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Nach erneuten Entlassungen: Finnland kritisiert Microsoft für „gebrochene Versprechen“

LumiaWUnited

Erst vor zwei Tagen hat Microsoft angekündigt, weitere 1850 Stellen zu streichen – betroffen sind ehemalige Nokia-Mitarbeiter, die nach der Übernahme durch Microsoft im April 2014 zum neu gegründeten Tochterunternehmen Microsoft Mobile wechselten. Seit der Übernahme mussten bereits um die 25.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Vom großen Stellenabbau und der Umstrukturierung der Smartphone-Sparte ist vor allem Finnland betroffen, das ehemalige Heimatland der Handys und Smartphones von Nokia, in dem früher Millionen von Geräten produziert wurden, auch Lumia-Flaggschiffe wie das Lumia 925. Dort mussten in den 2 Jahren nach der Übernahme mehrere tausend Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz räumen, die Standorte für Entwicklung, Forschung und Produktion wurden geschlossen.

Das wird auch nochmal durch den neuesten Stellenabbau deutlich, bei dem allein in Finnland 1350 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Nur noch 270 Mitarbeiter verbleiben bei Microsoft Mobile in Espoo, die für Vertrieb und Marketing zuständig sind.

Aufgrund der aktuellen Ereignisse hat die finnische Regierung am Donnerstag ihren Unmut über die neuen Streichungen geäußert und Microsoft dafür kritisiert, dass Versprechen, die bei der Übernahme getroffen worden seien, nicht eingehalten werden. So sollte eigentlich ein Standort für die Herstellung und ein Standort für Forschung und Entwicklung erhalten bleiben – doch daraus wurde nichts, denn die Entwicklung an neuen Smartphones wurde nach Redmond verlegt, einigen, bisher dafür zuständigen Mitarbeitern, wurde ein Wechsel dorthin angeboten.

Finanzminister Alexander Stubb betonte, dass er „aufgrund der anfänglichen Versprechen von Microsoft enttäuscht sei“. Auch ein versprochenes Datenzentrum sei bislang nicht gebaut worden. Jari Lindstrom, Arbeitsminister in Finnland, sagte, dass man ernsthafte Gespräche mit Microsoft führen müsse, was man für die entlassenen Mitarbeiter tun kann, um diesen zu helfen. Das Unternehmen müsse zudem eine große Verantwortung dafür tragen, dass so viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Nokia selbst – das inzwischen zum größten Netzwerkausrüster wurde – wurde in einem Kommentar einer finnischen Wirtschaftszeitung für den Verkauf der Handy-Sparte gelobt. Der Deal sei einer der besten der finnischen Wirtschaftsgeschichte gewesen, so die Zeitung Kauppalehti: „Siilasmaa (Nokia Chairman) sollte eine Medaille erhalten“.

Ob Microsoft tatsächlich alle Schuld an den vielen Entlassungen trägt, bleibt fraglich – denn das Geschäft mit Handys und Smartphones war bereits unter Nokia in der Krise und sorgte für hohe Verluste und Entlassungen. Auch ohne eine Übernahme wäre es vermutlich zu den selben Stellenstreichungen gekommen. Letztendlich lässt sich darüber jedoch nur spekulieren – ein Stellenabbau ist in jedem Fall eine schwierige Angelegenheit für alle Beteiligten.


via Reuters, WinFuture (1, 2)

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Maurice

Maurice

Begeisterter Microsoft und Lumia Fan

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worbel65ryu85SaschabreakdancerTommy Recent comment authors
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Leo
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Leo

miese Nummer von MS ganz klar, aber mal ehrlich welches Unternehmen macht es denn anders? Ich sage ja nur Bochum, da war es ok? Naja. Und wie es schon in deinem Beitrag steht, wie konnte es denn überhaupt dazu kommen, das MS diese Sparte gekauft hat? Selbst-Ehrlichkeit sollte hier mal Fuß fassen. 🙂

Ancarias
Mitglied

Wieso fiese Nummer? Microsoft stellt eine knappe Milliarde Dollar für die Entlassungen und die Umstrukturierung bereit. Und wie es zur Übernahme gekommen ist, fragst Du. Liest Du keine Berichte? Zur Übernahme kann es, weil ein Herr Ballmer davon träumte, Microsoft erst zur dritten Kraft und dann zur zweiten Kraft auf dem Smartphone Markt machen zu können. Ein Traumtänzer halt.

