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Home Künstliche Intelligenz (KI)

„Schiri, wir wissen wo dein Server steht!“

Würdet ihr eine künstliche Intelligenz als Schiedsrichter akzeptieren?

von Königsstein
8. April 2019 - Aktualisiert am 9. April 2019
in Künstliche Intelligenz (KI)
3
KI Schiedsrichter Artikel
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In der Fußball Bundesliga sorgt er fast jede Woche für Aufregung: der Videobeweis. Vor Einführung der technologischen Hilfsmittel haben wir uns immer wieder über vermeidbare Fehlentscheidungen geärgert. „Warum die Technik nicht nutzen, wenn sie existiert“, hieß es dann oft von Befürwortern, oder „in anderen Sportarten ist das längst üblich.“ Aber viele Fußball-Fans empfinden den Video-Assistenten nun als genauso unzuverlässig, zudem als willkürlich und intransparent.

Dabei ist es wohlgemerkt nicht der technische sondern der menschliche Faktor, der immer wieder für Probleme sorgt. Die Torlinientechnik, die von alleine entscheidet, ob der Ball hinter der Linie war, ist weit weniger kontrovers. Warum also nicht den menschlichen Faktor komplett eliminieren? Könnte man nicht den Video-Assistenten oder gleich den Unparteiischen auf dem Platz durch eine künstliche Intelligenz ersetzen?

Torlinientechnik GoalControl.
Torlinientechnik GoalControl. Grafik: Maxxl² Wikimedia Commons. CC 3.0

Niemand ist so unparteiisch wie eine Maschine

Technologisch wäre dies sicherlich in naher Zeit umsetzbar. Fußball ist zwar ein komplexes Spiel, hat aber feste Regeln, und durch maschinelles Lernen könnte eine KI anhand zehntausender Beispiele trainiert werden, ein Foul oder eine Abseitsstellung zu erkennen und ein strafbares von einem nicht-strafbaren Handspiel zu unterscheiden. Es würde vermutlich nicht lange dauern, bis eine KI zuverlässiger pfeift als Collina zu seinen besten Zeiten. Und auch das Argument, dass der Videobeweis den Spielfluss stört, würde dann nicht mehr ziehen — der Computer entscheidet in Bruchteilen einer Sekunde. Zudem wäre die KI vollkommen emotionslos und objektiv. Heißt: keine Konzessionsentscheidungen, kein Bayern-Bonus, alles liefe rein algorithmisch.

Wie weit soll KI den Menschen ersetzen?

Die Frage ist auf lange Sicht wohl eher, ob Spieler und Fans eine künstliche Intelligenz als Schiedsrichter akzeptieren würden. Wenn ein Mensch die KI überstimmen kann, gehen die Diskussionen ja wieder von vorne los. Die Maschine müsste also das letzte Wort haben. Wollen wir das?

Klar, es gibt einerseits das Argument der Fußball-Puristen, die sagen, dass Fehlentscheidungen und Schiedsrichter-Diskussionen zum Sport dazugehören. Andererseits: sobald es um einen WM-Titel oder gegen den Abstieg geht — ganz zu Schweigen von den Millionen die heutzutage daran hängen — sollte das Spiel nicht allein durch die Leistungen der Mannschaften entschieden werden? Solche Argumente, die für den Video-Schiri angebracht werden, würden im Prinzip auch für einen KI-Schiri gelten.

Ich frage mich eher, wo man die Grenze ziehen soll, wenn Menschen durch Maschinen ersetzt werden. Warum nicht eine künstliche Intelligenz als Trainer? Videoanalysen und computergestützte Statistiksysteme sind längst Standard. Vielleicht haben wir bald nur noch hochentwickelte Algorithmen, die versuchen sich taktisch zu übertrumpfen.

Und E-Sport ist sowieso stark im Kommen. Vielleicht brauchen wir in 10 Jahren weder Fußballer auf dem Platz noch Gamer an den Konsolen, sondern schauen nur noch Bots dabei zu, wie sie Fifa 2030 gegeneinander zocken. (Die müssten bei Länderspielen natürlich alle die Nationalhymne singen!)

Freilich kann man fast jede Idee ad absurdum führen, wenn man sie nur weit genug ins Groteske spinnt. Aber ich denke diese Überlegungen werfen sehr ernste Fragen auf, mit denen wir uns früher oder später auseinandersetzen müssen. Und das nicht nur im Sport.

Datenanalyse von wyscout. Quelle: wyscout.com

Warum der Mensch unentbehrlich bleibt

Heutzutage neigen wir beim Thema künstliche Intelligenz dazu, die Maschinen zu überhöhen und den Menschen daneben zu klein zu machen. Am Ende des Tages sind es ja wir, die nicht nur die Algorithmen entwickeln, sondern auch die Daten liefern, aus denen eine KI lernen kann. Die Beispiele mit denen man etwa ein neuronales Netzwerk trainieren könnte Foulspiele zu erkennen müssten ja auf menschlichen Entscheidungen beruhen. Und wenn wir uns nicht einigen können, ob Hummels für eine Grätsche die Gelbe Karte sehen sollte, dann hilft uns der Computer erstmal auch nicht weiter.

 

Was ist eure Meinung? Könnt ihr euch eine AI als Schiedsrichter vorstellen? Wie viel Technik würdet ihr im Fußball und anderen Sportarten akzeptieren? Diskutiert mit in den Kommentaren. 

 

Tags: AIFIFAFußballKIkünstliche Intelligenzkünstliche neuronale NetzwerkeMaschinelles LernenSport
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3 Kommentare
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Falk
7 Jahre her

Ki als Schiri finde ich nicht gut. Zumal, es spielen Menschen und die sind nicht perfekt, genauso wie der „Mensch“ Schiedsrichter auch nicht. Und wenn man ehrlich ist, es würde uns was fehlen, wenn wir uns Montags nicht aufregen können über eine Fehlentscheidung. Die kommen immer wieder vor, auch ohne Videobeweis. Und alle die da meckern sollten selber mal Pfeifen. Das ist nicht leicht und in deren Haut möchte ich nicht stecken. Was sich speziell im Fussball ändern müsste die Auslegung der Hand im Straufraum. Und da kann die Technik helfen. Wenn jemand durch die Luft wirbelt braucht man die… Weiterlesen »

4
YetAnotherFrank
7 Jahre her

Warum nicht gleich: „*Siri*, wir wissen wo dein Server steht!“ ?

2
DonDoneone
7 Jahre her

Hoyzerei??

2

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