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Vodafone übernimmt Teile von Unitymedia Mutter für 18,4 Milliarden Euro

Letzte Woche berichteten wir noch über Gerüchte, dass Vodafone die Liberty Global Tochter Unitymedia übernehmen möchte. Heute wurde von beiden Unternehmen angekündigt, dass Vodafone die jeweiligen Landesgesellschaften von Liberty Global in Deutschland, Ungarn, Tschechien und Rumänien für insgesamt 18,4 Milliarden Euro übernehmen wird. Die Genehmigung der Kartellbehörden steht indes noch aus.

In Deutschland würde, sollte der Deal ohne Auflagen durchgehen, der einzige Anbieter mit einem nationalen Kabelnetz entstehen, welcher 2/3 der deutschen Haushalte mit seinem Koaxialkabelnetz erreicht. Mit DOCSIS 3.1 sind Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s möglich, wie aktuell in Bochum von Unitymedia angekündigt. Die Telekom kann aktuell über VDSL maximal 100 Mbit/s im Download anbieten. Unitymedia hat aktuell 7,2 Millionen Kunden.

Gleichzeitig würde der größte Konkurrent für die Deutsche Telekom entstehen, da Vodafone nun bundesweit ebenfalls Kombiverträge aus Internet, Fernsehen, Mobilfunk und Telefonie anbieten kann, ohne auf die Infrastruktur des ehemaligen Staatskonzerns angewiesen zu sein.

Doch neben der Deutschen Telekom formiert sich auch mit lokalen Anbietern Widerstand gegen die Übernahme: Dadurch würde Vodafone eine Monopolstellung im deutschen Kabelfernsehmarkt erlangen, da Vodafone aktuell anderen keinen Zugang zum eigenen Netz gewähren muss – anders als die Telekom. Denkbar wäre hier seitens der Bundesnetzagentur daher eine OpenAccess-Auflage, sodass Mitbewerber über eine standardisierte Plattform Vorleistungsprodukte Vodafones unter eigener Marke vermarkten könnten.

Ursprünglich wurden die Kabelnetze bei der Privatisierung der Bundespost aus der entstehenden Deutschen Telekom herausgelöst und an mehrere unabhängige Kabelgesellschaften abgegeben. Dadurch wurde der Markt wie folgt aufgeteilt: Die Deutsche Telekom bekam die Kupfernetze (inkl. 125 Milliarden D-Mark Schulden) für Telefonie und Internet und die Kabelnetzbetreiber die Koaxialkabelnetze für den TV-Empfang. Durch die Regionalisierung der Anbieter sollte ein TV-Monopol verhindert werden. Die zwangsweise Öffnung der Kabelnetze könnte im Endeffekt für mehr Auswahl für den Kunden und dementsprechend mehr Konkurrenz im Breitbandmarkt sorgen.


Quelle: Vodafone

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Tomás Freres

Tomás Freres

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ScavergastrubberduckGastMasternordlicht2112 Recent comment authors
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gast
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Sehr geil! Und die Telekom und Timmeh Höttges so: 😨😱😭😖🤢🤮😤😡🤬🤪🤯

zorro
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was ist daran gut? Ein Betreiber mit Monopol-Stellung würde entstehen . Was ist mit den kleinen örtlichen Anbietern wie in Köln? Ach stimmt ja, egal, die lassen wir Pleite gehen, hauptsache ich kann meinen Hass auf die Telekom ausleben. Ausgerechnet die Telekom die reguliert ohne Ende ist.

gast
Mitglied

Mehr Wettbewerb! Beide KNB haben schon heute ein Monopol, an das niemand einfach so ran kann. Es ändert sich dahingehend überhaupt nichts. Vodafone und Unitymedia ware nie Konkurrenten. Über eine Regulierungsverfügung zum Zusammenschluss kann man das TV-Kabel jedoch zwangsöffnen für preisregulierte Resale-Pakete, die für andere geschnürt werden (sowohl für TV als auch für Internet) und von ihnen Verkauft werden. o2, 1&1, Easybell & Co. dürften sich darüber sehr freuen. Das schafft endlich den notwendigen Wettbewerb. Auch setzt das die Telekom massiv unter Druck was den Glasfaserausbau anbelangt. Über Koax geht die nächsten Jahre erheblich mehr als über CuDa. Die Telekom… Weiterlesen »

zorro
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dein wort in gottes gehörgang, wenn es dann wirklich reguliert wird und den wettbewerb fördert, kein problem. aber ich habe leider da so meine bedenken, leider:(

