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Im Test: Microsoft Lumia 650 – Ein edler Kompromiss mit Biss

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„Ich wĂ€r so gern ein Flaggschiff…“ (Lumia 650)

Lange, sehr lange mussten Windows Phone-Fans auf ein neues Lumia-Flaggschiff warten. Als erste Leaks die Runde machten, war die Empörung ĂŒber das angeblich einfallslose Design und die unverstĂ€ndliche Materialwahl nicht unbedingt verhalten. Doch ganz so schlimm war es dann doch nicht: Das Lumia 950 (XL) macht optisch immerhin einen soliden wenn auch unspektakulĂ€ren Eindruck.

Doch erst die separat erhĂ€ltlichen Back Cover des finnischen Zubehör-Spezialisten Mozo verleihen den neuen Flaggschiffen eine gewisse Wertigkeit. Doch wĂ€hrend die RĂŒckseite aus echtem Leder gefertigt wurde, besteht der angebliche Metallrahmen weiterhin nur aus schnödem Plastik.

Der Ruf nach einem wĂŒrdigen optisch ansprechenderem High-Ender wurde nicht zuletzt deswegen immer lauter. Schon seit Monaten ist das sogenannte Surface Phone eine essentielle Zutat in der immer heißer brodelnden GerĂŒchtekĂŒche.

Und noch ein GerĂŒcht machte zuletzt die Runde: Microsoft wird eher frĂŒher als spĂ€ter die einst liebgewonnene Marke Lumia komplett einstampfen, doch vorher scheint man nochmal auf die Tube zu drĂŒcken:

Das Lumia 650 sorgte auf ersten Bildern fĂŒr irritierte aber auch erfreute Gesichter: Ein optisch eindrucksvolles GerĂ€t mit Aluminiumrahmen, davon können die neuen Flaggschiffe tatsĂ€chlich nur trĂ€umen. UnverstĂ€ndnis machte sich breit und als das Lumia 650 Mitte Februar offiziell enthĂŒllt wurde, stand fest:

Der Quasi-Nachfolger des Lumia 640 ist ein optisch mehr als attraktives Highlight geworden!

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In einer unserer Umfragen im WindowsUnited Newsroom bei Facebook (hier anmelden) gaben knapp 47 % der Teilnehmer des Votings an, dass das Lumia 650 eines der schönsten Lumias geworden ist, die bis heute erschienen sind. Weitere 36 % fanden das Design immerhin OK, aber auf jeden Fall besser als das des Lumia 950 (XL).

Ob das Microsoft Lumia 650 allerdings wirklich das allerletzte Windows Phone geworden ist, sei einmal dahingestellt, zumal vor kurzem ein weiteres mögliches GerÀt in einer Benchmark-Liste aufgetaucht ist.

Fernab wilder Spekulationen und hysterischem Flaggschiff-Frust hat WindowsUnited das optisch eindrucksvolle Smartphone der unteren Mittelklasse (!) einem ausfĂŒhrlichen Test (inklusive begleitendem Video) unterzogen.

Design und Verarbeitung

Doch was macht das Lumia 650 nun zu einem der schönsten aller Lumias?

Zum einen wĂ€re da der schicke Aluminiumrahmen mit extravaganter Diamantschliffkante, der das in schwarzer und weißer AusfĂŒhrung erhĂ€ltliche GerĂ€t hochwertiger erscheinen lĂ€sst als seinen VorgĂ€nger Lumia 640 und auch im Vergleich mit den neuen Flaggschiffen.

Und noch etwas zeichnet das Design des Lumia 650 aus:

Seine enorm flache Bauweise: Mit nur 6,9 mm ist das Lumia 650 das dĂŒnnste jemals gebaute Lumia und damit genauso flach geworden wie das iPhone 6.

Zum Vergleich: Das Lumia 530 misst pummelige 11,7 mm in der Höhe, das Lumia 550 stattliche 9,9 mm und das ebenfalls mit einem 5 Zoll Display ausgestattete Lumia 640 immerhin noch 8,8 mm. Selbst das relativ schlanke Flaggschiff Lumia 950 hat noch eine Bauhöhe von 8,2 mm – in diesem Punkt lĂ€sst das Lumia 650 somit einfach ALLE zuvor veröffentlichten Lumias alt aussehen.

