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Telefónica fordert keinen überhasteten 5G Ausbau

Der Mobilfunk der 5. Generation ist im Kommen. Überall auf der Welt sind Mobilfunkanbieter bereits am Testen, Planen und Bestellen von Hardware und die Mobilfunkausrüster Nokia, Huawei und Ericsson werden sich an 5G mit Sicherheit eine goldene Nase verdienen. Denn 5G soll genau da weiter machen, wo LTE aufhört und höhere Bandbreiten, Kapazitäten und geringere Latenzen bereitstellen.

In Deutschland hat die Deutsche Telekom beispielsweise bereits ein Testfeld in Berlin und im Hamburger Hafen aufgebaut, wo gemeinsam mit dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei 5G-Test-Zellen betrieben werden. Doch aus der ganzen Euphorie der Netzbetreiber und Netzausrüster sticht ein deutscher Netzbetreiber scheinbar heraus: Telefónica Deutschland. Gerüchten zufolge soll das Unternehmen sogar zum Verkauf stehen.

Deren CEO, Markus Haas, ehemaliger Chef von E-Plus, hat nämlich gefordert, das ganze Thema nicht überhastet anzugehen.

Das Spektrum, um das es bei der bevorstehenden Vergabe geht, steht größtenteils ohnehin erst 2021 oder später zur Verfügung. Und auch die erforderliche Hardware für 5G-Sendeanlagen wird erst ab 2020 massenmarkttauglich auf den Markt kommen.

Frequenzen und Investitionen

Ihm zufolge würde es reichen, die Frequenzversteigerung erst 2019 durchzuführen. Hintergrund dieser Forderung ist es, dass Telefónica langsam das Geld ausgeht. Die spanische Muttergesellschaft steckt mit etwa 40 Milliarden Euro in der Miese und hat die deutsche Tochter zu einem Sparkurs verdonnert. 2017 seien in das Mobilfunknetz unter 1 Milliarde Euro investiert worden. Im Vergleich: Die Deutsche Telekom hat alleine im selben Jahr 12 Milliarden Euro in seine Netze investiert. Auch fordert Markus Haas, dass Frequenzen im 2 GHz und 3,5 GHz Band bereits zugeteilt sind, nicht erneut versteigert werden sollen sondern schlicht verlängert werden, damit mehr Geld für den Netzausbau da ist.

Telefónica hält im 2,1 GHz Band ganze 93,5 MHz Bandbreite (Telekom: 24,8 MHz und Vodafone 34,7 MHz). Im 3,5 GHz Band ist Telefónica sogar als einziger Netzbetreiber vertreten und hält dort ganze 84 MHz. Daher könnte man diese Forderung auch als Versuch deuten, die Konkurrenz im besten Falle ohne eigene Investition auszustechen, da man durch die E-Plus-Übernahme massig Spektrum hält.

Zukunft und Politik

Die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag sieht das derweil allerdings anders: Sie fordert nämlich, mit dem flächendeckenden 5G Ausbau so schnell wie möglich zu beginnen, auch wenn der abschließende Standard noch gar nicht fertig ist. Möglich ist dies dadurch, da die Hardware bereits in größten Teilen fertig ist und quasi nur noch an der Software gefeilt wird.

Einer ähnlichen Strategie folgte E-Plus auch zum Start von LTE: Während Vodafone und Telekom bereits 2010 erste LTE-Mobilfunkzellen errichtet hatten, startete E-Plus sein Netz der 4. Generation erst 3 Jahre später, was in einer verminderten Konkurrenzfähigkeit mündete. Interessant ist auch zu sehen, dass trotz der Masse an Spektrum die Telefónica besitzt vielerorts dennoch häufig Engpässe und Netzüberlastungen bestehen.


Quelle: Telefónica

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Tomás Freres

Tomás Freres

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elegiatorneueinsteigergranolchekeinuntertanMurasame Recent comment authors
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elegiator
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Tja, Telefonica hat erstens keine Kohle um ordentlich 5G zu finanzieren und zweitens hängen sie jetzt schon beim LTE Ausbau mächtig hinterher. Schön dass man 20GB für 10€ bei O2 bekommt – dafür aber häufig das Netz verliert oder dann mit magerer Geschwindigkeit auskommen muss.
PS: Für die, die jetzt bashing vermuten – ich hab aktiv alle 3 Netze in Benutzung, bin viel in Deutschland unterwegs und kann daher sehr gut eine Einschätzung abgeben. Wo wir also wieder am Anfang meines Posts sind 😉

granolche
Mitglied

Dein Kommentar kommt mir sehr bekannt vor 😀 Fast den selben Kommentar habe ich vor einiger Zeit abgegeben. Ich bin auch viel unterwegs und nutze 3 Netze. Eigentlich bin ich sehr zufrieden mit O2. Manchmal ist Vodafone oder Telekom besser und in manchen Gebieten O2. Für mich sind die hohen Preise der Telekom nicht gerechtfertigt. Als Vodafone Kunde hat man wenigstens gute Vorteile, wenn man zu Hause Vodafone nutzt. Hoffe, wenn O2 verkauft wird, sie bestehen bleiben. Wenn es nur noch zwei Anbieter gäbe, wäre das nicht so toll.

hansra1
Mitglied

Deutschland bleibt ein IT Dorf

DonDoneone
Mitglied

… Aber Frau Bär will schon für Flugtaxis sorgen 😄

elegiator
Mitglied

Lasst doch mal die Frau in Ruhe. Klar, der Netzausbau hängt hinterher, aber sie hat das mit den Flugtaxen erwähnt um zu zeigen dass es auch Ziele gibt, die heute fast undenkbar erscheinen. Aber googelt man, findet man schnell Länder und Regionen die im Bezug auf Flugtaxi schon nen Schritt weiter sind. Also keine Spinnerei. Vor der ersten Dampflok hatten die leute auch angst – pferdekutschen waren weniger „gefährlich“
Sorry für das OT 😉

DonDoneone
Mitglied

Das war nur ein Scherz. Den ich mir nicht mal selber ausgedacht hab 😉
Aber ja, ich geb dir schon recht. Die Frau hat mit der Arbeit noch gar nicht angefangen, aber die Öffentlichkeit trollt schon rum..
Außerdem mag ich sie irgendwie ganz gern (noch).
Und noch dazu ist sie die einzige CSU’lerin für die ich mich als Bayer nicht schäme (noch😄).

elegiator
Mitglied

Und ich kann die sogar als Preuße leiden 😉

Murasame
Mitglied

Ich find o2 free wirklich Klasse.
Das Netz ist zwar wirklich nicht so der Bringer, aber dafür ne echte Flatrate mit ausreichend Bandbreite für Livestreams.
Dank Hotspot seitens mir oder meiner Freundin kann meine Tochter überall mit ihrem Tablet ihre YouTube Videos schauen und Papa ist der Held 😎
Schade, dass es sich scheinbar nicht für Telefonica rentiert. 🤔

keinuntertan
Mitglied

Das Argument der noch längere Zeit nicht vorhandenen bzw. wenig verbreiteten Hardware, die 5G-geeignet wäre, hat schon etwas für sich. Würde mir deshalb auch nicht extra ein neues Smartphone zulegen, nur weil 5G startet.