NokiaReviews

Nokia 2 [Test] – Ist das Einsteiger-Smartphone zu schwach für Android?

Das Nokia 2 hat sich für einen ausführlichen Test in unserer Redaktion eingefunden. Mit einer UVP von €119 präsentiert sich das Nokia 2 von HMD Global als günstigster Einstieg in die Welt der finnischen Smartphones in Europa.

Design & Verarbeitung

Kommen wir zunächst einmal zu den äußerlichen Merkmalen des Nokia 2 von HMD Global. Die Verarbeitung ist für ein Budget-Smartphones sehr gut. Das Nokia 2 wird von einem Aluminiumrahmen umschlossen, die Rückseite besteht aus Plastik, was der Wertigkeit aber keinen Abbruch tut. Die Rückschale ist abnehmbar und gibt Zugang zu zwei Sim- und einem MicroSD-Kartenschacht. Das Nokia 2 ist somit ein echtes DualSim-Smartphone und ignoriert den Trend der Hybridslots.

„Oh, die Rückschale ist abnehmbar, dann kann man ja auch den Akku austauschen, oder?“ Leider nein. Dieser ist unter einer weiteren Abdeckung versteckt. Diese kann man recht leicht aufschrauben, ein Akkuwechsel des Nutzers ist von HMD Global aber nicht vorgesehen und würde zum Erlöschen der Garantie führen. Man kann die Rückseite aber gegen andere Farben austauschen und so ein wenig Abwechslung in die Optik des Nokia 2 bringen.

Der Power-.Knopf und die Lautstärkewippe ist ebenso sauber verarbeitet – hier knarzt und wackelt nichts. An der Unterseite befindet sich der Micro-USB Eingang, der leider in dieser Preisklasse immer noch Standard ist. An der Oberseite des Nokia 2 haben wir einen 3,5mm Klinkeneinang für die Kopfhörer.

Es gibt weder kapazitive Hardwareknöpfe, noch einen Fingerabdrucksensor.

Display

Das 5 Zoll LTPS(Low Temperature Poly-silicon)-Display des Nokia 2 bietet sehr schöne Farben, eine gute Ausleuchtung und Helligkeit und gute Schwarzwerte. Auch bei seitlicher Draufsicht gibt es kaum Farbveränderungen und es reagiert sehr gut auf Toucheingaben. Die Displayauflösung von 1280 x 720 Pixeln geht absolut in Ordnung für diese Größe und Preisklasse.

Trotz der recht kleinen Displaydiagonale von 5 Zoll, sind dicke Ränder vorhanden, die die Gesamtmaße unnötig erhöhen – vor allem da keine Hardwareknöpfe verbaut sind. In Verbindung mit der rundlichen Form des Nokia 2, ähnelt es vom Design her stark dem Lumia 620. Das mag 2018 nicht mehr zeitgemäß aussehen (selbst günstige „Chinesen“ haben mittlerweile schmale Ränder), designtechnisch ist es dadurch aber unverkennbar ein Nokia.

Performance

Das Nokia 2 kommt mit Android 7.1.1 und bietet direkt den Sicherheitspatch vom Januar 2018 zum Download an. Ein Firmwareupdate gab es auch, der die Performance des Nokia 2 nochmal deutlich verbessert hat.

Eckdaten:

  • Snapdragon 212 Prozessor
  • 1GB RAM
  • 8GB interner Speicher
  • MicroSD bis 256GB
  • Android 7.1.1

Das Nokia 2 besitzt kein Datenblatt bei dem man Schnappatmung bekommt und im Vorfeld hatte ich schon meine Sorgen, dass es nicht besonders rund laufen würde. Nun, ganz so schlimm ist es nicht.

Man merkt sofort, dass es sich um ein Budgettelefon handelt und die Spezifikationen sind für den hiesigen Markt auch zu niedrig angesetzt (das Nokia 2 kam zunächst für China und Indien). Ein Snapdragon 212, 1GB RAM und 8GB interner Speicher – solche Spezifikationen gehören eigentlich ins Jahr 2012.

