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Im Test : Microsoft Lumia 532 – Die neue Referenz in der Einstiegsklasse ?

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Es muß nicht immer High End sein:

Für gerade einmal 99 Euro wartet das in der Einstiegsklasse angesiedelte überraschend komplett ausgestattete Microsoft Lumia 532 (Dual SIM) auf preisbewusste Kundschaft. Ein fairer Deal ohne Wenn und Aber ?

Doch fangen wir von vorne an: Nach unserem bereits vorab veröffentlichen Videocheck durchlief das Lumia 532 die letzten Tage den hürdenreichen Testparcours des WindowsUnited – Teams. Ob der freundliche große Bruder des Lumia 435 dabei mit Bestzeit zielstrebig über die Zielgrade schwebte oder unterwegs vorm Kurs abkam, klärt der ungeschönte WindowsUnited Test.

Handschmeichler mit eingebautem Fingerabdrucksensor ?

Wie gemacht ist das 4 Zoll Smartphone vorallem für kleine bis mittelgroße Hände – da klappt die Einhand – Bedienung nahezu perfekt. Denn wo das Lumia 535 den konsumwilligen Interessenten mit weniger großzügig dimensionierten Pranken mit spendablen 5 Zoll durchaus vom Kauf abhielt, kann das 532 ebenso wie das ähnlich gelagerte Lumia 435 mit seiner außerordentlich übersichtlichen Größe punkten. Da stört es auch kaum, daß es nicht das Dünnste ist und mit 11,6 mm Höhe ziemlich klobig daherkommt. Gar nicht schlimm – es liegt somit richtig gut in der Hand – und auch das Gewicht geht in Ordnung.

Von einem Handschmeichler kann dennoch nur eingeschränkt die Rede sein – denn das (wechselbare) Back Cover des 532 hat im Gegensatz zu dem des mit 89 Euro günstigeren 435 einen nicht unwesentlichen Makel : Es ist anders als die Rückseite an allen vier Seiten in Klavierlackoptik gehalten – und somit glänzend und damit furchtbar anfällig für Fingerabdrücke und vorallem – was schlimmer wiegt – hässliche Kratzer. Die entstehen nämlich schon nach kurzer Zeit, wenn man zum Beispiel beim Anstecken des Ladekabels nicht sofort den Anschluß trifft und dann mit dem Stecker gegen das Cover stößt. Leider erlitt auch die Rückseite trotz matter Oberfläche die ein oder andere Macke – da ist die Rückschale des ersten Microsoft Lumias, dem 535, diesbezüglich verzeihlicher.

Im Team von WindowsUnited weckt die leicht durchscheinende „Eiswürfel“-Optik des Lumia 532 daher eher gemischte Gefühle. Die einen empfinden es als schick, manch ein Anderer bevorzugt eher komplett matte Cover – so auch der Autor dieser Zeilen hier.

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Von einer Schönheit kann auf jeden Fall nicht uneingeschränkt die Rede sein – da hat die Lumia-Reihe in der Vergangenheit schon weitaus attraktivere Modelle hervorgebracht – angesichts der 99 Euro Preisgrenze aber ein durchaus schmucker Bursche. Vorallem fühlt sich das Lumia 435 bzw. 532 wirklich an wie ein stets gern griffbereiter freundlicher Vieltipper-Geselle. Das 535 – um es mit dem ersten Smartphone mit Microsoft Branding zu vergleichen, wirkt dagegen zwar eleganter aber auch weniger griffig.

Kleiner Lichtblick für Klavierlack-Gegner: Die Backcover lassen sich auch gegen komplett matte Cover auswechseln, denn die des Lumia 435 eignen sich auch ebenso gut für das besser ausgestattete 532. Leider sind die auswechselbaren Rückschalen mit der Kennung CC-3096 zum Zeitpunkt dieser Zeilen noch nicht flächendeckend verfügbar und werden wohl erst in den nächsten Wochen problemlos auch außerhalb diverser Online – Auktionshäuser zu beziehen sein. Aber auch schon jetzt kann man vereinzelt auf weiße, grüne und orange Cover zurückgreifen. Interessant: Die derzeit erhältlichen auswechselbaren Cover scheint es nur in komplett matter Ausführung zu geben.

Klasse: Der Druckpunkt der Laut/Leise-Wippe und der Ein/Aus/Sperr-Taste ist hervorragend. Die Tasten sind weder zu schwammig noch zu dominant bei der Ausführung.