Auch das Gewicht imponiert beim ersten „in die Hand nehmen“: Nur 122 Gramm bringt das GerĂ€t auf die Waage – das sind 23 Gramm weniger als beim Lumia 640.

Eine direkte GegenĂŒberstellung der Spezifikationen des Lumia 550, Lumia 640 und Lumia 640 haben wir ĂŒbrigens in diesem Beitrag fĂŒr unsere Leser zusammengetragen.

Das austauschbare und extrem dĂŒnne Back Cover wirkt auf lange Sicht allerdings wenig vertrauenerweckend. Mozo wird in KĂŒrze jeweils zwei austauchbare Akkudeckel, Flip Cover und SchutzhĂŒllen anbieten – leider in sehr nĂŒchternden Farbvarianten. Den Test des schwarzen Flip Covers findet man hier.

Das Logo auf der RĂŒckseite des Covers wurde im Gegensatz zum Lumia 550 nicht aufgedruckt sondern wie beim Lumia 950 (XL) in die Abdeckung eingestanzt – auch das unterstreicht den hochwertigen Charakter.

Im Bereich des Emblems lĂ€sst sich das Cover leicht mittig eindrĂŒcken, wenn auch nur  sehr geringfĂŒgig, ansonsten saß das Cover auch nach mehrfachem Lösen und Anbringen bombenfest.

Unser Kollege Maurice hatte mit seinem weißen Modell da wohl weniger GlĂŒck: Hier ließ sich der Akkudeckel ganz leicht in alle Richtungen bewegen. Wir hatten die Möglichkeit zwei schwarze Modelle zu testen, beide blieben von diesem Mangel verschont. Ob dies nun ein Problem der weißen Variante ist, können wir an dieser Stelle nicht bestĂ€tigen.

Dass das Lumia 650 durch seine Diamantschliffkante scharf und kantig sein soll, wie manch einem Kommentar zu entnehmen war, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. NatĂŒrlich ist das AnfassgefĂŒhl ein anderes als bei vollstĂ€ndig aus Polycarbonat gefertigten GerĂ€ten, es schmiegt sich eben nicht ganz so wohlwollend in die Hand wie beispielsweise das Lumia 735.

Auch fĂŒhlt sich das Aluminium gelegentlich ein wenig kalt in der Hand an, diese Eigenschaft tritt aber nur sehr selten ein wenig störend in Erscheinung.

Eine weitere Besonderheit des Lumia 650 ist der auf der Displayseite verbaute Frontlautsprecher. Ein dickes Plus gegenĂŒber dem Lumia 640 und auch vieler anderer GerĂ€te. Denn liegt das Smartphone auf dem Tisch, wird zumeist der Lautsprecher so verdeckt, das Musik oder Stimmen leicht dumpf klingen. Dieses Problem kennt das Lumia 650 nicht- erfreulich.

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Display

Statt eines IPS-LCD Displays wurde im Lumia 650 ein 5 Zoll großes nicht gewölbtes OLED Display mit ClearBlack Technologie und einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln verbaut, Maße und Auflösung entsprechen also denen des Lumia 640.

Die OLED Technologie ermöglicht sattere Farben, einen wesentlich besseren Kontrast dank fantastischer Schwarzwerte sowie eine ausgeprĂ€gtere BlickwinkelstabilitĂ€t gegenĂŒber LCD.

Kein Freund von Bonbonfarben a’la Samsung?

Kein Problem: Unter Extras einfach Farbprofil auswÀhlen, auf Anpassen klicken und Farbtemperatur und FarbsÀttigung ganz nach belieben selbst bestimmen.

Noch ein weiterer Vorteil: OLED ist sparsamer im Verbrauch, da schwarze Bildanteile weniger Strom verbrauchen. DafĂŒr sind LCD Displays bei Bedarf zumeist nochmal ein StĂŒckchen heller.

Doch wie sieht es mit der QualitÀt des Displays des Lumia 650 aus?

Mit einem Wort: Hervorragend. Das Bild wirkt nach kurzer Anpassung des Farbprofils extrem kontrastreich, natĂŒrlich, ausgeglichen und augenschonend. Auch der ganz leichte Gelbstich in weißen FlĂ€chen lĂ€sst sich so weitegehend korrigieren – dieser Umstand wirkt aber zu keinem Zeitpunkt wirklich störend. Da stört es auch nicht weiter, dass das Lumia 650 kein Full HD Display besitzt.

