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[Lexikon]: Intel CPUs kompakt erklärt

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Intel Core i5-6402P, Phenom II X6 1055T, Snapdragon 652 und andere, wer den CPU-Markt nur am Rande verfolgt, denkt wahrscheinlich schnell, dass manche Hersteller die Modellbezeichnungen von der Katze des Chefs erstellen lässt. Aber dem ist nicht so, hinter den Modellnummern steckt eine Logik und man erkennt z.B. bei der Intel Core Reihe viele Details an der Nummer.

Dieser Artikel soll ein Auftakt zu einer kleinen Reihe sein, in der die Prozessorn der verschiedenen Hersteller erklärt werden. Intel darf natürlich als de facto Platzhirsch anfangen. Außerdem findet ihr am Ende des Artikels eine kurze Erklärung einiger spezifischer Begriffe.

Im Fokus stehen im Folgenden Intels Core-Reihe, die Atom-Reihe sowie Celeron und Pentium Prozessoren.

Intel Core

Die Intel Core Prozessoren, zu denen Core i und Intel Core M gehören, sind aktuell in der 6. Generation, mit Ausnahme der Core i7 Extreme Editions, die noch zur 5. Generation gehören. Die Modellnummern der Core i Reihe sind wahrscheinlich am ehesten zu verstehen, deshalb dienen diese zum Einstieg.

Intel Core i

Die grobe Einteilung erfolgt über die Vorsätze i3, i5 und i7. Dabei unterscheiden sich diese drei Kategorien durch einzelne Features wie den Cache, den Kernen und Hyperthreading.

i3 bietet bis zu 4 Mb Cache und zwei reale Kerne, die mit Intels Hyperthreadingtechnologie als 4 virtuelle Kerne fungieren. Deutlich mehr Cache mit 6Mb sowie 4 reale Kerne ohne Hyperthreading bieten die i5 Prozessoren. Für den Hochleistungsbereich gibt es dann die i7 CPUs mit 8 Mb Cache und 4 realen Kernen und Hyperthreading auf 8 Kerne. Wem das noch nicht reicht, dem stehen dann noch die i7 Prozessoren der Extreme Edition zur Verfügung, diese liefern bis zu 20 Mb Cache und 8 reale Kerne mit Hyperthreading sowie theoretisch unbegrenzte Übertaktungsmöglichkeiten (dazu aber bei Interesse in einem anderen Artikel mehr 😉 )

Die Modellnummern möchte ich nun exemplarisch am Intel Core i5-6600T erklären.

  • Am Anfang steht die Markenbezeichnung, hier ist es Intel Core
  • An zweiter Stelle steht dann der Markenzusatz, im Beispiel ist es i5
  • Die nachfolgende Nummer, hier 6600, beinhaltet an erster Stelle die Generation und die folgenden drei Ziffern dienen als Modellnummer.
    • Je höher die Modellnummer ist, desto besser ist der Prozessor in der Kategorie
  • Die nachgestellten Buchstaben sind zusätzliche Informationen. T steht für Energieoptimierung, K ist interessant beim Übertakten, denn Prozessoren mit K als Zusatz haben einen offenen Multiplikator. H bezeichnet eine Hochleistungsgrafik, Q kennzeichnet 4 Kerne und U bedeutet einen besonders geringen Energieverbrauch.
  • Die Buchstabenzusätze müssen allerdings nicht immer vorhanden sein, so gibt es durchaus Prozessoren ohne den Q-Zusatz mit 4 Kernen.

Intel Core M

Intel Core M Prozessoren finden häufig in potenteren Mobilgeräten wie Laptops oder Tablets Anwendung. Die CPUs haben zwei Kerne und bieten Hyperthreading sowie 4Mb Cache. Die Unterteilungen m3, m5 und m7 unterscheiden sich hier nur in der Taktfrequenz, 900 MHz, 1,1 GHz und 1,2 GHz. In der Leistungsaufnahme gibt es laut Datenblatt keine Unterschiede.