Weniger schön dagegen: Das haptische Feedback der drei physischen Windows Tasten ist zwar präzise und klar definiert – doch könnte der Druckpunkt etwas größer dimensioniert sein. Denn die unbeleuchteten Tasten verlangen gerade bei Dunkelheit eine präzise Ansteuerung. So kam es im Test auch schon mal vor, daß man bei der Zurück-Taste ungewollt leicht daneben drückte. Mit der Zeit gewöhnt man sich zwar daran, daß die Tasten auch nicht bei Bedarf beleuchtet werden, dennoch wirkt es leicht hinderlich.

Ob man nun eher ein Freund dieser physischen Tasten ist oder doch lieber die mit Vor- und Nachteilen gesegneten On-Screen-Button bevorzugt, muß jeder für sich entscheiden. Zuletzt hatte man in der Einstiegsklasse jedenfalls öfters die On-Screen-Variante gesehen, die sich bei Neigung des Smartphones teilweise sogar mitdrehten.

Marathonläufer oder Kurzstrecken – Schlappe ?

Mit seinen 1560 mAh ist der Akku des Lumia 532 derselbe, der auch im 435 steckt. Microsoft gibt die Stand-By-Zeit des Dual SIM Modells mit 22 Tagen genau einen Tag länger an als die des 435. Bei intensiver Nutzung (mit aktiviertem WLAN) schafft man es durchaus über den Tag, muß aber am späten Abend dann auf jeden Fall zurück an die Steckdose – mehr als ein ganzer Tag ist bei regelmäßiger Intensivnutzung nämlich nicht drin. Wer allerdings nur ab und zu mal eine Nachricht checkt und ein kurzes Telefonat führt, kommt auch locker am zweiten Tag noch problemlos in den Tag – ein Laufzeitwunder ist das 532 aber nicht.

Und ist der Akku einmal leer, darf man sich über die moderaten Ladezeiten freuen. Im WindowsUnited – Test war der Akku nach bereits 70 Minuten zu 70 % wieder aufgeladen und nach knappen 110 Minuten auch schon wieder voll – ein guter Wert.

Display mit Charme oder Schelte ?

4 Zoll sind heutzutage schon als beinahe klein zu bezeichnen. Und tatsächlich wurde schon lange kein Lumia mehr unter 4 Zoll vorgestellt. So besaß der geliebte Erstling Lumia 800 damals noch eine heuzutage beinahe schon lächerlich kleine Displaygröße von gerade mal 3,7 Zoll. Und dennoch: Das 800 war ein extremer Handschmeichler und auch das Lumia 532 liegt mit seinen 4 Zoll äußerst komfortabel in der Hand – Einhandbedienung ist hier kein Fremdwort.

Mit 800 x 480 Pixeln liegt die Auflösung des LCD Displays erstaunlicherweise sogar unter der eines Lumia 530, welches immerhin mit 854 x 480 Pixeln aufwarten kann. Doch hier darf wohlwollend Entwarnung gegeben werden: Das Display ist dramatisch besser als das des Lumia 530, kein Milchglasscheiben-Effekt, der den Bildeindruck trübt, hier kann man wirklich von einem in dieser Preisklasse anständigen Display sprechen, auch wenn leider anders als beim Lumia 535 kein Gorilla Glas verbaut wurde. Dennoch fühlt sich das Display wertiger an als die des 5 Zoll Mitbewerbers aus den eigenen Reihen.

Den gefürchteten Touchscreen Bug des Lumia 535 hat man ebenfalls nicht zu erwarten – hier funktioniert die Eingabe tadellos und treibt den um Reibungslosigkeit gesinnten Benutzer nicht an den Rande des Wahnsinns wie es der Microsoft Debütant  noch vor Auslieferung der Updates bei einer Vielzahl der Nutzer leider zur Eigenheit hatte.

Double-Tab (Aufwecken) per zweimaligem Antippen zum aktivieren des Displays funktioniert anders als beim Lumia 535 nahezu perfekt.

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Flinker Gepard oder lahme Schnecke ?

Anders als beim Lumia 435 kommt kein Dual Core Prozessor sondern immerhin eine Quad Core Variante des Einsteiger – Prozessors Snapdragon 200 zum Einsatz. Doch schon beim kleinen Bruder gaben wir Entwarnung: Das genügsame Windows Phone 8.1 läuft hier wie da wunderbar flüssig und tatsächlich butterweich. Da hakt nichts, da fluppt es wie von Windows Phone gewohnt. Kurzum: Bei der Bedienung merkt man zu keinem Zeitpunkt, dass man es mit „nur“ einer 99 Euro Device zu tun hat. Das fällt nur im direkten Vergleich auf, wenn man mal ein Lumia mit leistungsstärkerem Prozessor danebenlegt. Startzeiten diverser Apps sind dann natürlich noch ein wenig schneller. Beachten sollte man auch, dass der Snapdragon 200 kein Miracast (kabelloses Screensharing) und auch kein Sensor Core (Stichwort: Fitness Apps) unterstützt.