Dennoch läuft das Nokia 2 nicht wirklich schlechter als ein Nokia 3 mit doppelt soviel RAM (und MediaTek-Prozessor). Es genehmigt sich schon mal eine Gedenksekunde, wenn man zwischen mehreren Apps wechselt und grafisch intensive Games kann man damit auch nicht genußvoll spielen.

Für Einsteiger, die Whatsapp, Facebook, Spotify, Instagram, etc. nutzen und Telefonieren möchten, reicht es allemal.

Von 8GB Speicher, die das Gerät mitbringt, stehen 4,5 GB Speicher frei. Die MicroSD-Karte lässt sich als interner Speicher konfigurieren, es lassen sich aber nicht alle Apps auf die Karte auslagern. Wer viele Bilder schießt kann sich mit OneDrive behelfen und den automatischen Bilderupload einschalten.

Für die angepeilte Zielgruppe sind 8GB interner Speicher aber nicht so sehr der Dealbreaker, wie er für manch einen auf dem Papier wirkt.

Das Nokia 2 wird Android 8.0 (Oreo) und mindestens Android 9 erhalten. Zusätzlich stehen aktuelle Sicherheitsupdates zeitnah zur Verfügung. Dies gilt auch für dieses Budgettelefon von HMD Global.

Die Gesprächsqualität ist auffallend gut. Wir wurden von unseren Gesprächspartnern immer klar und gehört und andersherum genauso.

Akku

Einer der Haupt-Verkaufsargumente des Nokia 2, ist sein Akku. Mit 4100 mAh ist er sehr üppig dimensioniert. In Verbindung mit den niedrigen Spezifikationen und Displayauflösung, dürfte man hier lange Akkulaufzeiten erwarten.

Und das stimmt auch. In unserem Test erreichten wir trotz mittlerer bis intensiver Nutzung ( Push-Dienste, viel Messenger, Social Media und Musikstreaming) 2 Tage Akkulaufzeit – für die geringen Dimensionen des Nokia 2 ist dies beachtlich.

Es hat einen unbestreitbaren Reiz ein handliches Smartphone mit sich herumzutragen und sich keine Sorgen um die Akkulaufzeit machen zu müssen.

Kamera

Das Nokia 2 besitzt eine Frontkamera, die mit 5 und eine Rückkamera, die mit 8 Megapixel auflöst. Im Rahmen dessen, was man von einer Smartphonekamera im absoluten Budgetbereich erwartet, haben mich die „Knipsen“ des Nokia 2 positiv überrascht.

Der digitale Sucher ruckelt weder bei Tageslicht, noch bei Dunkelheit. Die Kamera löst schnell aus und produziert bei Tageslicht gute Schnappschüsse, die auch beim hineinzoomen nicht völlig verpixelt sind. Bei schwierigen Lichtverhältnissen darf man natürlich keine Wunder erwarten, doch auch in Dämmerung schlägt sich das Nokia 2 noch ordentlich.

Im Vergleich zu anderen Vertretern dieser Preisklasse, schießt das Nokia 2 überdurchschnittlich gute Fotos. Die Selfie-Kamera ist ebenso brauchbar und produziert ordentliche Schnappschüsse für Social-Media Fans.

Fazit

Nokia 2 (links) und Nokia 3 (rechts) im Vergleich

 

Kommen wir zum Fazit und fangen, wie es einem in jedem Personalmanagement-Kurs beigebracht wird, mit den positiven Seiten des Nokia 2 an.

Die Verarbeitung ist wirklich gut. Der Alurahmen verleiht dem Nokia 2 einen hochwertigen Eindruck. Die Rückseite mag aus Plastik und wechselbar sein, doch funktioniert der Schließmechanismus wie beim Lumia 830 und die Schale sitzt bombenfest (zumindest während des Testlaufs – ich habe auch schon ausgenudelte 830er gesehen).

Die Akkulaufzeit ist spitze. 4100 mAh bei sehr genügsamen Spezifikationen, reichen für zwei Tage aus. Mit dieser Laufzeit hatte HMD Global bei der Einführung des Nokia 2 auch geworben.

