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Erfahrungsbericht: Bose QuietComfort 35 II im Test

Die Firma Bose ist was Noise Cancelling angeht, bereits eine bekannte Größe am Markt und vor allem in der Flugbranche bei Piloten sehr beliebt. Sowohl die Aviation-Kopfhörer, als auch die Consumer-Produkte, setzen auf dieselbe Technologie: Active Noise Cancelling. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Schall wird durch eine Wellenbewegung in einem Medium, in unserem Falle die Luft, erzeugt. Diese Schallwellen werden von unserem Trommelfell dann in elektrische Signale umgewandelt die das Gehirn interpretiert. Wer in der Schule etwas in Mathe oder Physik aufgepasst hat weiß auch, dass Wellen sich gegenseitig auslöschen können. Genau dieses Prinzip wird bei der Active Noise Cancelling Technologie ebenfalls angewandt: Zwei Mikrofone in der Außenschale der Kopfhörer nehmen die Umgebungsgeräusche auf und senden dann den entsprechenden Gegenschall in die Kopfhörer, sodass das Ohr im besten Falle nichts mehr von den Umgebungsgeräuschen wahrnimmt.

Die blaue Linie in diesem Diagramm stellt den Schall der von außen eindringt dar, die rote Linie den Gegenschall den die Kopfhörer generieren. Treffen diese beiden Schallwellen nun aufeinander, löschen sich die Linien im Idealfall gegenseitig aus, da sin(x) + cos(x + π/2) = 0.

Besonders gut funktioniert dies im Falle der Bose QuietComfort 35 II bei niederfrequenten monotonen Geräuschen wie zum Beispiel dem Brummen von Turbinen in einem Flugzeug oder den Fahrgeräuschen einer Eisenbahn. Höhere Frequenzen wie Gespräche werden zwar auch beachtlich gedämpft, dringen aber dennoch zum Ohr vor. Was beim regelmäßigen Hören, auch zu Fuß unterwegs, allerdings auffällt ist, dass die Kopfhörer große Probleme mit Wind von hinten haben. Dann spiegeln sie nämlich die Windgeräusche als Gegenschall in die Hörmuschel hinein, sodass man ihn dann hört.

Dem kann man aber durch auswählen der unteren Noise Cancelling Stufe entgegenwirken. Damit wären wir dann bei den Features der Kopfhörer und Bose Connect App. Die Kopfhörer verfügen insgesamt über 4 Tasten und einen Schieber. An der rechten Hörmuschel befinden sich die Vor- und Zurück-Taste sowie die Aktionstaste und der An/Aus-Schieber, welcher gleichzeitig auch zum Koppeln der Kopfhörer mit anderen Geräten verwendet wird. Auf der linken Seite befindet sich, anders als bei dem Modell der ersten Generation, eine weitere Aktionstaste, welche entweder den Google Assistant aufruft, oder die Intensität des Noise Cancelling reguliert. Zusätzlich dazu gibt es noch einen Micro-USB-Port zum Laden der Kopfhörer und einen 2,5mm-Klinke Anschluss für die kabelgebundene Nutzung, welche übrigens auch passiv im ausgeschalteten Zustand oder wenn der Akku leer ist funktioniert.

Über die Bose Connect App, welche für iOS und Android verfügbar ist, lassen sich die Kopfhörer einrichten, ihnen einen Namen geben, neu koppeln und auch die Intensität des Noise Cancelling einstellen. Auch kann von hier aus die Musik gesteuert werden. Ansonsten ist die App recht nutzlos und muss nicht zwingend installiert werden. Die Akkulaufzeit beträgt mit Bluetooth aktiviert etwa 20h, kabelgebunden das Doppelte. Je nach Lautstärke hat Bose hierbei nicht geflunkert, wer aber gerne Musik bei 75 bis 100% Lautstärke genießt, für den könnte bereits nach 15 Stunden Schluss sein. Bei jedem Anschalten der Kopfhörer sagt einem die nette Stimme, wie viel Akkuladung noch verfügbar ist. Die Kopfhörer können mit maximal 10 Geräten gekoppelt werden und zu zwei Geräten gleichzeitig eine Verbindung aufrechterhalten.

Der Tragekomfort ist sehr hoch, auch nach stundenlanger Nutzung fallen sie nicht negativ auf oder werden schwer. Das ist ihrer mit nur 263 Gramm besonders leichten, aber dennoch stabilen Bauform sowie dem extrem komfortablen und weichen Lederbezug auf den Ohrmuscheln geschuldet. Klangtechnisch gehen die Kopfhörer in Ordnung. Ich würde sie mit anderen Modellen der oberen Mittelklasse vergleichen. Der Großteil des Preises ist der wirklich sehr gut arbeitenden aktiven Geräuschunterdrückung geschuldet. Wer auf diese verzichten kann, oder sowieso gerne lauter Musik hört, der kann getrost zu einem günstigeren Modell greifen.

