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Leser-Beitrag: Lumia 735 Erfahrungsbericht

Wir sagen immer wieder, dass im Windows Phone Hub auch die Community zu Wort kommen soll. Heute tut sie das in Form eines Gastbeitrages von unserem Leser und Forums-Member Portalez! Der ist seit neuestem stolzer Besitzer eines Lumia 735 und hat sich bereit erklärt, seine Erfahrungen und Eindrücke mit uns zu teilen. Vielen Dank dafür!

Unseren eigenen Testbericht zum 730 / Lumia 735 sehr ihr in Leo Klint’s Video-Review „Mehr als ein Selfie-Phone“.


Hallo Leute,

ich bin seit einigen Tagen stolzer Besitzer eines Lumia 735, und habe mir einen ersten, ordentlichen Eindruck von dem Gerät machen können. Gewechselt habe ich von einem Lumia 520, welches ich knapp ein Jahr lang genutzt habe.
Da ich wirklich sehr zufrieden bin, möchte ich meine Gedanken zu dem Gerät niederschreiben und euch das Pro und Contra vermitteln.

Das Auspacken

Das Gerät kommt in einer kleinen quadrartischen, recht flachen Box. Da ich mir das Lumia spontan gekauft hatte, wusste ich nicht so recht, was mir alles mitgeliefert wird. Deshalb war meine Neugier groß, und: Ich wurde enttäuscht. Bis auf Gerät, Akku und Ladegerät (es ist kein teilbarer Adapter + USB-Kabel) lag nur die Bedienungsanleitung bei. Auf mitgelieferte Kopfhörer kann ich ja gerne verzichten, doch dass dem Gerät kein USB-Kabel beiliegt, finde ich zu sehr Sparmaßnahme. Schade.

Was im Übrigen auch sehr schade ist, ist, dass ich die versprochenen 3 Monate Gratis-Skype, womit ich kostenlos ins Festnetz telefonieren könne, anfänglich nicht nutzen konnte. Die App „SkypeGift“ stürzte direkt nach dem Starten ab und ich konnte mir keinen Reim darauf machen, weshalb. Selbst nach einem Hard-Reset stürzte mir die App durch die Bank weg beim Start ab.
Die Ursache und Lösung fand ich eher durch Zufall: Ich hatte die mobile Datenverbindung deaktiviert, doch diese wird zum übermitteln der nötigen Daten benötigt. Ehe ich das herausgefunden hatte, ärgerte ich mich schon über die Tatsache, dass ich die 3 Monate Skype gratis nicht erhalte – nun gut, geklärt.

Der erste Eindruck

Das Lumia 735 ist wirklich hübsch und erinnert sofort an das Lumia 800/920. Kantig, markante Formen – richtig cool. Ich mag diese seifenstückrunden Smartys einfach nicht leiden, auch wenn sie gewiss etwas besser in der Hand liegen; das Lumia 735 kann sich mit seinen Ecken schon etwas in die Handfläche bohren.
Auch die Haptik ist super und alles fühlt sich wertig an, dann jedenfalls, wenn es das dunkelgraue Cover ist. Das Orangenfarbene soll sich – nach dem, was ich so darüber gelesen habe – nicht ganz so wertig anfühlen. Wie es um das grüne und weiße Cover steht weiß ich hingegen nicht.
Ansonsten: Nichts knarzt, es sind keine Spaltmaße zu sehen und das Cover schmiegt sich nahtlos um das Gerät herum. Auch die Anschlüsse sind gut verarbeitet, da steht nichts über und wurde perfekt verarbeitet.

Als Nachteilig empfinde ich die Tatsache, dass das Lumia 735 mit einer Nano-SIM gefüttert werden möchte. In das Schwestermodell Lumia 730 passen sogar zwei Micro-SIM-Karten, weshalb dann nicht eine einzelne in das 735er? Gut, zugegeben: Für mich ist das nur deshalb Nachteilig, da sich die Netzbetreiber eine Nano-SIM mit durchschnittlich 25 Euro gut bezahlen lassen und ich bei einem Smartywechsel nie weiß, ob meine aktuelle SIM denn nun passt oder nicht.
Gewillte Käufer müssten sich deshalb im Vorfeld darum kümmern, auch eine entsprechende SIM-Karte zu haben, zu bestellen oder – so wie ich – die alte Karte zurecht zu schneiden.

Display und Performance

Ich war erst skeptisch, da das Gerät ein OLED-Display verbaut hat. LCD-IPS-Panels finde ich einfach besser, da die Farben klarer und natürlicher erscheinen. Aber meine Skepsis war unangebracht, denn das Display des L735 ist richtig einsame klasse. Es ist klar, bietet ausreichend natürliche Farben und ist recht hell (es könnte für mich noch ein wenig heller sein), und auch die Blickwinkelstabilität ist ordentlich. Sitzt ihr im Bus/Bahn, so können eure Sitznachbarn ohne Probleme mitlesen.