Die Kamera überrascht in dieser Preisklasse. Sie erlaubt gute Schnappschüsse bei Tageslicht und ruckelt auch nicht – das ist bei vielen „Billig-Phones“ anders.

Das Design des Nokia 2 wirkt etwas altbacken. Dicke Ränder sind einfach nicht mehr 2018 und die starke Konkurrenz von Firmen wie Xiaomi zeigt, dass eine moderne Optik nicht unbedingt vom Preis abhängt. Dennoch, das Nokia 2 liegt gut in der Hand und in dieser Preiskategorie kann man auf eine nicht mehr aktuelle Ästhetik hinwegsehen.

Die Performance ist, salopp gesagt, so-lala. Der Qualcomm Snapdragon 212 und 1GB RAM sind wirklich dürftig. Bei Appwechseln genehmigt sich das Nokia 2 schonmal eine (oder mehrere) Gedenksekunde und wer auf grafisch intensive Handygames steht, sollte einen großen Bogen um das Budgettelefon machen. Für Alltagsaufgaben wie Whatsapp, Facebook, Spotify, etc., reicht die Leistung aus – die Zielgruppe sollte damit also zufrieden sein.

Meiner Meinung nach hätte HMD Global beim Nokia 2 (und eigentlich auch beim Nokia 3) auf „Android Go“ setzen sollen, dass speziell für schwache Hardware ausgelegt ist. Leider läuft nur das Nokia 1 (das hierzulande nicht erhältlich ist) mit jenem Betriebssystem.

Beim festverbauten Akku hat das Nokia 2 eine Chance verpasst. Das die Rückschale ohnehin abnehmbar ist, hätte man dies einfach bewerkstelligen können. Als echtes DualSim-Handy mit austauschbarem Akku, wäre es zum wahren Abenteurer Handy geworden, das nie schlapp macht.

Insgesamt können wir das Nokia 2 für Nutzer empfehlen, die das Smartphone für Basisdienste nutzen: Telefonieren, Whatsapp, Facebook, SMS, Musik, Knipsen.

Man darf natürlich die Konkurrenz nicht ausser Acht lassen. Für €119 erhält man mittlerweile Chinahandys, die um Welten besser ausgestattet sind. Das von den Kollegen von Panda-Tech.de kürzlich getestete Xiaomi Redmi 5 Plus, kostet im Sale €133 und schlägt das Nokia 2 in fast allen Punkten.

Xiaomi Redmi 5 Plus [Test] – Gelungene Evolution des Note 4

Das Nokia 2 liegt in einem Bereich vorne: Aktualität der Software. Sicherheitspatches werden von den Finnen pünktlich geliefert – ein Service, der sowohl bei kleinen als auch großen Herstellern selten ist. Zudem garantiert HMD Global zwei Jahre lang Android Feature-Updates für sein gesamtes Portfolio. Das Nokia 2 dürfte damit mindestens noch andrAnd 9 erleben.

Nokia 2 von HMD Global bei Amazon bestellen

Was sagt ihr zum Nokia 2 von HMD Global? Hat euch der Test gefallen?

Vorheriger Artikel

Groove: Microsoft liefert dickes Update an alle Windows 10 Nutzer

Nächster Artikel

Telegram veröffentlicht Telegram X Client

Der Autor

Leonard Klint

Leonard Klint

"Change has to flow from the bottom to the top." - Ed Snowden

23
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
8 Comment threads
15 Thread replies
1 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
14 Comment authors
andree4liveJptech42ShyntaruRolandMate Recent comment authors
  Diskussion abonnieren  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
remmy
Mitglied

Hab schon eines bestellt, bekommt mein Schwiegervater am Wochenende. Sein Lumia 650 geht damit in Vorruhestand. Für jemanden der, wie Leo schon sagt, nur das nötigste damit macht und keine 100MB Daten im Monat verbraucht sollte es dicke langen. Das Lumia hat nur noch rum gesponnen. Sei es WhatsApp, Ständig verschwundene Kontakte, Bildschirmsperre bei Anrufen. Selbst zurück setzen und WhatsApp Beta haben nicht geholfen. Time to say goodbye

hotroad2
Mitglied

Eigentlich was für mich, aber bei der Ausstattung habe ich nicht wirklich eine Verbesserung zu meinem 540 für damals 59€.

