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Heizung 2.0 – Wärme durch Crypto-Mining

Pünktlich zur aktuellen Kältewelle, die aus dem sibirischen Raum kommt, hat der französische Hersteller Quarnot mal was richtig spannendes herausgebracht – die Quarnot QC1 Heizung. Ihr habt genug von langen Wintern, und die Heizkosten für Öl oder Gas sind euch zu hoch? Gut. Denn diese Heizung bringt euch sogar noch Geld ein. Wie ihr ja sicherlich wisst, entsteht bei anspruchsvolleren Arbeiten am PC eine Menge wärme. Die Lüfter fangen an, Lautstark zu rattern und Notebooks beispielsweise kann man nicht mehr angenehm auf dem Schoß halten. Das ist beim Mining von virtuellen Währungen nicht anders. Man stellt seine Rechenleistung zur Verfügung, um Transaktionen der jeweiligen Währung sicherer zu machen, und bekommt dafür eine kleine „Aufwandsentschädigung“. In einem unserer Artikel sind wir bereits auf die Grundsätze hinter dem Mining eingegangen. Falls es noch tiefer gehende Fragen von euch hierzu gibt, beantworte ich diese gerne in den Kommentaren. Quarnon kam hier auf eine sehr interessante Idee: Wieso nicht die entstandene Wärme nutzen, um damit ein Zimmer zu wärmen? Das ist auch schon die ganze Magie.

In dieser Heizung werkeln zwei AMD GPUs (Radeon RX580 Nitro+) mit jeweils 8 Gigabytes GDDR5-VRAM. Die maximale Leistungsaufnahme liegt dabei bei bis zu 650 Watt (450 im Mining Modus und nochmal 200 mehr, wenn man in den Booster Modus umschaltet). An der Rückseite gibt es neben einem Stromanschluss auch ein Ethernet-Kabel, das für’s Mining nötig ist. Gesteuert wird das System entweder über kapazitive Touch-Bedienelemente) oder aber die Web- bzw. Mobile-App.

Die Lautstärke ist dabei geringer als alles, was mit Wasser betriebene Heizungen oder gar Heizlüfter von sich geben – es sind genau 0 dB. Das wird durch das passive Kühlsystem erreicht, welches die durch Mining entstehende Wärme an die Umwelt abgibt. Das Thermal-Design ist dabei so gewählt worden, dass die Lamellen ideal die Wärme abführen können. Die erzielte Rechenleistung liegt dabei nach Herstellerangaben bei 60 MH/s (Mega-Hashs pro Sekunde – ein Hash ist eine Rechenoperation bei Verschlüsselungen, genauer gesagt eine Zeichenfolge, die ver- oder entschlüsselt wird).  Ob der Wert nicht doch ein wenig optimistisch ist, wird sich noch herausstellen – ich bin da mal gespannt.

Der einzige Minuspunkt ist, dass der Winter bald vorbei ist. Ach ja: Der Preis ist übrigens auch mit 2900€ ziemlich happig…

Mein Fazit lautet also: Es ist ein echt interessantes Konzept, das in der Zukunft noch deutlich weiter entwickelt werden kann. Auf diese Weise wird Energie nicht einfach zum heizen „verschwendet“, sondern kann wenigstens mehr oder weniger sinnvoll genutzt werden.


Quelle: Quarnot

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Jptech42

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21 Kommentare auf "Heizung 2.0 – Wärme durch Crypto-Mining"

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ahoiiiiiiii
Mitglied

Den Effekt erreicht man auch mit einem Lumia 930 und der Preview Build vom Sommer 2015 (die Nummer weiß ich nicht mehr).

elegiator
Mitglied

😂😂👍

rubbrduck
Mitglied

Selten so ein Quatsch gelesen. Die Firma hat nicht nur bescheuerte Ideen, sie erwartet auch vom Verbraucher ein gewisses Maß an Beklopptheit.

hotroad2
Mitglied

Wieviel Watt Heizleistung produziert sie denn?

Lars
Mitglied

Genau so viel, wie sie an Strom aufnimmt. Die Energie kann ja nicht verschwinden 😉

donrolando
Mitglied

Auf alle Fälle um Welten weniger Heizleistung als die 650 Watt Aufnahmeleistung. Selbst wenns fürs Minen noch was gibt, wird man wohl noch meilenweit von einer halbwegs ausgeglichenen Bilanz sein.

Kingphiltheill
Mitglied

Ähm nein. 650 Watt Aufnahme gleich 650 Watt Wärmeabgabe. Denn Energie kann nicht verschwinden.

Kingphiltheill
Mitglied

Das Ganze als „2.0“ zu bezeichnen ist sowas von 2015. 😛

Lars
Mitglied

Das Internet hat mit all seinen Rechenzentren bereits einen Energieverbrauch, der dem des gesamten Flugverkehrs gleich kommt. Cryptowährungen lassen das ganze noch einmal ins Unermessliche steigen. Jetzt wieder mit reinem Strom zu heizen, wie früher als man noch Nachtspeicheröfen eingesetzt hat, ist ökologischer und vermutlich auch ökonomischer Wahnsinn. Setzt euch ne Wärmepumpe in den Keller und unterstützend Solarthermie aufs Dach. Dieses Konzept hier hat außer dem schicken Äußeren keinen Mehrwert.

Kingphiltheill
Mitglied

Es sei denn man hat eine sehr große PV-Anlage auf dem Dach und eine sehr große Batterie im Keller. Dann geht’s.

Aber ökonomisch sinnvoll wird das dann auch nicht.

Flying Dutchmen
Gast

Man müsste das Mining für Zeiten nutzen in den alternative Energien erzeugt, aber nicht abgerufen wird.
Quasi immer dann wenn Windräder raus dem Wind gedreht werden. Aber für die Private Anwendung nicht wirklich interessant

hm
Mitglied

Sehr effizient, besonders außerhalb der Heizperiode.

gallionas
Mitglied

Ja oder den Pool im Hochsommer aufheizen 👍

Samokles
Mitglied

Haben die auch ein Perpetuum mobile im Sortiment? Nachtspeicherofen – Definitive Edition: Jetzt noch ineffizienter. 🙈

gallionas
Mitglied

Ist doch wie einer offenen 2000KG Tiefkühltruhe (Tesla und andere E- Boliden) durch die Straßen zu gondeln. Dann 4W LED Lampen in der Toilette einsetzen und meinen man macht was für die Umwelt.

Lars
Mitglied

Das Tesla Model S hat tatsächlich den geringen Energieverbrauch pro Person aller motorisierten Verkehrsmittel…

Andi68
Gast

Was mit der idiotischen Bitcoin Welle so nutzlos an Energie verbraten wird, möchte ich gerne mal wissen.
Da zeigen alle auf die Dieselfahrer, aber das anderswo sinnlos enorme Energiemengen verbraten werden, scheint der Regierung völlig fremd zu sein 😉

biomass65
Mitglied

In zehn Jahren sagt man dann vielleicht: „Wie konnte man früher nur so dumm sein, separate Systeme zum Heizen und fürs Banking? Heute hat jeder eine Heizbank, ist doch logo. Alles andere ist total ineffizient. Und fürs heisse Wasser gabs nochmal einen separaten Boiler. Lachhaft.“
🤣😂