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Digitale Transformation: Satya Nadella über Vision der Cloud und Industrie 4.0

Satya Nadella: Digitale Transformation

Satya Nadella hat heute im Atrium der Berliner Microsoft Zentrale über die Digitale Transformation gesprochen und Microsofts Vision der Cloud dargelegt. Dabei sprach er über zahlreiche Anwendungsbereiche, die bereits von der Nutzung der Cloud profitieren. Hier meine persönlichen Eindrücke des Events.

„Die Cloud kann alles“

Charisma hat er, der CEO von Microsoft, das ist nicht zu leugnen. Die Augen von Satya Nadella sprühten heute bei seinem Lieblingsthema Cloud besonders intensiv. Man merkt ihm an, dass es um sein „Baby“ geht und in dem 45-minütigen Vortrag bringt er viele konkrete Argumente dafür, wieso die Cloud in Zukunft noch wichtiger werden wird und wie Microsoft den besten Zugang dazu bietet.

Nadella bezeichnet die Cloudplattform Azure als ersten KI (künstliche Intelligenz) Supercomputer. Dieser Supercomputer wird in der Lage sein Berechnungen anzustellen, die alles bisher dagewesene übertreffen werden.

Augmented und Mixed Reality, Seh- und Sprachhilfen für Menschen mit Behinderungen, Lernapps wie „Schlaumäuse“, die Kindern hilft Deutsch zu lernen – überall wirkt die Cloud, die im Hintergrund alle Daten synchron hält, auswertet und ständig optimiert. Die Möglichkeiten sind unendlich, doch genau diese Grenzenlosigkeit macht es schwer die Cloud begreifbar zu machen (man könnte auch sagen: zu vermarkten). Bei den meisten endet das Verständnis für die Datenwolke beim Archivieren von Dokumenten, Videos, Musik und Fotos.

Für uns, die wir tagtäglich mit Themen aus der Techwelt zu tun haben, ist Cloud schon heute ein essentieller Teil unseres (Arbeits-)Lebens. Doch betrachtet man die Nutzung der Datenwolke global, liegt noch ein weiter Weg vor uns die Menschheit nicht nur die Möglichkeit zu bieten sich mit der Cloud zu verbinden, sondern auch über die Vorteile aufzuklären und Sorgen über Risiken zu entkräften.

Der Weg zur Utopie

Um die Cloud effektiv zu nutzen müssen noch einige Voraussetzungen erfüllt werden.

Zunächst wäre die Datengeschwindigkeit. Steve Jobs hat bereits vor 10 Jahren gesagt, er würde auf lokalen Speicher verzichten, wenn es eine zuverlässige Möglichkeit gäbe, Daten über das Internet immer verfügbar zu machen. Timotheus Höttges, Chef der deutschen Telekom, sieht im kommenden 5G Datennetz die Lösung für dieses Problem. Damit könnten selbst gewaltige Datenmengen über die mobile Datenverbindung verarbeitet werden.

Eine weitere Notwendigkeit ist der Dialog auf politischer Ebene (hierzu konkret Nadellas Buch „A Cloud for Global Good“). Rund ein Drittel aller Tode im OP-Saal sind laut einer US-Studie auf menschliches Versagen zurückzuführen. Brad Smith, Chef für rechtliche Angelegenheiten bei Microsoft, erklärte, dass man diese Tode reduzieren könnte, wenn Ärzte von „cloudgefütterten Maschinen“ unterstützt würden. Dies würde aber gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen. Nur ein Beispiel wie Datenschutz- und Privatsphärerecht einige Anwendungsszenarien für den Einsatz von Cloudtechnologien erschweren auch wenn diese im Prinzip einem guten Zweck dienen.

Mobile first

Das heutige Event war in der Tat sehr zukunftsgerichtet, auch wenn die Cloud auch heutzutage schon genutzt wird. Auch wurden Privatanwender eher beiläufig erwähnt, da der Vortrag hauptsächlich an Cloudeinsatz in Unternehmen gerichtet war.

Nadella bekräftigte aber nochmal sein Bekenntnis zu „mobile first“, nicht im Sinne eines einzelnen Gerätes, sondern einer Unabhängikeit oder Austauschbarkeit von einzelnen Geräten und, interessanterweise, Betriebssystemen. Sprache, Gesten und proaktive, lernende Programme (Bots) bilden in Zukunft die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Redmond scheint mir bezüglich der Cloud sehr klare Vorstellungen zu haben wo die Reise hingehen soll und beweisen mit der Partnerschaft zur Deutschen Telekom (Deutschlandcloud) ein gutes Gespür für die Bedürfnisse seiner Unternehmenskunden.

Ich hoffe, dass die Erkenntnisse aus dem Cloudgeschäft und die Fortschritte der Azure Plattform, sich zukünftig auch positiv auf Entwicklungen im Endverbauchermarkt auswirken.


Bildquelle: Microsoft Pressematerial

 

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SlavikSolution-Designrobertm0606Happy WP FanDieterDotter Recent comment authors
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Mr.Ghost
Mitglied

„Ich hoffe, dass sich die Erkenntnisse […] zukünftig auch positiv auf Entwicklungen im Endverbauchermarkt auswirken“
Lol. Nach derzeitigem Stand jedoch nicht bei MS. Nadella hätte lieber mal kurz seine Wolke in Redmond gelassen und uns ‚Endverbrauchern‘ das weitere Vorgehen im Mobile-Bereich erläutern sollen! DAS ist dem gemeinen Lumia-Nutzer nämlich aktuell bei weitem wichtiger…

eskommt
Mitglied

Wo im Business würdest du den Endverbraucher denn erwarten?