Kesse Knipse ?

Beim Lumia 435 ist die Kamera eher als Bescheiden zu bezeichnen – denn mit mageren 2 MP bei der Hauptkamera kann man 2015 auch in der Preisklasse unter 100 Euro Niemanden mehr hochgradig zufriedenstellen. Da kommt es doch gelegen, daß Microsoft beim 532 immerhin 5 MP verbaut hat. Das reicht für den schnellen Schnappschuss zwischendurch – allerdings nur bei Tageslicht – dann können sich die Fotos sogar halbwegs sehen lassen. Bei Kunstlicht neigt die Kamera zu stärkerem Rauschen – besonders weil auch hier kein Blitz verbaut wurde. Einen Kamerabutton darf man in dieser Preisklasse derzeit leider auch nicht erwarten.

Von der Qualität der Frontkamera sollte man erst recht keine Wunder erwarten – sie ist halt da und stellt die potentielle Nutzung von Skype zumindest in VGA Gefilden halbwegs zufriedenstellend sicher.

Und womit das Lumia 532 sonst noch glänzt…

Kann das Lumia 532 mehr als seine beiden Kollegen 435 und 535 ? Kann es. Es hat nämlich den Glance Screen – der endlich wieder Einzug in die Lumia-Reihe erhält. Die in hiesigen Gefilden getaufte Blick-Funktion wird in die Windows Phone-Kreisen und auch darüber hinaus als eine der beliebtesten Funktionen angesehen – und kommt beim Lumia 532 gekonnt und tadellos zum Einsatz. Er ist wirklich vorhanden – und funktioniert.

Löblicher Standard dagegen in der Lumia-Einstiegsklasse ist neben dem wechselbaren Akku der erweiterbare Speicher. 8GB stehen von Haus aus zur Verfügung – natürlich weniger schon bei Auslieferung da bestimmte Anwendungen bereits einen Teil belegen. Daher ist es erfreulich, dass neben der mittlerweile obligatorischen OneDrive Anbindung auch bis zu 128 GB via SD Speicherkarten-Anschluss zur Verfügung stehen.

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Zusammengefasst…

lässt sich zweifelsohne behaupten, dass das Lumia 532 das bessere 435 ist – und man für gerade mal 10 Euro Aufpreis wesentlich mehr Power in den Händen halten darf als beim kleinen Bruder. Daher ist es zu erwarten, dass der Preis des 435 sehr bald noch ein ganzes Stückchen fallen könnte – und sich auch die Anschaffung des kleineren Modells dann durchaus lohnen könnte. Wer jedoch aktuell vor der Qual der Wahl steht sollte in jedem Falle zum 532 greifen.

Für – und das muss einfach nochmal hier betont werden – gerade einmal 99 Euro erwirbt man ein „Fast alles da“ Paket in der Einstiegklasse der Windows Phone Welt. Die Bedienung klappt fast ebenso reibungslos wie bei höherpreisigen Modellen. Wer mit einigen Abstrichen bei Verarbeitung und Kamera leben kann, macht mit dem kleinen 5er aber sicher nichts verkehrt – und dank der 1 GB Arbeitsspeicher ist auch das 532 Windows 10 Ready und für die Zukunft bestens gerüstet. Zugreifen und Windows Phone erleben.

Und wer noch nicht restlos überzeugt ist, sollte sich noch einmal unseren VideoCheck ansehen und das Lumia 532 in bewegten Bildern erleben:


POSITIV

Sensationeller Preis
Flotte Performance
Wechselbare Cover
Akku austauschbar
SD Karteneinschub
Glance Screen!

NEGATIV

Kratzer- und schmutzanfälliges Back Cover
Frontkamera eher mangelhaft
Kamera ohne Blitz

Autor Wertung

7.4
Für gerade einmal 10 Euro mehr ist das Microsoft Lumia 532 klar das bessere 435. Wer also ein stimmiges Sorglos - Paket mit Abstrichen bei Kamera und Verarbeitung in Kauf nimmt, bekommt einen in der Einstiegsklasse flotten Alltagsbegleiter für Hand und Hosentasche.
Design 7.0
Größe und Gewicht 8.0
Ausstattung 8.5
Performance 8.5
Display 7.0
Kamera 5.0
Akku 7.5
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Marco

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