gast
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Nicht in Gottes Gehörgang, sondern in den Gehörgang der EU-Kommission! Denn die ist dafür zuständig und wird das in Konsultationen mit Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur beraten und festklopfen. Dass genau die von mir beschriebene Verfügung kommen wird (möglicherweise auch nur regional) ist absolut sicher. Denn einfach so kann man das nicht mehr durchwinken. Das ist allen Beteiligten klar. Entweder kommt der Deal mit harten Regulierungsauflagen für den Festnetz- (siehe oben) und TV-Einspeisemarkt (z. B. das längst Überfällige Verbot der Erhebung von Einspeiseentgelten ggü. den Sendern) oder er kommt gar nicht. Vodafone ist aber sicherlich bereit, sich dem (und mehr) zu fügen.… Weiterlesen »

rubberduck
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Ich hatte mit Ametsreiter einigemale zu tun, wie er noch ceo der Telekom Austria war. Zumindest damals (und das ist noch nicht so lange her) war er eher ein Leichtgewicht.

gast
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Ich weiß zwar nicht, was du genau mit „Leichtgewicht“ meinst, ich weiß aber, dass er seinen Job ziemlich gut macht. Dazu muss man kein Schwergewicht sein. Die interne Stimmung bei Vodafone muss sich auch deutlich gehoben haben ggü. dem Vorgänger.

Scaver
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Sorry, aber die EU-Kommission ist nicht zuständig, sondern das Bundeskartellamt. Die EU kann keine Bedingungen für Deutschland diktieren. Sie können nur Vorgaben für den gesamten EU Raum machen.

Für eine Öffnung in Deutschland ist das Bundeskartellamt zuständig. Ich befürchte aber, dass da nicht viel kommen wird. Denn Vodafone und Unitymedia waren auf Grund der regionalen Trennung eh keine Konkurrenten und am Markt ändert sich dadurch nichts.
Es entsteht also kein Monopol, welches es nicht vorher auch schon gab.

gast
Mitglied

Schaut doch mal, wie dem Onkel Höttie die Düse geht! 🤣 Köstlich; „Ich finde diese Transaktion wettbewerbsverzerrend. Hier entsteht ein Wettbewerber zur Telekom, so ein Gigant, der mit konvergenter Netztechnologie prahlt“, äußerte er sich weiter mit Blick auf das Bündelangebot aus Breitband-Internet, Telefon und Fernsehen. Mir kommen die Tränen Herr Höttges! Sehen sie!? -> 😂🤣😂 https://www.teltarif.de/vodafone-unitymedia-uebernahme/news/72562.html Der Vectoring-Müll ist auch Wettbewerbsverzerrend und hat sogar dazu geführt, das Konkurrenten ihre Infrastruktur in der Fläche zurückbauen mussten! Auch wurde damit aktiver Überbau über neu zu errichtende oder frisch errichtete FTTH-Anschlüsse von der Telekom betrieben! All das ist hier nicht der Fall. Wer… Weiterlesen »

rubberduck
Mitglied

Nachdem die beiden in keinem Gebiet direkter Mittbewerber sind…. Auflage wird wohl open access für das HFC Netz sein. Somit mehr Wettbewerb möglich als jetzt.

nordlicht2112
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Dann kann es für mich als gequälter Unitymedia Kunde in Zukunft nur besser werden. Mehr Ärger als mit Unitymedia hatte ich bisher mit keiner Firma in meinem ganzen Leben. Der Laden ist an Inkompetenz einfach nicht zu toppen.

gast
Mitglied

Ich freue mich auch schon riesig, dass ich künftig die Option bekommen werde, nach dem Vodafone ISDN-Aus in vier Jahren von ADSL2+ auf Kabel umzuschwenken. Ich möchte Dual Stack und echtes Internet mit vernünftigem Peering haben und auch vor allem auch einen brauchbaren Service. Zu Unitymedia bringen mich keiner unter Folter. Ich habe im Familien- und Bekanntenkreis schon zu viel mitgemacht. Auch selbst als rein Zwangsverkabelter und Verwaltungsbereit in meiner WEG. Unitymedia hat Kabel BW bzw. dessen exzellente Kabelinfrastruktur heruntergewirtschaftet. So wurde beispielsweise die Notstromversorgung komplett demontiert, weil nicht „Standard“ in NRW und Hessen. Das ist einfach nur noch krank…… Weiterlesen »

Scaver
Mitglied

Also ich kann mich als Unitymedia Kunde nicht beschweren. Und ich bin seit 10 Jahren dabei.

GastMaster
Gast
GastMaster

Naja jetzt kann die T. und Vodafone in ruhe Ihre DSL Drossel einbauen ohne Konkurrenz zu haben. Man haben wir alle ein Glück ………… (*Ironie)

gast
Mitglied

So ein Unfug. Das hat nichts mit dem Thema hier zu tun. Denn der Zusammenschluss ändert am KÖNNTEN überhaupt nichts. Die Telekom hatte es ja schon versucht und zog nach Protesten wieder den Schwanz ein. Was sollte heute übernahmebedingt anders sein als damals?