Im direkten Vergleich mit dem Lumia 640 und dem Lumia 550 hat das 650 in diesem Punkt eindeutig die Nase vorn. Gerade wenn man einen schwarzen Hintergrund bevorzugt macht sich dies besonders in der App-Liste bemerkbar: Schwarz ist wirklich schwarz.

Dreht man beispielsweise beim Lumia 550 die Helligkeit bis zum Anschlag, erscheint schwarz eher dunkelgrau. Generell halte ich die OLED Technologie auch in Bezug auf das optische Gestaltung von Windows 10 Mobile fĂŒr die bessere Wahl. Wer allerdings einen weißen Hintergrund bevorzugt, könnte mit LCD glĂŒcklicher werden.

Im Gegensatz zum Lumia 550 ist das Display des 650 genau wie das des Lumia 640 bei FingerabdrĂŒcken wesentlich verzeihlicher und schmiert nicht so schnell wie beim Lumia 550.

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Performance (Soft- und Hardware)

Werkseitig wird das (vorliegende) Lumia 650 mit Windows 10 Mobile Build 10586.11 ausgeliefert, also einer schon recht betagten Version. Doch bereits hier bemerkt man, dass das edle Mittelklasse-GerÀt sehr ansprechend an die aufgespielte Software angepasst wurde.

Direkt nach Erstinstallation stand ein Update auf Version 10586.29 zur VerfĂŒgung, mittlerweile wird gar Build 10586.107 angeboten – ganz offiziell und damit ohne Teilnahme am Windows Insider Programm.

Im direkten Vergleich zum Lumia 550 (welches einige Wochen lang mein Daily Driver war) ist die Performance des Lumia 650 spĂŒrbar besser. Statt eines Snapdragon 210 Quad-Core-Prozessors kommt hier der Nachfolger Snapdragon 212 zum Einsatz. Doch der scheint nicht ausnahmslos fĂŒr den Performance-Schub verantwortlich. Vielmehr erscheint es so, als habe Microsoft die vorliegende Build einfach besser an die Hardware des Luma 650 angepasst.

Bei rechenintensiven Aufgaben erwies sich das Lumia 640 in Bezug auf die Ladezeit bestimmter Applikationen allerdings gnĂ€diger, wenn auch nur minimal. Das Lumia 550 dagegen agierte hier an dritter Stelle. Der Jump NÂŽRun Spaß Duck Tales Remastered genehmigt sich zwar auf allen drei GerĂ€ten eine relativ lange Ladezeit, doch beim Lumia 640 konnte man mit hauchdĂŒnnem Vorsprung zuerst die Reise nach Entenhausen antreten.

Kein Wunder: Bei allen drei Modellen kommt nur 1 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz. In der Praxis erwies sich dies fĂŒr Gelegenheits-Zocker aber zu fast keinem Zeitpunkt als wirklich störend.

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Front- und Hauptkamera

Selfie-Freunde werden dank einer 5 MP Frontkamera und einer Blendenzahl von 2,2 mit dem Lumia 650 glĂŒcklicher als bei der hauseigenen Konkurrenz: WĂ€hrend die Frontkamera des Lumia 550 immerhin noch 2 MP hat, verfĂŒgt das 640 nur ĂŒber eine 0,9 MP schwache Selfie-Cam, der Unterschied ist besonders bei Tageslicht enorm.

Die Hauptkamera verfĂŒgt sowohl beim Lumia 640 als auch beim Lumia 650 ĂŒber 8 MP, Autofokus und einen LED Blitz. Der VorgĂ€nger ermöglicht immerhin 4-fach Zoom (digital), sein Nachfolger nur 2-fach Zoom, das ist verschmerzbar.

In der Praxis ließen sich auch mit Lumia 650 teilweise sehr gute Ergebnisse erzielen, tendenziell neigte die Kamera des Neulings sogar zu weniger Rauschen bei nur schwach ausgeleuchteten RĂ€umlichkeiten.

Bei guten LichtverhÀltnissen löste die Kamera-Software blitzschnell aus und traf in aller Regel die richtige SchÀrfe. Bei Aufnahmen mit schwacher Beleuchtung braucht der Autofokus allerdings entsprechend lÀnger.

Eine Kamerataste ist nicht vorhanden.