Bei der Performance konnte ich nur gleichwertiges oder besseres als mit meinem alten Lumia 520 erwarten. Und tatsächlich ist es sogar besser: Apps öffnen sich wesentlich flotter, aber auch der Wechsel von App > Startbildschirm geht ohne Ruckler, eben butterweich, vonstatten. Kam mein altes Smarty bei zu vielen Apps auf dem Startbildschirm noch aus der Puste, bringt dass das L735 nicht ins Schwitzen. Der neuere SoC und das 1GB RAM machen sich definitiv bemerkbar.

Nach ein paar Tagen stellte ich aber auch Kleinigkeiten fest, die nicht nur gut sind: Zum einen reagiert das Display von einem Wechsel App > Startbildschirm nicht sofort, so, wie ich es von meinem Lumia 520 her kannte. Es dauert ein paar Millisekunden, ehe es ansprechbar ist. Das fällt nicht sehr ins Gewicht und ich empfinde es auch nicht als störend – nur als ungewohnt.
Auch baut sich die Helligkeit des Displays nicht sofort von null auf hundert auf, denn man sieht schön, wie sie sich von innen nach außen breitet und dafür gut eine Sekunde benötigt. Das ist nicht immer so, und ich möchte vermuten, dass es sich durch ein Software-Update beheben lässt. Aber auch das empfinde ich nicht als störend.

Haptische Tasten VS. Onscreen

Ein Knackpunkt dürften für viele sicher die Onscreen-Tasten sein, denn das Lumia 735 wartet nicht mit haptischen auf. Vermutlich ist es bei einigen auch das Ungewohnte, weshalb sie skeptisch sind.
Auch ich musste mich erst an die Onscreen-Tasten gewöhnen, doch kann ich für mich sagen: Die sind besser als alle haptischen Tasten dieser Welt. Nicht nur, dass durch sie weniger Platz verbraucht wird – auch wenn sich immer noch ein dicker(er) Rand unterhalb des Displays befindet – sie nerven mich auch nicht. Liege ich abends im Bett, werde ich nicht beim Videos anschauen, zocken oder lesen von eBooks wie von einer Taschenlampe geblendet, sondern kann die Tasten einfach ausblenden.
Selbstverständlich habe ich die Wahl, ob- und wie sie ausgeblendet werden: Per Fingerwisch und sonst nicht, oder automatisch beim öffnen einer App, betrachten von Bildern usw. Außerdem kann ich sie auch in meine gewählte Akzentfarbe einstellen, was nett anzusehen ist.

Für mich war dies eine leichte Umgewöhnung innerhalb von wenigen Stunden. Wer nicht generell auf „Kriegsfuß“ mit Onscreen-Tasten steht, für den sind sie also nicht unbedingt schlechter, als das haptische Pendant.

Die Kamera

Vorweg: Verglichen mit meinem L520 sind die Bilder absolute spitze! Das ist natürlich klar.
Ich habe die Hauptkamera nur etwas getestet, und mal hier und mal da ein paar Fotos geschossen. Persönlich empfinde ich die Qualität der Bilder als sehr gut, verglichen mit dem Lumia 920 und auch Lumia 925 sogar als besser – selbst bei guten Lichtverhältnissen. Die Farben sind brillanter, klarer und nicht so ausgeblichen; das Midrange-Gerät schlägt die ehemaligen Highend-Smartys in meinen Augen mit Leichtigkeit.
Auch dann, wenn der Blitz zum Einsatz kommt, entstehen sehr gute Aufnahmen. Die Bilder wirken natürlich und werden nicht durch die LED überlagert, und auch die Reichweite des Blitzlichts geht soweit ich das beurteilen kann vollkommen in Ordnung.
Nur, wenn die Lichtverhältnisse schwieriger werden und der Blitz nicht eingesetzt werden kann – als Beispiel bei Landschaftsaufnahmen in der Dämmerung / Nacht – stößt das Lumia 735 ohne optischen Bildstabilisator an seine Grenzen, und stärkeres Bildrauschen tritt auf. Jedenfalls im Automatikmodus. Wer jedoch eine ruhigere Hand hat, kann mit der Lumia Camera und manuell gestelltem ISO noch einiges aus der Kamera herausholen.

Einige Beispielbilder habe ich für euch hochgeladen (für Originalgröße klicken).

 

Lumia 735 Beispielfoto

Lumia 735 Beispielfoto

Lumia 735 Beispielfoto

Für den Preis von 250-300 Euro für das Gerät ist die Kamera gut und zu gebrauchen. Für Knipser wie mich ist das Lumia 735 ein treuer Begleiter, nur Wunder sollte man selbstredend nicht von der Kamera erwarten – ist schließlich kein DSLR-Ersatz.

