen. Der MT6750N ist ein Achtkernprozessor für Mitteklasse-Geräte und unterstützt neben LTE CAT 6 auch VoLTE, Downloadraten bis 300 Mbps und Uploadraten von bis zu 50 Mbps. NFC für das kürzlich in Deutschland freigegebene Google Pay, ist ebenfalls an Bord. Kopfhörer lassen sich dank 3,5mm Klinke auch per Kabel anschließen.

Spiele stellen in der Regel auch kein Problem dar. Bei grafisch aufwendigen Titeln wie Oddworld, knickt die Framerate aber schon mal ein. Auf niedrigen Details lief aber auch dieses anspruchsvolle Game gut.

Das Nutzererlebnis wird beim Nokia 3.1 nur von zwei Punkten getrübt: Es gibt keinen Fingerabdrucksensor und laden muss man das Gerät leider über Micro-USB. Beides ist in der €150-Klasse verschmerzbar. Da ich ein ausgesprochener Fan von Budget-Telefonen bin, hindern mich diese zwei Zugeständnisse daran, dass Nokia 3.1 als Daily Driver in Erwägung zu ziehen. Für viele andere Käufer ist das aber sicherlich kein „Dealbreaker“.

Display

Nokia 3.1 Test HMD Global

Der Bildschirm des Nokia 3.1 ist 5,2 Zoll groß, besitzt ein Seitenverhältnis von 18:9 und eine Auflösung von 1440 x 720 Pixeln (309 PPI). In Zeiten von 4K-Displays klingt das zunächst ernüchternd. Im Alltagseinsatz konnte ich aber keine Pixeltreppchen oder dergleichen erkennen und ich behaupte, dass der Großteil der Nutzer keinen Unterschied in der Schärfe zu höher auflösenderen Bildschirmen feststellen wird. Die Akkulaufzeit profitiert davon ungemein.

Nokia 3.1 Test HMD Global

Das Display ist solide für ein Gerät dieser Preisklasse. Es bietet eine gute Blickwinkelstabilität und Helligkeit, die Farben könnten für meinen Geschmack etwas kräftiger sein. Es ist einen Tick besser als das seines Vorgängers, haut einen aber nicht vom Hocker wie beispielsweise der Bildschirm des LG Q6 (welches allerdings teurer ist, mit Android 7.1 läuft und billig verarbeitet ist).

Das Nokia 3.1 besitzt einen Helligkeitssensor, dadurch kann sich die Displayhelligkeit automatisch an das Umgebungslicht anpassen. Diese Funktion fehlt leider immer noch bei vielen Budget-Smartphones.

Nokia 3.1 Test HMD Global

Telefonie & Internet

Das Nokia 3.1 gibt es sowohl in Single-Sim als auch in Dual-Sim Varianten. Bei Gesprächen wurden wir und unsere Gesprächspartner stets klar und deutlich verstanden. LTE läuft im Berliner Raum stabil – ich konnte keine Auffälligkeiten bei der Datenverbindung feststellen.

Dank VoLTE klingen Anrufe über das Internet sehr sauber.

Kamera

HMD Global hat dem Nokia 3.1 eine 13 Megapixel Rück- und eine 8 Megapixel Frontkamera spendiert. Es handelt sich hier nicht um „Zeiss“-Kameras wie bei den teureren Modellen des Unternehmens. Ob dies bedeutet, dass billigere Linsen genutzt wurden oder nur die Softwareoptimierung nicht von „Zeiss“ kommt, ist unklar. Es gibt jedenfalls keinen Pro-Modus, wie dies bei den „Zeiss“-Modellen der Fall ist.

Nokia 3.1 Bilder in Originalgröße ansehen

Für Schnappschüsse unter guten Lichtbedingungen taugt das Nokia 3.1 auf jeden Fall. Der Autofokus ist manchmal ein wenig langsam (hier hilft ein kurzes tippen auf den gewünschten Fokuspunkt). Bei Dunkelheit baut die Qualität dramatisch ab, was für Kameras im Budget-Segment typisch ist. Positiv hingegen fällt die Aufnahmeschnelligkeit auf. Die 8MP Front-Kamera weiss ebenfalls zu überzeugen und produziert scharfe und gut ausgeleuchtete Selfies.

Akku

Nokia 3.1 Test HMD Global

Einer der absoluten Glanzpunkte des neuen Einsteiger-Smartphones von HMD Global ist seine Akkulaufzeit. Das Telefon ist in meinem Berufs- und Privatalltag unzertrennlich eingewoben, weswegen die Batteriedauer eines Gerätes für meine Kaufentscheidung ein entscheidendes Kriterium darstellt. Normalerweise muss ich dafür auf große Smartphones, wie etwa das Nokia 7 Plus oder Xiaomi Mi Max 2, zurückgreifen – dabei mag ich es eigentlich kompakt. Das Nokia 3.1 trifft hier genau den „Sweet Spot“: Mit 2990 mAh Akku, einem Gewicht von nur 138 Gramm bei einer Dicke von 8.7mm und 5,2 Zoll Display, ist für mich perfekt.