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Weitere (fehlende) Funktionen

Erneut als Ă€rgerlich erweißt sich die vollkommene Abwesenheit von „Double Tab To Wake“. Ganz genau wie bei den neuen Flaggschiffen und dem Lumia 550 lĂ€sst sich das Display des Lumia 650 leider nicht per praktischem Doppeltipp aktivieren – das ist unverstĂ€ndlich und hinderlich und ein echter Minuspunkt.

Der Glance Screen (Bildschirm Blick) ist zwar vorhanden aber nur in der Oberklasse erhÀlt man Zugriff auf weitere Funktionen. Beim Lumia 650 ist er ganz genau wie beim Lumia 640 nur mit rudimentÀren Merkmalen ausgestattet.

HĂ€usliche Geschwindigkeitsfetischisten dĂŒrften sich allerdings daran stören, dass der neue WLAN-Standard ac nicht unterstĂŒtzt wird. Auch das Lumia 640 kann damit nicht dienen. LTE und NFC sind allerdings kein Fremdwort fĂŒr das Lumia 650.

Sehr wohl aber SensorCore, welches vom Lumia 640 dagegen unverstĂ€ndlicherweise unterstĂŒtzt wird, vom Lumia 650 aber eben nicht.

Miracast ist aber an Board und funktionierte beim Verbinden mit einem Samsung LCD-Fernseher ohne Probleme.

Die TelefonqualitĂ€t ist gewohnt ordentlich, das eingebaute Mikrofon machte im Test einen besseren Eindruck als das des Lumia 640: Aufnahmen klangen klarer und weniger „reingepustet“.

Ebenfalls erfreulich: Statt 8 GB (wie beim Lumia 640) stecken im Lumia 650 gleich 16 GB interner Speicher (erweiterbar via microSD).

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Akku

Wie bereits im Abschnitt ĂŒber das Display erwĂ€hnt, ermöglicht die OLED-Technologie eine stromsparendere Nutzung als IPS-LCD Displays. Dennoch wirkt es zunĂ€chst Ă€ußerst ernĂŒchternd, dass im Lumia 650 eine gleich um 500 mAh schwĂ€chere Kraftzelle steckt als im Lumia 640, welches einen 2500 mAh Akku sein Eigen nennt.

Doch ich kann hiermit grĂ¶ĂŸtenteils Entwarnung geben: Bei durchschnittlicher Nutzung (Build 10586.107) mit zwei etwa 10 Minuten langen Telefonaten, regelmĂ€ĂŸigem ĂŒber den Tag verteiltem Gebrauch diverser Messenger-Applikationen wie Telegram oder WhatsApp und permanent aktivierter WLAN-Verbindung sowie mittlerer Bildschirmhelligkeit kam ich dennoch durch den ganzen Tag – 24 Stunden sind also kein vollkommen unrealistisches Szenario.

Mit dem mitgelieferten LadegerÀt (ohne zusÀtzlichem USB-Anschluss) genehmigte sich das Lumia 650 allerdings eine recht gemÀchliche Auszeit an der ZapfsÀule: Satte 3 Stunden und 50 Minuten benötigte die Ladeanzeige um wieder bei 100 % zu stehen.

Qi Wireless Charging ist entgegen wilder Spekulationen nicht möglich. Auch werden die separat angebotenen Akkudeckel von Mozo dazu nicht in der Lage sein, wie uns das Unternehmen auf RĂŒckfrage bestĂ€tigte.

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Fazit

Die smarte Wahl fĂŒr dein Business“ lautet eines der verheißungsvollen Werbeversprechen auf der Produktseite des Lumia 650. Doch warum spricht Microsoft ausgerechnet dröge AnzugtrĂ€ger (bin selbst einer!) und designbewusste Karrierefrauen mit dem 650 an?

Denn ausgerechnet Continuum fehlt!

Microsoft sah sich daher wohl dazu genötigt, diesbezĂŒglich ein Statement abzugeben, warum das Lumia 650 zwar als Business-Phone vermarktet wird, aber gerade dieses signifikante und gerade fĂŒr GeschĂ€ftskunden prĂ€destinierte Feature komplett fehlt.