rbl64
Mitglied

Bitte nochmal selber diesen Beitrag lesen!Zwischen diesen beiden Geräten liegen Welten,auch wenn das Nokia eigentlich auch ein Risikokauf ist.Ich hatte das 540 iger auch und war alles andere,als zufrieden.Und meine Ansprüche sind nicht hoch.

hotroad2
Mitglied

Ich brauche nicht viele Apps. Gute Kamera, telefonieren und Akkulaufzeit sind wichtig. Das hat schon das 540. Und alles was ich auf dem 540 habe, ist abends auf dem Laptop und ich kann damit gleich weiter arbeiten. Bei Android müsste ich mir erst entsprechende Apps besorgen.

robin2017
Mitglied

Installiere Dir die Microsoft-Apps, einschließlich OneDrive und den MS-Lancher, dann klappt das ganz gut.

hansra1
Mitglied

Vielleicht läuft s mit win Phone Image schneller;)

Jptech42
WU Team

Geht via Absturz auf jeden Fall schneller aus 😉

rbl64
Mitglied

Heutzutage sollte es Standard sein,das Einsteigersmartphones mit einem 16 GB Speicher,2 GB Ram und einer 13 Megapixel Kamera angeboten werden.Alles andere ist am Thema vorbei.Na klar reicht das für Puristen und Wenignutzer,es fragt sich nur,wie lange solche Geräte zu Gebrauchen sind.Wenn der Name Nokia nicht darauf stehen würde,wird wohl kaum einer diesem Gerät Beachtung schenken

Shyntaru
Mitglied

Megapixel sagen da schlicht nichts aus, aber ja 16gb Speicher, wenn nicht sogar 32 sollten drin sein. 2 GB sind sogar für Einsteiger meiner bescheidenen Meinung zu wenig. Es geht ja nicht um das OS, sondern auch um immer aufwändigere Apps, welche auch bei Android ja recht bald auf einer 64er Basis laufen.

Lotta
Mitglied

Und wieder das Thema verfehlt. Oder bin ich hier bei Android United bzw. Nokia United?

Shyntaru
Mitglied

Und aus welchem Grund genau, denkst du, darfst du den Leuten hier reinreden worüber sie schreiben?

Mate
Mitglied

Und wieder ein überflüssiger Kommentar.

Lotta
Mitglied

Genauso überflüssig wie Android im Windows Forum

Roland
Gast
Roland

Weist Ähnlichkeiten zum Lumia 620 auf? Quatsch, sieht von vorne exakt wie ein Klon vom Lumia 650 aus,
lediglich die Kamera ist links statt rechts und der Lautsprecher runtergerutscht. Aber Abrundungen, Ränder, alles gleich. Und sogar die HW-Spec sind identisch mit dem 650er: Snapdragon 212, gleich auflösendes OLED, etc.
Ich denke da wird ein altes Referenz-Design verwendet… ist aber ja auch erlaubt. Vielleicht sind aus Lumia-Zeiten noch genug HW-Rohlinge übrig die man nur in ein neues Housing packen musste. 😛

andree4live
Gast
andree4live

Fand ich tatsächlich auch das Ähnlichkeit mit dem ein oder anderen Windowsphone hat aber glaub mir auch von der Bauweise liegen Welten dazwischen. Der 650er Rahmen hatte eine billige Anmutung ganz im Gegensatz zum Nokia 2. Das wirkt echt wertig vielleicht auch wegen des Gewichts bzw Dicke (sorry Knuffigkeit). Ich mag das Teil echt gerne anfassen. Ob ihr es glaubt oder nicht das Gerät reicht aus wenn man nicht zuviel erwartet. Und mit den hier genannten Windowsphones nicht ansatzweise zu vergleichen. das Android auf dem Nokia 2 reagiert um welten besser als das windows auf einem Lumia 650. Die Bilder… Weiterlesen »

robin2017
Mitglied

@ Leonard: Danke für den interessanten Artikel. Macht weiter so!