Doch im Mittelpunkt steht die Frontkamera, denn zu Recht wird das Lumia 73x als „Selfie-Phone“ beworben – oder etwa doch nicht? Sagen wir so: Teils ist es wirklich „hui“, was die Frontkamera liefert, teils aber auch „pfui“. Unter ausreichend guten Lichtverhältnissen ist die Qualität der Selfies ausgesprochen gut und liefert durchaus ausdruckbare Selbstporträts. Anderseits stellt sich schnell Rauschen ein, und es fehlt der kleinen Kamera ein Autofokus, was bei extrem nahen Aufnahmen zu unscharfen Ergebnissen führt. Wer also meint, seine [hübschen] Augen in Makro mit der Facebook- oder Instagram-Welt teilen zu müssen, sollte sich vielleicht besser auf „du bist aber unscharf!“-Commis einstellen.

Zocken, zocken, zocken!

Ich habe nur einige wenige Games ausprobiert – mal mehr, mal weniger anspruchsvolle Titel. Biotix, Crimson Dragon, Shoot 1UP, Mini Motor Racing oder Hungry Shark Evolution liefen flüssig und ohne störende Ruckler. Okay: Bei Hungry Shark Evolution ist die Framerate niedrig (geschätzt 15-20 FPS), wenn der Hai ins Wasser platscht, aber danach läuft es flüssig.

Weitere Spiele habe ich nicht ausprobiert, aber ich vermute, dass das Lumia höchstens mit „High-End-Games“ leicht (?) ins straucheln geraten könnte, GTA: San Andreas oder ähnliche Titel.

Der Akku

Im inneren des Lumias werkelt eine 2.200 mAh starke Kraftzelle und liefert in Verbindung mit dem OLED-Display ausreichend Leistung, um problemlos über den Tag zu kommen.
Wer sein Smartphone „normal“ nutzt, sprich ein wenig Telefoniert, Nachrichten schreibt und etwas zockt, im Web surft oder sich ein paar Videos bei YouTube anschaut, wird mit einer Ladung sicher 1,5 Tage hinkommen.
Auch für die Zocker unter uns ist die Akkulaufzeit vollkommen in Ordnung: Nach einer rund 10 stündigen Session hatte der Akku bei mir noch eine 25% verbleibende Leistung, das Display war dabei auf „Mittel“ eingestellt. Verglichen mit meinem Lumia 520 ist das zumindest ein Traumwert.

Fazit

Wo soll ich anfangen? Das Lumia 735 richtig einzuschätzen fällt – mit Blick auf das bald erscheinende Lumia 535 – nicht leicht. Ich bekomme zwar die typisch gute Qualität, die ich von Nokia gewohnt bin (wo es auch Unterschiede gibt, denn ein Midrange-Gerät wie das L735 fühlt sich wertiger an, als ein kleineres Modell – auch bei Nokia), könnte mir aber auch in den A… beißen wenn ich wollte, nicht etwas mit dem Kauf gewartet zu haben. Vielleicht hätte ich mich anders entschieden, und das Lumia 535 gewählt. Denn der Preisunterschied ist immens, und wer gibt schon gerne mehr aus für die Sachen, die er haben möchte?

Soweit ich das beurteilen kann ist der doppelt so hohe Preis aber auch gerechtfertigt, denn das Lumia 735 bietet ein Mehr von allem: LTE, NFC, OLED statt LCD, größere Leistung dank dem Snapdragon 400 SoC und mit Sicherheit eine ansprechendere Haptik. Nein, ich bereue meinen Kauf nicht, und würde mich Jederzeit wieder so entscheiden.

Wem es nur um die schiere Displaygröße geht, der macht sich gewiss auch eine Freude mit dem Lumia 535. Doch für alle anderen, die auf einen gewissen Standard nicht verzichten wollen, ist das Lumia 735 die richtige Wahl.

 

Habt ihr noch Fragen / Meinungen / Kommentare zum Lumia 735? Lasst es uns wissen in den comments!

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Leonard Klint

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Gast

Schönes Review. Für mich hat das L730/735 auf jeden Fall seinen Platz. Für mich war das Lumia 720 lange mein Lieblingsmodell, und es freut mich, dass es mit dem L730/735 einen so schicken Nachfolger bekommen hat. Mit der Aussicht auf das L535 ändert sich daran wenig; zumal das neue Lumia vielleicht nicht vor 2015 bei uns kommen wird. Heute ist eben nicht morgen. 🙂

DaniK
Gast
DaniK

Sehr schöner Bericht! Vielen Dank!
Seit Oktober nutze ich auch ein Lumia 735 und kann deine Erfahrungen nur bestätigen – für den Preis ein tolles Handy!
Der Hauptspeicher (8GB) könnte ruhig ein bisschen üppiger ausfallen, selbst wenn alle Daten, Apps und maps auf der Speicherkarte landen (max. 128GB) dann bleibt mit der Zeit von 8GB nicht viel übrig.