Details

 
Größe (Höhe x Breite x Tiefe)

135 x 67 x 7 mm

Gewicht

120 gramm

Display Größe und Typ

4.7 Zoll IPS LCD

Display Auflösung

1280*720

Haupt-Kamera

8 MP

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 200 Quadcore CPU

Arbeitsspeicher

1 GB

Interner Speicher

8GB

Akku Kapazität

1780 mAh

Besonderheiten

Design


Mit etwas Verspätung kommt sie, meine Review des Yezz Billy 4.7. Ich habe mich, nach anfänglicher Euphorie, etwas schwer damit getan muss ich gestehen. Ein bisschen kam ich mir vor wie bei einem Date mit einer hübschen Frau, die leider nichts Interessantes zu erzählen hat – und am nächsten Morgen, bei Tageslicht und genauer Betrachtung, gar nicht so hübsch ist. An vielen Ecken fehlt diesem Mitteklassegerät einfach der letzte Schliff. Aber ich greife vor.

Design

Meine erste Begegnung mit dem Yezz Billy 4.7, wurde durch ominöse Umstände vereitelt – Microsoft Mitarbeiter hatten es kurz vor meiner Ankunft entführt. Königsstein und ich tigerten damals auf der IFA herum, deren eigentliche Stars das Lumia 730 und 830 gewesen waren. Vom Yezz Billy 4.7 kursierten bereits einige Monate zuvor schon diverse Bilder im Netz herum und es zog mich mit seinem mageren Profil förmlich an. Als Lumia Benutzer war mir die Welt der schlanken und leichten Smartphones bisher verwehrt geblieben, das Billy traf hier also einen gewissen Nerv.
Das Äußere des Yezz Billy 4.7 beeindruckt auf den ersten Blick. Mit nur 7.2 mm Bauhöhe und exakt 120 gramm Gewicht, liegt es angenehm leicht in der Hand. Die Haptik ist gut, durch seine abgerundete Form anschmiegsam. Yezz hat das Rückcover leicht gummiert, was sich toll anfühlt (nicht ganz so gut wie das HTC 8x, aber in diese Richtung). Ähnlich wie beim Archos 40 Cesium, wird auch das Billy 4.7 mit mehreren Backcovern ausgeliefert: Ihr habt die Wahl zwischen den Farben Rot, Weiß und Blau.
Zieht man das flapsige Cover ab, erhält man Zugang zum herausnhembaren Akku, (Dual)Sim- und Micro-SD Kartenschacht. Dabei fällt auch zum ersten Mal auf wie dünn das Stück Plastik ist, das man in den Händen hält. Die Farbe ist nicht sauber auf der Rückschale aufgetragen und bei unserem Testgerät löste sie sich im Bereich der USB Buchse schon leicht.

Sobald das Cover wieder am Smartphone befestigt ist, macht das Yezz Billy 4.7 aber einen stabilen Eindruck. Die Lautstärkewippe und der An/Aus Knopf stehen zwar etwas sehr heraus und fühlen sich durch ihre glatte Oberfläche etwas billig an, knarzen und wackeln tut aber nichts. Ein Kameraknopf ist nicht vorhanden.
Ein positives Merkmal sind die kapazitiven Navigationsknöpfe. Zwar haben wir durch die allzu gelockerten Designvorgaben von Microsoft nur noch 3 kleine Punkte (statt Zurück, Wintaste und Lupe), aber die sind mir allemal lieber als Softwareknöpfe.

Die Skalierung ist an manchen Stellen ebenfalls merkwürdig. Normalerweise besitzen nur das Lumia 1520 und 1320 (6 Zoll Geräte) 5 statt der üblichen 4 Einstellungshotkeys im Action Center. Das Billy hat aber auch 5. Das ist zwar ganz praktisch, die Hotkeyleiste sieht dadurch aber etwas gedrängt aus.

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5 statt 4 Hotkeys im Actioncenter.

Performance

Eine UVP von €229 sind, aus heutiger Sicht, etwas hoch für die im Billy verbaute Hardware. Bereits Einsteigergeräte wie das Microsoft Lumia 532, kommen ebenfalls mit einem Snapdragon 200 Quadcore Prozessor und 1 GB Ram – bei einer UVP von €89.

Ganz für sich allein betrachtet, läuft das Yezz Billy 4.7 meistens flüssig. Spiele haben akzeptable Framerates und Programme starten in tolerierbarer Geschwindigkeit. Ruckler gibt es insgesamt aber häufiger als bei den günstigsten Lumias. Das könnte am Hardwarehungrigeren, da schärferen Display liegen. Oder die Software ist nicht ganz so optimiert wie bei den Smartphones aus Redmond.

Apropos Software: Man vergisst manchmal, dass einige Features aus Windows Phone 8.1 von Nokia stammen.
Auf dem Yezz Billy 4.7 fehlen essentielle Funktionen wie Anruf ID Unterdrückung und Anrufer und SMS Blocken. Diese sind wohl nicht im „Stock OS“ enthalten und müssen vom Hersteller selbst hinzugefügt werden. Ob der Zugang für diese Features mittlerweile jedem Hersteller zur Verfügung stehen, weiß ich allerdings nicht – Nokia hatte damals Sonderrechte bei der Modifizierung des Betriebssystems.