Das Nokia 3.1 hat bei intensiver Nutzung (sehr viel Instant Messaging, Spotify Musik streamen, 20-minütiger Navigation, E-Mail, eine Folge „King of Queens“ über Amazon Video) noch 20% Akku, wenn ich es beim zu Bett gehen an den Strom hänge. Wir sprechen von einem 16 Stunden Tag – das ist mehr als ordentlich. Hier profitiert das Nokia 3.1 sichtbar von seiner relativ niedrigen Bildschirmauflösung.

Wie ich bereits oben erwähnte, wird das Nokia 3.1 leider über Micro-USB geladen. Das nervt, da in meinem Haushalt nur noch USB-C Geräte im Umlauf sind.

Fazit

Nokia 3.1 Test HMD Global

HMD Global liefert mit dem Nokia 3.1 eine sinnvolle Modellpflege der 3er-Serie von 2017. Gut gefällt mir das schlichte Design im 18:9-Format und die gewohnt überdurchschnittliche Verarbeitungsqualität. Die Akkulaufzeit ist enorm für ein solch kompaktes Gerät. Auch die Performance überzeugt – nur bei grafisch sehr intensiven Spielen geht dem Nokia 3.1 etwas die Puste aus.

Wie hinderlich sich der MediaTek-Prozessor auf Softwareupdates auswirken wird, lässt sich noch nicht sagen. Das Nokia 3.1 ist „Android One“-zertifiziert, sollte also noch Android P (9) und Android Q (10) erhalten. Momentan besitzt das Gerät erst Version 8.0, obwohl alle anderen Nokias schon auf 8.1 unterwegs sind (das Nokia 7 Plus sogar mit Android P Beta). Die Sicherheitsupdates sind immerhin auf dem neusten Stand. Ich gehe davon aus, dass HMD Global sein Updateversprechen auch beim Nokia 3.1 einlösen wird, wir wollten potentielle Käufer dennoch auf diesen Umstand aufmerksam machen.

Die Rückkamera entspricht in etwa dem Durchschnitt in der €150-Klasse. Die Frontkamera schneidet hingegen leicht besser ab. Wer eine tolle Kamera haben möchte, der muss auch im Jahr 2018 tief(er) in die Tasche greifen. Für Schnappschüsse ist das Nokia 3.1 aber bestens geeignet, auch wenn man leider auf den Pro-Modus verzichten muss.

Als besonders nervig empfinde ich den fehlenden Fingerabdrucksensor. Nicht, weil ich ein besonderes Sicherheitsbedürfnis habe, sondern, weil ich jetzt bei Diensten wie PayPal, Numbrs, und nicht zuletzt beim Entsperren des Telefons, meine PIN eingeben muss. Der fehlende USB-C ist ein weiterer Störfaktor, der letztendlich dazu führt, dass ich das Nokia 3.1 leider nicht als „Daily Driver“ in Erwägung ziehen kann. Ich sage „leider“, weil das Gerät ansonsten all meinen Ansprüchen gerecht wird und ich es während des Testzeitraums wirklich gerne genutzt habe.

Wer mit Micro-USB und fehlendem Fingerabdrucksensor kein Problem hat und ein Gerät sucht, das eine lange Akkudauer bei kompakter Größe, sehr gute Performance und ein hübsches Nokia-Design bietet, der sollte beim Nokia 3.1 zugreifen.

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remmy
Mitglied

Ich bin immer noch ein wenig enttäuscht das es Nokia 2 vom Vater noch kein Update auf Android 8.1 bekommen hat sondern noch beim 7er steckt. Obwohl dort ein Qualcomm werkelt

hanno
Mitglied

Ich habe mich für Gigaset Plus 370 entschieden und bin zufrieden

backpflaune
Mitglied

Eigentlich ja gut nur gibt es in diesem Preisbereich halt viel Konkurrenz. Und das nicht nur von neuen Modellen, sondern auch von Smartphones aus dem letzten oder vorletzten Jahr mit deutlich besserer Hardware.
„Nokia“ überzeugt mit einem soliden Gerät und vor allem mit der Update Politik.

keinuntertan
Mitglied

Schöner, umfangreicher Artikel! Man spürt die Nokia- und Android-Leidenschaft. Ein Wechsel kommt aber noch nicht in Betracht, so lange Mobile so gut läuft …

ABCdefg
Gast
ABCdefg

Du wirst dich wundern, wie gut mobile laufen kann. 🙂

NLTL
Mitglied

Ist mittlerweile scheinbar auch NPU in deutsch😊😉. @ Leo „Wie ich bereits oben erwähnte, wird das Nokia 3.1 leider über Micro-USB geladen. Das nervt, da in meinem Haushalt nur noch USB-C Geräte im Umlauf sind.“ Bist du ernsthaft die Zielgruppe für solche Dinger. Schätze die Mehrheit würde „deine“ Probleme haben wäre USB C verbaut😉.

tobias25
Mitglied

Win10 Mobile und Gut laufen? Ich lache…