Die Modellnummern sind dabei ähnlich aufgebaut wie die der Core i-Reihe:

Markenbezeichnung – Markenzusatz – Modellnummer (deren erste Stelle die Generation verrät)

Intel Atom

Die Atom Prozessoren kommen, wie allen von euch bekannt ist, hauptsächlich in Tablets und Netbooks zum Einsatz. Wobei vor allem chinesische Hersteller mutiger sind und solche CPUs auch in Mini-Pcs wie dem Beelink BT3 einbauen.

Hier erfolgt wieder eine Dreiteilung in x3, x5 und x7. x3 Prozessoren besitzen 4 Kerne und 1Mb Cache. x5 und x7 nutzen beide 2Mb Cache, 4 Kerne ohne Hyperthreading und 1,44 bzw 1,6 GHz. Die aktuelle Generation wird unter dem Namen Cherrytrail verkauft, die Vorgänger hießen Baytrail.

Nun zu den Modellnummern, diese ist zweigeteilt. Zuerst kommt die Markenbezeichnung “Intel Atom“, anschließend die Kategorie der Dreiteilung. Danach kommt die eigentliche Modellnummer, der in den meisten Fällen noch ein Buchstage vorangestellt wird: N für Netbooks und Z für mobile Endgeräte wie Tablets.

Intel Pentium

Pentium Prozessoren sind sowohl in Mobilgeräten als auch in Desktopprodukten zu finden. Sie bieten akzeptable Leistung bei hoher Energieeffizienz.

Mobilgeräte haben zwischen Nummer und Markenbezeichnung keinen Buchstabenzusatz. Allerdings ist am Ende entweder ein U oder Y zu finden, Y steht für eine bessere Leistungsaufnahme. Desktopgeräte sind am G zwischen Markenbezeichnung und Nummer zu erkennen. Energieoptimierte Modelle zeichnen sich zudem durch ein T am Ende der Nummer aus. Eine höhere Nummer heißt nicht unbedingt, dass alle Merkmale besser sind.

Intel Celeron

Celeron CPUs sind leistungstechnisch auf dem Niveau der Pentiumreihe angesiedelt, unterstützen aber keine Touchscreens.

Die Modellnummer besteht hier wieder aus Markenbezeichnung und Nummer. Eine höhere Nummer bedeutet im Allgemeinen höhere Leistungsmerkmale, jedoch können einzelne Merkmale schwächer sein.

Welcher Prozessor ist der richtige für mich

Die folgenden Empfehlungen basieren alle auf meiner eigenen Einschätzung und können sich natürlich von denen anderer unterscheiden.

Bei Celeron und Pentium Prozessoren finde ich persönlich, dass deren Einsatzgebiete größtenteils von der Core- und Atom-Reihe abgedeckt werden.

Lieschen Müller, die sparen will, größtenteils surft, etwas Solitaire und Co spielt empfehle ich eine Atom-CPU. Ebenso genügt ein solcher Prozessor in einem Zweitgerät.

Core-M Prozessoren sind ebenfalls für kleinere Officearbeiten geeignet. Wer etwas mehr Geld ausgeben und mehr Leistung als bei einem Atom will ist mit einem Core-M mehr als genug bedient. Immerhin ist ein Vertreter dieser Reihe in Surface-Geräten vorhanden.

Core i-CPUs decken den größten Bereich ab. Sowohl Gelegenheitsnutzer, Büroangestellte, Gamer und Poweruser werden hier bedient. i3-Prozessoren genügen für die meisten Anwendungen wie Office, surfen und gelegentliche anspruchslose Spiele. Wer mehr Leistung will und auch aktuelle Games bei moderaten Einstellungen spielen will sollte zu einem i5 greifen. i7-CPUs richten sich hauptsächlich an Poweruser und Gamer, die auch aktuelle Games mit höchsten Einstellungen spielen wollen. Wer die Extreme Edition der i7-Modelle kaufen will, sollte, um diese voll auszunutzen, Kenntisse im Übertakten haben.

Begriffe

Cache: Schneller Pufferspeicher um wiederholte Zugriffe auf das Speichermedium des PCs zu verringern. Mehr Cache kann zu mehr kürzeren Rechenzeiten führen.