Auch positiv hervorzuheben ist die Geschwindigkeit, mit der die Kopfhörer verbinden. Man braucht sie nur einschalten und innerhalb meist einer Sekunde haben sie sich schon mit dem zum Testen genutzten iPhone 8 verbunden – vorausgesetzt, Bluetooth war bereits am Handy aktiviert.

Fazit:

Die Kopfhörer machen Spaß! Die Bose QuietComfort 35 II sind mit die besten Bluetooth-Kopfhörer die ich je genutzt habe, sowohl in Klangqualität, Verbindungsstabilität und Tragekomfort. Zusammen mit dem Noise-Cancelling-Feature bilden sie ein extrem schwer zu schlagendes Gesamtpaket, was einen über die fehlende apt-X-Funktionalität hinwegsehen lässt. Der hohe Preis und die fehlende Möglichkeit die Akkus zu wechseln trüben das Gesamtbild etwas.

Wer sich nach Alternativen mit Noise Cancelling umsehen möchte, der wird sowohl in Boses Produktportfolio fündig, als auch beim Konkurrenten Sony. Dort werden die Sony 1000X als großer Gegner gehandelt.

Aktuell kosten die Bose QuietComfort 35 II €349 auf Amazon

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Tomás Freres

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Shyntaru
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https://de-de.sennheiser.com/wireless-kopfhoerer-headset-bluetooth-noise-cancelling-pxc-550-travel

Wären ebenfalls eine sehr gute Alternative. Der Klang ist ein Tick besser als bei Bose, dafür das NC etwas schlechter. Sprich reine Geschmacksache . Bei mit wurden es letztlich die QC 35, welche ich nun seit gut 2 Jahren nutze und mehr als happy damit bin.

KeyserSoze
Mitglied

Das mit dem nichts selbst wechselbarem Akku wurde hier schon mal besprochen,
geht nur über Bose und kostet 130€.
Hier mal eine Kundenbewertung von der Bose-Seite,
wurde faierweise veröffentlicht (was nicht Selbstverständlich ist!):

Sehr enttäuschend
Ich habe den Kopfhörer vor einigen Wochen gekauft und seitdem in verschiedenen Umgebungen gestetet (insb. Zug, Flugzeug, U-Bahn). Im Ergebnis bin ich sehr enttäuscht. Die Noise Cancellation funktioniert sehr schlecht. Sie filtert hauptsächlich Geräusche heraus, die das Gehirn ohnehin gut ausfiltern kann (Hintergrundbrummen). Die wirklich nervigen und ablenkenden Geräusche wie Gespräche und Durchsagen hört man fast in Originallautstärke. Da hatte ich mir viel mehr erhofft.

spaten
Mitglied

Die Bewertung stammt eindeutig von einem Dau. Herausfiltern von Ansagen oder anderen stochastischen Klangereignissen ist physikalisch nicht machbar.

Kevin
Gast
Kevin

Und vorallem nicht gewollt…

Shyntaru
Mitglied

Jup, zum einen das und zum anderen kann man die stärke des NC via App regulieren. Von Werk aus, steht jene auf Mittel.
Und was den Akku Tausch angeht, bei Kopfhörer um die 400 Euro, sollten einem ein Original Akku vom Hersteller + neuer Garantie schon Wert sein. 130 Euro sind für das was jene Kopfhörer alles an Vorteilen bietet nichts.

KeyserSoze
Mitglied

Rede du dir mal die Akku Abzock-Angelegenheit zu deinem Vorteil ein.
Kommt mir von Apple Käufern bekannt vor, Zubehör/extra Speicher kostet im verhältnis
zu anderen Herstellern extrem viel, vom Gerät an sich mal Ganz zu schweigen,
wird dann aber von der Kundschaft richtig gerechtfertigt & verteidigt …

KeyserSoze
Mitglied

Mit den Original Akkus hast du natürlich recht, das Thema ist auch bei Smartphones voll die Seuche. Zum Beispiel für mein vorletztes Teil, dem hervorragendem Lumia 950XL gibts es zu 99,9% nur gefälschte Akkus. Das Thema liegt aber in der Verantwortung der Hersteller, die fast Alle den Akku-Markt vernachlässigen, da kann man natürlich Bose löblich hervorheben, wenn da nicht der saftige Preis wäre! Zum KH an sich, ich habe leider keine Möglichkeit auf Probehören, weder bei Media Markt / Saturn / Just Music ist der Bose erhältlich. Ich will schon wissen ob es sich akkustich lohnt, die Quelle (HTC U11)… Weiterlesen »

Kevin
Gast
Kevin

Kann die Sennheiser Momentum Wireless als Alternative empfehlen. Aptx/aptx HD vorhanden, active noise canceling, NFC, tolles Design und natürlich auch top Sound