Sascha
Gast
Sascha

Naja, mit der dritten Kraft hat es ja geklappt! Wenn auch nicht mit der erhofften Stärke! 😉

getreidekuchen24
Mitglied

Was heißt Traumtänzer, er ist ein man der,ja , Geträumt hat aber auch dafür eingestanden hat und dafür gekämpft hat. Wäre er nicht abgeschoben worden sähe heute glaube ich vieles anders aus, ja sicher nicht die zweite kraft, aber sicher einen Akzeptablen Marktanteil der eher mit Apple als mit Blackberry zu vergleichen währe.

Tommy
Gast
Tommy

Ballmer hat der nicht laut gelacht, als Steve Jobs das IPhone vorstellte. Für ihn war ein Handy ohne Tastatur völlig undenkbar. Vista war auch ein Ballmer Flop.
Ballmer war die größte Niete, ein Grossmaul und Choleriker oder welche großartige Innovation hat der hinterlassen?
Die einstigen Schulfreunde Gates und Ballmer sprechen heute kein Wort mehr miteinander, weil Gates den Niedergang von Microsoft und den Aufstieg von Apple und Google alleine für Ballmer’s Verschulden hält

breakdancer
Gast
breakdancer

Naja, Nadella muss sich erst noch beweisen und bisher tut er das nicht.

breakdancer
Mitglied

Der Meinung bin ich auch. Dann würde es jetzt noch Windows Phones geben.

Taeniatus
Mitglied

Der Meinung bin ich auch.

lorisobi
Mitglied

Wird wohl so sein

Taeniatus
Mitglied

Ballmer als Traumtänzer zu bezeichnen, na ja… Wäre Ballmer noch CEO, wurde er Windows Phone / Mobile auf jeden Fall fördern und forcieren. Für Nutella ist WP/ W10M eher ein Nebenprodukt.

Fuchur
Mitglied

Da ist auch deshalb ein Fünkchen wahrheit dran, weil der nachfolger ja nicht so weitermachen darf (gut oder schlecht) wie der Vorgänger. Er muss selbst wenn die strategie nicht total schlecht war so tun als ob, weil sonst kein grund für seine ernennung bestanden hätte. Blöd aber so is das in großunternehmen… Aber in nem jahr kann er das gesichtswahrend wieder aufnehmen wenn es sinn macht. Das ist der übliche konzernwahnsinn und einer der gründe warum ich lieber in kleineren unternehmen arbeite… weniger hierachiestrukturen bedeuten weniger politik und schnellere handlungsfaehigkeit. Leider klappt das nur bis zu einer gewissen größe auf… Weiterlesen »

matti44
Mitglied

Na dann, viele Grüße aus Bochum nach Finnland.

Taeniatus
Mitglied

Bei solchen Kommentaren kann man nur mit dem Kopf schütteln. Als würden die deutschen Firmen so was nicht praktizieren.

Sascha
Gast
Sascha

Und trotzdem war Bochum eine Sauerei! Wie bei jeder Firma, die so etwas praktiziert! Schließt MS jetzt nicht aus!

CodeZero1990
Mitglied

Stimmt schon wer macht das nicht.

Happy WP Fan
Mitglied

Langsam sollten die Regierungen einmal wach werden , dass man sich mit Versprechungen nichts kaufen kann.

spaten
Mitglied

Die sollen sich mal nicht so anstellen! Ms hat das Unvermeidbare immerhin zwei Jahre hinaus gezögert!

lorisobi
Mitglied

Hoffen wir mal das diese Leute bei Jolla eine gute Anstellung bekommen. ⌒.⌒ Jetzt mal ehrlich – diese Entlassungen kennen wir doch schon – von anderen Unternehmen und von Nokia selbst

brauchkeinapfel
Mitglied

Für die Leute tut es mir Leid. Aber welche Wahl hat den Microsoft? Wäre der Marktanteil von Windows Phone/Mobile bei 50% und jeder zweite hat ein Lumia in der Tasche würde es auch in Finnland ganz anders aussehen.

L.R.
Mitglied

MS hat das Potenzial in Lumia erkannt, aber nicht genutzt. Heute noch hat MS Lumia ein riesiges Potenzial, nur nicht mit Windows sondern mit Cyanogen. Das Surface Phone sollte kommen, aber Lumia sollte bleiben. Surface ist Luxus, Lumia erschwinglich. Mit Cyanogen kann das Surface Phone und die Lumias erfolgreich werden.

NeroC
Mitglied

Die finnische Regierung soll ruhig sein und Mal an die Nase finnischer Unternehmen fassen, die wie Nokia und Xz Corp. Arbeitsplätze verlagert haben …

bspunker
Mitglied

Na ja…ein windows phone boykott wird wohl nix bringen..? nutzt ja eh niemand…..

ryu85
Mitglied

Dafür die hohen Abfindungssummen oder nicht?