„We are aiming to deliver the most productive Windows 10 Mobile devices at all price points,“ said an official Microsoft Spokesperson. „With the Lumia 650, our goal was to create a beautiful device that’s affordable for businesses to buy and deploy.“

Frei ĂŒbersetzt bedeutet das: Microsoft möchte höchste ProduktivitĂ€t in allen Preisklassen ermöglichen. Mit dem Lumia 650 hatte man es sich zum Ziel gesetzt ein schönes und erschwingliches Business-Smartphone anzubieten.

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Doch ich sehe das ein wenig anders:

Das Microsoft Lumia 650 ist ein Smartphone fĂŒr die breite Masse, fĂŒr jedes Alter. Es hat ein Design, welches bei den Mitbewerbern schon seit einiger Zeit Gang und Gebe ist und sich zudem bei nicht wenigen Nutzern großer Beliebtheit erfreut, warum also nur GeschĂ€ftskunden?

Ein einfaches Mittelklasse-GerĂ€t im Kleid eines Flaggschiffes, schöner als ein Lumia 950 (XL) aber lange nicht so gut ausgestattet wie die beiden Oberklasse-Smartphones. Im direkten Vergleich zum knapp 100 Euro gĂŒnstigeren (je nach Ausstattung) Lumia 640 zieht das 650 sogar in einigen wenigen Punkten den KĂŒrzeren.

Dennoch ziehe ich das Lumia 650 zukĂŒnftig jederzeit als meinen neuen Daily Driver vor. Das liegt nicht nur an der wesentlich wertigeren Bauweise sondern auch an dem hervorragenden Display, an dem man sich beinahe nicht satt sehen kann.

Schade nur, dass Microsoft das Lumia 650 beinahe unbemerkt auf den Markt gebracht hat. Fernsehwerbung? Fehlanzeige. Schmackhaft machende Plakate an Bushaltestellen? Ebenfalls ein werbefreies Luftschloss. So bleibt das Neue eher ein Phone fĂŒr Fans.

Dabei hat das Lumia 650 das Zeug zum Verkaufsschlager!

Klar, mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 229 Euro ist es derzeit sicherlich kein bedingungsloses SchnĂ€ppchen, doch Windows 10 Mobile und das Lumia 650 bilden eine grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒberzeugende Symbiose mit nur wenigen Abstrichen.

Wenn Design und Display allerdings eher zweitrangig fĂŒr eine Kaufentscheidung sind, sollte man zum derzeit noch zum wesentlich gĂŒnstigeren Lumia 640 greifen.

Dennoch sollte man gewarnt sein: Hat man einmal das Lumia 650 in den HĂ€nden gehalten, könnte das 640 schnell den KĂŒrzeren ziehen…

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Die technischen Daten im Überblick:

        • Snapdragon 212 Quad-Core-Prozessor (1,3 GHz Taktfrequenz)
        • 1 GB Arbeitsspeicher
        • 16 GB interner Speicher (erweiterbar via microSD)
        • 5 Zoll OLED Display ( 1280 x 720 Pixel) mit ClearBlack Technologie
        • Gorilla Glass 3
        • 8 MP Hauptkamera mit LED Blitz
        • 5 MP Frontkamera
        • NFC UnterstĂŒtzung
        • LTE
        • Glance Screen
        • Single SIM + Dual SIM Variante (Nano SIM)
        • Front Facing Speaker
        • 2000 mAh Akku (wechselbar)
        • 142 x 70,9 x 6,9 mm
        • 122 Gramm
        • Schwarze + weiße AusfĂŒhrung (matt)

POSITIV

Hervorragendes OLED Display
Sehr gute Performance
GrĂ¶ĂŸtenteils hochwertige Verarbeitung
Ansprechendes Design
Front Facing Speaker
Gute Kamera(s)

NEGATIV

Kein Double Tab To Wake
Kein Wireless Charging
Netzteil ohne zusÀtzlichen USB-Anschluss
Weniger Sensoren als Lumia 640

Autor Wertung

8.7
Warum erst jetzt? Das Microsoft Lumia 650 ist eine wahre Schönheit geworden. Mit flotter Performance und guter Kamera (aber nicht gĂ€nzlich lĂŒckenloser Ausstattung) erfĂŒllt das Lumia 650 weniger gehobene Business- als vielmehr (nicht nur) gediegene Consumer-AnsprĂŒche.
Design 9.1
GrĂ¶ĂŸe und Gewicht 9.0
Ausstattung 7.9
Performance 8.9
Display 9.1
Kamera 8.9
Akku 8.0
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23 Kommentare

  1. Marcel S.
    25. Februar 2016 von 8:38 — Antworten

    Habe das 650 als Dual-SIM bei amazon.fr bestellt, und geliefert wurde nur das Single-SIM. Wie sich jetzt leider herausstellt, gibt es in FR noch gar keine Dual-SIM Variante!
    Leider bin ich auf Dual-SIM angewiesen und muss es zurĂŒck schicken. Wirklich schade, denn das 650 ist ein wunderschönes Smartphone und sobald die Dual-SIM Version erscheint, wird es mein 640 ersetzen.