Display

Das IPS LCD Display löst bei einer Diagonalen von 4.7 Zoll mit 1280 * 720p auf (312 ppi) und geht damit vollkommen in Ordnung. Die Farben sind ausreichend kräftig und der Schwarzwert ist vergleichbar mit dem des guten Lumia 630. Der Blickwinkel bleibt ebenfalls sehr lange stabil – Videos zusammen inklusive. Das Wischen geht leicht von der Hand, was bei den meisten Budget Smartphones nicht selbstverständlich ist.

Handschuhbedienung, Double Tap-to-Wake, Blick und High Contrast Mode, fehlen natürlich. Von einem nicht Nokia/Microsoft kann man davon aber normalerweise ausgehen.

Das Display ist der einzig klare Pluspunkt gegenüber den Lumias 435, 532 und 535.

Kamera

Das Yezz Billy bietet eine Haupt- und eine Frontkamera. Erstere löst mit ordentlichen 8 und letztere mit 2 Megapixeln auf. Ein Blitz ist ebenfalls mit an Bord. Auf dem Papier sind das ordentliche Zahlen. Megapixel sagen in den seltensten Fällen etwas über die tatsächliche Abbildungsqualität einer Kamera aus.
Nur bei absoluten Top Lichtverhältnissen ist die Hauptkamera des Yezz Billy 4.7 in der Lage, akzeptable Bilder zu schießen.

Auf geschlossene Räume oder dämmrigen Licht im Freien, reagiert das digitale Auge mit Bildrauschen, verfälschten Farben und, mangels eines optischen Bildstabilisators, mit verwischen.

Hinzu kommt die fehlende Kamerasoftware Suite der Lumia Serie. Mit der „stock“ Kamera von Microsoft, tappt die schwache Hardware, auch Softwareseitig im Dunklen.

Die Frontkamera ist schwer zu beurteilen. Schlechter als die des Lumia 535, aber nicht unmerklich besser als VGA Niveau. Als „Selfie“ Phone sollte man beim Yezz Billy 4.7 also keine Wunder erwarten.

Videos nimmt die Kamera mit 720p auf.

Akku, Gesprächsqualität & Sound

Mit 1780 mAh Leistung, liefert der Akku laut Herstellerangaben 16 Stunden Gesprächszeit und 480 Stunden Standby. Die meisten User interessiert wohl aber nur, ob sie damit über den Tag kommen. Ja, man kommt über einen normalen Arbeitstag. Die Nummern auf der After Work Party, muss man sich dann allerdings auf den Arm schreiben lassen.
Unsere Gesprächspartner konnten uns immer gut verstehen, die ankommenden Stimmen klangen blechern und flach. Genauso verhält es sich mit der Lautsprecherfunktion und Soundwiedergabe. Vielleicht ein Nachteil des schmalen Resonanzkörpers.

Fazit

Das Yezz Billy 4.7 hinterlässt bei unserem Test einen durchwachsenen Eindruck. Äußerlich attraktiv, bietet es im Verhältnis zum Preis, zu schwache Hardware und mäßig optimierte Software. Spontane Ruckelserien und fehlende Features wie ID Unterdrückung und Anruferblock, geben dem Gerät einen lieblosen Beigeschmack.

Wenn wir von der UVP von €229 einen Straßenpreis von etwa €150 annehmen, dann bewegen wir uns immer noch auf Lumia 640 Niveau (€159 UVP) – keine Chance für Yezz, Sorry!

Ein weiteres Thema ist die Verfügbarkeit und Support. Auf keiner Preissuchmaschine konnte ich das Yezz Billy ausfindig machen. GDR 1 ist ebenfalls noch nicht vorhanden. Schade, denn mit dem Nachfolger Billy 5S, steht ein spannendes Windows Phone bereits in den Startlöchern.

Wem das Yezz Billy 4.7 trotzdem zusagt, der kann sich auf das kommende Review des „Volks“ Windows Phone Trekstor Winphone freuen. Die beiden Geräte sind sich in Aussehen und Austattung äußerst ähnlich.

Schade Yezz. Ich glaube mit ein wenig mehr Liebe zum Detail, wäre das Billy 4.7 eine vielversprechende Alternative zu Microsofts Niedrig- und Mittelpreissegment geworden.


POSITIV

Design
5 Hotkeys statt 4
Display

NEGATIV

Performance
mangelnde Software Features
Preis
Verfügbarkeit
Support
Kamera

Autor Wertung

6.2
Das Yezz Billy 4.7 sieht schick aus, wenn man nicht so sehr ins Detail geht. Es ist sehr portabel und eine nette Abwechslung vom Lumia Kosmos - aber nur kurz.Mit einem Lumia jeglicher Preiskategorie ist man in den allermeisten Fällen besser beraten.
Design 8.0
Größe und Gewicht 8.5
Ausstattung 5.0
Performance 5.0
Display 7.0
Kamera 4.5
Akku 5.5
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Leonard Klint

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