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Nokia will keine Smartphones mehr bauen, aber den Namen lizenzieren

Für einen oftmals totgesagten, ist Nokia noch ziemlich lebendig. Was nach der Übernahme der Gerätesparte durch Microsoft übrig geblieben ist, ist immernoch ein Großkonzern mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Milliarden Dollar, der akuell wieder auf Wachstumskurs ist.  Dabei spült heutzutage vor allem die Netzwerk-Sparte Geld in die Kassen. Handys bauen mittlerweile andere.

Und doch gibt es immer wieder Gerüchte um ein Smartphone-Comeback der Finnen. Auch wenn auf den neuesten Lumia-Geräten mittlerweile Microsoft steht, können oder wollen Fans nicht an das Ende des Traditions-Herstellers glauben.

Auf einem Analysten-Treffen in London, hat CEO Rajeev Suri nun klar gemacht, dass Nokia nicht vorhat wieder als Smartphone-Hersteller auf den Konsumenten-Markt zurückzukehren.

We are not looking to a direct consumer return to handsets per se

Allerdings bedeutet das nicht, dass der Name Nokia im Smartphone-Bereich aussterben wird. Die Marke gehört noch immer zu den 100 wertvollsten der Welt und ist damit eines der größten Assets der Firma. Klar, dass man daraus Profit schlagen will. In Zukunft wollen die Finnen den Markennamen deshalb an andere Hersteller aus dem low-end und Mittelklasse-Segment vermieten.

Microsoft hat bei der Übernahme der Gerätesparte die Namensrechte an Nokia für Smartphones nur für 18 Monate lizenziert – für günstige feature-phones wie das Nokia 130 auf 10 Jahre. Ab dem 4. Quartal 2016 wäre die Marke im  also frei für andere OEMs, die dann gegen Lizenzgebühren Nokia Smartphones auf den Markt bringen könnten. Ob diese Geräte noch etwas mit Windows Phone zu tun haben, wird dann wohl von der zukünftigen Marktlage abhängen, ist aus heutiger Sicht aber sehr unwahrscheinlich.

Der Name Nokia wird also tatsächlich weiterleben, aber mit der Entwicklung und Herstellung der Geräte wird das finnische Traditionsunternehmen wahscheinlich nicht mehr viel zu tun haben. Aus wirtschaftlicher Sicht ist diese Strategie natürlich verständlich, birgt aber auch ein gewisses Risiko. Wenn der Nokia-Schriftzug in Zukunft auf irgendwelchen asiatischen Billig-Phones prangt, ist der Wert der Marke auch schnell dahin.

Wenn wir die wirtschaftliche Logik mal bei Seite lassen, hätte ich es deshalb auch bevorzugt, dass man Nokia in Würde sterben lässt – so traurig das auch sein mag. Aber ich bezweifle, dass die Welt in 2 Jahren ein weiteres 0815 Android-Phone braucht, das versucht sich mit dem Namen einer Legende zu schmücken.

 

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Also das gleiche Schicksal wie AEG, Telefunken und so viele andere (deutsche) Marken, die dann für Billigschrott verheizt werden? Ich hoffe mal, das bleibt Nokia erspart (oder sie ersparen es sich selbst).