    Übrigens: in Frankreich gehört ein Headset zum Lieferumfang.

    • 25. Februar 2016 von 9:17 — Antworten

      Was aber grottenschlecht ist, das Headset. Bei meinem“ 950 XL Dual SIM war auch eins dabei.
      Da war das vom 1520 göttlich gegen.

  2. 25. Februar 2016 von 8:44 — Antworten

    Ob der Akku vom 640 auch in das 650 passt?
    Schon jemand getestet?

  3. 25. Februar 2016 von 9:15 — Antworten

    Etwas Werbung hĂ€tte den Verkaufszahlen fĂŒr dieses Smartphone sicher gutgetan.
    Aber was Werbung, insbesondere fĂŒr die mobile Sparte, angeht war und ist Microsoft einfach zu selbstgefĂ€llig. Das ist in meinen Augen sehr kontraproduktiv, kommt aber Herrn Nadella, der MS Mobile offenbar ohnehin nicht mag, gerade recht 😐

    • 26. Februar 2016 von 18:03 — Antworten

      Sie haben einst viel in werbung investiert. Ohne erfolg. Dann lieber keine werbung und weniger gerĂ€te absetzen, dafĂŒr aber an jedem gerĂ€t ein paar euro verdienen.

  4. 25. Februar 2016 von 9:45 — Antworten

    Headsets die bei Handys dabei sind sind meistens scheiss….
    Ich Lade die immer eingepackt….

  5. 25. Februar 2016 von 9:56 — Antworten

    Das Display des Lumia 735 war ĂŒbrigens der ausschlaggebende Punkt, weshalb ich mich fĂŒr das Device entschieden hatte – nicht etwa fĂŒr das 830.

    Gerade das Display ist das Hauptbauteil eines Smartphones, das muß passen. Interessant wĂ€re es zu wissen, ob du das Display des 650 mit dem des 73X vergleichen kannst? Martin von Dr. Windows meinte, dass das des 650 etwa gleichauf mit dem 73X liegt, seine gemachten Fotos von dem Startbildschirm des 650 sprachen allerdings anderes. Weiß wirkte Grau, dazu der Gelbstich – das 73X liefert fĂŒr ein OLED hingegen nahezu perfektes ab.
    Nun weiss ich allerdings nicht, ob seine Aufnahmen auch der RealitĂ€t entsprachen. Kann ja sein, dass dem nicht so ist, und die Farben verfĂ€lscht herĂŒberkamen.

    Zum 650: Yeah, nicht schlecht. Dein Fazit lautet, dass das 640 in anderen Belangen (abgesehen von dem Display, und die Haptik ist Geschmackssache) _leicht_ ĂŒberlegen ist? Das sehe ich Ă€hnlich, ich kann aber nur nach den DatenblĂ€ttern gehen. Und gleich wie du: Das Display macht’s. :-) DafĂŒr nehme ich gerne kleinere Abstriche in Kauf, und ich wĂŒrde auf so Sachen wie SensorCore verzichten, wenn das Display in einer völlig anderen Liga spielt.
    Bleibt nur die Frage offen, ob einem der Mehrpreis von gut 100 Euro fĂŒr das 650 das auch wert ist.

    PS: Danke Marco, fĂŒr deinen gelungenen Test! :) Ich finde, du hast die guten und weniger guten Seiten des Lumias 650 schön aufgezeigt, und auch der Vergleich mit dem 640 ist stimmig. Danke dir dafĂŒr.

    • 25. Februar 2016 von 10:23 — Antworten

      Danke dir Portalez 😉

    • 25. Februar 2016 von 12:42 — Antworten

      Das Display vom 650 ist sogar besser als das Display vom 950/1520. Der Akku wird dir aber das FĂŒrchten lehren. Zweimal am Tag laden ist unschön.