Happy WP Fan
Mitglied

Das es Weltweit noch gut 100 Mio. Endverbraucher noch am PC spielen. Deren Umsatz höher liegt als das was Hollywood erwirtschaftet.

Eissphinx
Gast
Eissphinx

Wie es der Name „Endverbraucher“ schon sagt, steht mam Ende jeder Business-Wertschöpfungskette der Endverbraucher.

lachsack
Gast

„Nadella bekräftigte aber nochmal sein Bekenntnis zu „mobile first“, nicht im Sinne eines einzelnen Gerätes, sondern einer Unabhängigkeit oder Austauschbarkeit von einzelnen Geräten und, interessanterweise, Betriebssystemen“

Wad soll das heißen?

DieterDotter
Mitglied

MS bringt alle ihre Apps für IOs und Android , da gibt es sogar mehr Apps von als auf Mobile.
Bei den % kann Mobile nichts abwerfen , warum also nicht die andere BS nutzen. Die wirklich genügend Nutzer haben. Warum auf die verzichten wenn das eigene BS nicht mehr zieht ?

clausi
Mitglied

Nadella schwebt selbst in seiner Cloud, weit weg vom Endverbraucher…hoffen wir doch einfach, dass eines Tages Krebs durch die Cloud besiegt werden wird ?

eskommt
Mitglied

Was hast du immer mit deinem Endverbraucher? Du lebst wohl eher auf der Cloud 7. Endverbraucher war gestern. Morgen ist Business.

DonDoneone
Mitglied

Alleine dieses Wort Business löst bei mir schon brechreiz aus! Da sehe ich vorm inneren Auge immer Bonzen im Anzug vor mir ?

Revelation
Mitglied

Naja. Recht hat er und gut Geld lässt sich damit auch machen. Privatanwender sind uninteressant, Windows 10 im jetzigen Zustand kostet nur Geld mit all den fixes und releases…..wenn Microsoft das bald aufgeben würde, xbox, Windows Mobile und alles was nicht business tauglich ist, ich würds verstehen.

eskommt
Mitglied

Ja, und der letzte macht das Licht aus? Hier tummeln sich die Experten rum und Microsoft muss sich mit Satya Nadella zufrieden geben. Bewerbe dich doch einfach ins Blaue. Das dürfte dir nicht schwerfallen. Denk an einen Bluescreen. ?

melexis
Mitglied

Wieso durfte dieser Pfosten überhaupt einreisen? Lassen wir jetzt jeden Saboteur (StBG §303b) ins Land?
Scheint der Grund zu sein dass er gleich einen Juristen dabei hatte…

Solution-Design
Mitglied

Gröhl… ?

TobyStgt
Mitglied

Bei der ganzen Business-Ausrichtung vergisst MS meiner Meinung nach, dass es neben sachlichen Fakten sowas wie Vorlieben, Image und subjektive Wahrnehmung gibt. MS ist allgemein beliebter geworden, also man sich vor wenigen Jahren starker um die Endverbraucher und deren Anliegen gekümmert hat. Wenn jetzt wieder der alte Weg eingeschlagen ist, dann nutzt man MS wieder nur im Büro, dort ist es ein muss, und mit Arbeit verbunden und sonst nichts. Privat nutzt man andere Geräte, die man selbst wählt und sich damit identifiziert. Deren Bedienung ist man gewohnt und will keine andere. Und wenn das Chefs sind, dann sorgen die… Weiterlesen »

Eissphinx
Gast
Eissphinx

Yeah….irgendwie hat der Mann wohl jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren.
Was der da verbreitet ist ja Bullshit-Bingo in Reinkultur.

Aber egal…wenn Microsoft mein Geld nicht will, dann lasse ich es eben woanders.
Die Überlegung eines Wechsels steht bei mir sowieso im Raum,denn wie sich MS
unter Nadella verändert, ist für mich immer weniger akzeptabel..Es fehlt da nur noch der
letzte Anlass und MS/Windows ist für mich Geschichte.

compulink
Gast

Taktisch gesehen ist die „Wolke“ ein trojanisches Pferd.

Ugchen
Mitglied

„Mobile First“ in Bezug auf „First kaputtgemacht“? Dann kommt ja als nächstes wohl die Cloud dran, wenn sie sich nicht so läuft wie er sich das vorstellt ?

Happy WP Fan
Mitglied

Man sollte sich alleine noch einmal die Überschrift anschauen. Industrie 4.0 sagt nicht anderes als das in weniger von den nächsten 10 Jahren , 7,5 Mio Arbeitsplätze durch die Automation abgebaut werden und die Zahlen stehen schon fest. Da kann man beim besten Willen nichts daran gut heißen. Bingt mal nach. Alles in der Cloud und man braucht nur noch ein Bedienteil , daß kann man mit dem jetzigen One Drive nicht vergleichen, das wird dann so enden wie beim Bezahlfernsehen. Man mietet dann Pakete? Oh ich brauche noch eine andere Software, na dann buche ich halt noch etwas hinzu.… Weiterlesen »

Slavik
Mitglied

Die Telekom sieht die Lösung in 5G? Ich sehe die Lösung eher im deutschlandweitem 3G. Oder überhaupt erstmal deutschlandweiter Handyempfang.