Hyperthreading: Intels Technologie um Rechenkerne zu virtualisieren und so mehr Leistung zur Verfügung zu stellen. Virtuelle Kerne sind nicht ganz so schnell wie reale Kerne.

Dies ist ein Meinungsartikel. Die Ansichten des Autors decken sich nicht zwingend mit der Meinung der WindowsUnited Redaktion.

Vielen Dank an Rainer für seine Frage zu CPUs


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roger94ll0815binWiederDaTaeniatusMarkus Recent comment authors
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Markus
Gast
Markus

Nette Idee und da steckt sicherlich viel Arbeit dahinter, aber leider ist der Artikel voller Fehler. Um nur ein paar zu nennen: Ein Pentium glänzt nicht durch Energieeffizienz. Das ist Blödsinn. Der aktuelle Skylake Pentium G4400 ist sogar vergleichsweise ineffizient. i7-CPUs richten sich ganz sicher nicht an Gamer. Es gibt so gut wie keine Spiele, in denen ein i7 Vorteile gegenüber einem gleich getakteten i5 hätte. Pentium und Celeron haben sehr wohl eine Daseinsberechtigung. Wie man die überhaupt mit einem Atom vergleichen kann, erschließt sich mir nicht. Core M Prozessoren kommen bestimmt nicht in „potenten“ Laptops zum Einsatz. Im Gegenteil:… Weiterlesen »

DerWisser
Gast
DerWisser

Seh ich auch so, gut gemeint, aber da fehlt viel an Hintergrundinfos. Außerdem basieren Lexikon-Artikel nicht auf der Meinung des Verfassers, sondern auf Tatsachen.

Empfehlung: Einfach mal paar Folien von Unis durchblättern (Betriebssysteme, Rechnerarchitektur)

Niclasdesign
Gast

Danke für den Artikel. Das dort Meinungen auseinander gehen ist völlig logisch. Dennoch bietet der Artikel eine Übersicht. Bei meinem nächsten Kauf bin ich sicherlich nicht mehr ganz auf dem Stand null. Danke dafür.

Kontr3X
Mitglied

Die Zahlen sprechen für sich. Soweit sollte jedem klar sein, das ein Modell der 5Gen. wohl älter ist als die der 6Gen.. Beim Kauf sollte man sich auch nicht blind auf die Modellreihen verlassen, sondern viel mehr auf die Kern-Details drauf achten da diese sich unterscheiden können. Somit ist zwar die 6Gen. Neuer, aber nicht immer besser als der Vorgänger. Eine Faustregel die dem aktuellen Stand gilt: Die Pentium und Atom Reihe ist eine längst überfällige Modell-Reihe. Selbst im Smartphone Markt – allerdings wertet sich die Atom-Reihe im mobilen Markt noch damit auf, in dem sie 32bit Support bieten und… Weiterlesen »

Markus
Gast
Markus

Was ist mit S CPUs (Haswell) oder C (Broadwell) 😉 du hast die E3 E5 Xeons vergessen. Sockelunterschiede… ein Pentium hat sehr wohl seine daseinsberechtigung genauso ein Celeron und die die von der Geschwindigkeit Meilenweit von Atom und m3 entfernt. ein m3 ist ok für Office und Surfen.. aber für mehr reichts da nicht mehr.. auch die maximale TDP was du als „effizient“ angibst sagt nichts über die tatsächliche Leistungsaufnahme unter normaler bis keiner Last aus. Das klingt für mich nach sehr viel Theorie ohne Praxis im Hintergrund 😉 Ich hab z.B. im Mediacenter PC einen Pentium 4400.. war der… Weiterlesen »

Taeniatus
Mitglied

Zum Thema Skylake-Probleme: Das kann ich bestätigen. Bei meinem Dell Inspiron 13 mit Skylake Core i5 stürzt immer wieder der Graphik Treiber ab. Hab schon gedacht dass ich ein Montagsgerät habe.

ll0815
Mitglied

Was ist gemeint mit: „Theoretisch unbegrenzte Übertaktungsmöglichkeiten“. Bedeutet das, dass ich den i7-Extreme unbegrenzt übertakten kann oder was von was ist hier die rede? 🙂