      • 25. Februar 2016 von 12:56 — Antworten

        2x am Tag laden mĂŒssen ist natĂŒrlich keine Option. Entweder mich bringt das Teil ĂŒber den Tag oder ich bring das Teil zurĂŒck zum HĂ€ndler – wĂŒrde ich so sehen. :)

        Danke zum Display. An was machst du das „besser“ fest? Du vergleichst hier nĂ€mlich noch ein IPS-LCD (1520) mit OLED (650/73X/950). Das „besser“ passt so nicht. Ich denke, das beziehst du wohl auf die LeuchtstĂ€rke, richtig?
        Mir geht es vor allem um die weitestgehend realitĂ€tsnahe Farbdarstellung bei OLED. OLED ist immer etwas „Bonbonfarbener“, das 73X kommt jedoch ohne Anpassungen fast an eine realitĂ€tsnahe Farbdarstellung heran. Das hatte mich im Vorfeld stark verblĂŒfft.

        • 25. Februar 2016 von 13:49 — Antworten

          Ich habe auf dem 950 XL und 650 den selben Startbildschirm und die selbe Farbeinstellung. Auf dem 650 ist das Weiß weißer, das Schwarz schwĂ€rzer und die Farben satter und lebendiger. Aufgenommene Fotos sind sehr realitĂ€tsnah.

          • 25. Februar 2016 von 16:20 — Antworten

            wenn dem so ist bring ganz schnell dein 950 zum hÀndler
            das wird dann nÀmlich im eimer sein !
            schwarz ist bei amoled schwarz also wie soll das schwÀrzer sein ohne defekt oder produktions fehler
            bei dem weiss mag das sein
            allerdings kannst du aber das wirst du ja wissen durch eine persöhnliche einstellung ein anderes ergebniss erreichen

      • 25. Februar 2016 von 16:09 — Antworten

        wie kann das ?
        bei einem bruchteil der auflösung
        wesentlich heller wird es auch nicht sein
        und das die farben brillianter sein sollen halte ich auch fĂŒr nicht sehr wahrscheinlich
        mal abgesehen davon finde ich das 650
        schon sehr interessant
        ich denke das es als zweit handy sehr nĂŒtzlich sein wird

  6. 25. Februar 2016 von 13:55 — Antworten

    Schöner ausfĂŒhrlicher Test, den ich voll bestĂ€tigen kann.

  7. 25. Februar 2016 von 14:54 — Antworten

    Bin extrem zufrieden mit dem 650 in weiss. :-) Der Test trifft bei jedem Detail ins Schwarze. 😉

  8. 25. Februar 2016 von 15:03 — Antworten

    Warum soll MS ein MittelklassegerĂ€t fĂŒr weniger anbieten? Der Preis ist doch gerechtfertigt, wer billiger will soll doch billig kaufen…

    • 25. Februar 2016 von 15:18 — Antworten

      Gegenfrage. Wieso hat Microsoft das Lumia 640 dann so viel gĂŒnstiger rausgebracht, obwohl es von den Specs her doch vergleichbar ist?

      • 26. Februar 2016 von 17:59 — Antworten

        Weil ms zu der zeit noch um jeden preis marktanteile generieren wollte. Nun will man lieber an den gerÀten geld verdienen.

  9. d64
    26. Februar 2016 von 11:09 — Antworten

    Danke fĂŒr den aufschlussreichen und interessanten Test.

    HĂ€tte noch eine Frage zum Lautsprecher. Als intensiver Hörbuch-Nutzer wĂŒrde mich die QualitĂ€t/LautstĂ€rke des Lautsprechers interessieren (mit dem Lumia 640-Lautsprecher bin ich einigermaßen zufrieden).

    • 26. Februar 2016 von 11:22 — Antworten

      Da sich der Lautsprecher beim Lumia 650 auf der Vorderseite befindet, zieht das 640 hier eindeutig den KĂŒrzeren. Er klingt klar und deutlich, neigt voll aufgedreht aber gelegentlich zu sehr schwachem (kaum wahrnehmbaren) scheppern.

      • d64
        26. Februar 2016 von 11:50 — Antworten

        Danke fĂŒr die schnelle Antwort.

  10. 28. Februar 2016 von 10:23 — Antworten

    Ist das Lumia 950 jetzt erstmal das letzte Lumia Smartphone?

Antworten

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