News

Deutsche Telekom testet reinen IPv6-Betrieb im Mobilfunknetz

Tim Berners Lee hat das World Wide Web begründet, wie wir es heute kennen. Doch die zugrunde liegenden Techniken sind bereits sehr viel älter. Nahezu jeglicher Traffic wird innerhalb eines IP-Netzwerk transportiert. Vom Internet Protocol gibt es aktuell zwei Standards, welche breit genutzt werden: IPv4 aus dem Jahr 1981 und IPv6 von 1998.

Da bei IPv4 die Adressen nur begrenzt verfügbar sind und immer mehr Teilnehmer das Internet benutzen, wurden die Adressen irgendwann mal knapp. Genau genommen sind bereits 2011 alle freien Adressen vergeben worden. Daher liegt in IPv6 die Zukunft. Anders als IPv4, welches lediglich 4.294.967.296 (2^32 bzw. 4,3 x 10^9) verschiedene Adressen ermöglicht IPv6 ganze 2^128 oder 3,4 x 10^38 verschiedene Adressen.

Mro CC BY-SA 3.0

Netzbetreiber bieten ihren Kunden verschiedene Konfigurationen:

  • Dual-Stack, bei dem dem Kunden eine eigene IPv4-Adresse sowie eine eigene IPv6-Adresse zugeteilt wird
  • Dual-Stack Lite, auch DS-Lite: Hierbei wird dem Kunden eine eigene IPv6-Adresse zugeteilt sowie eine per NAT (Network Adress Translation) geteilte IPv4-Adresse. Hinter einem NAT bzw. einer IPv4-Adresse stehen bis zu über hundert Kunden, welche im Umkehrschluss alle die selbe IP-Adresse nutzen
  • Reines IPv6 – Hierbei wird lediglich eine IPv6-Adresse zugeteilt und keine IPv4
  • Reines IPv4 – Hierbei wird eine eigene IPv4-Adresse dem Anschluss zugeteilt und keine IPv6

windows 10 spring creators update esim lte

Die Deutsche Telekom testet nun mit ausgewählten Testern (Tablets oder Smartphones mit Android 7) den reinen IPv6-Betrieb im Mobilfunknetz. Aktuell bietet das Unternehmen als einziger Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland einen echten Dual-Stack-Betrieb mit IPv4 sowie IPv6 Adresse an. Die IPv4 wird allerdings über Carrier-Grade NAT auf viele Teilnehmer aufgeteilt.

Mit einem reinen IPv6-Anschluss wären andere Server ausschließlich per IPv6 erreichbar. Ein Dienst der also nur IPv4 einsetzt wäre nicht mehr vom Mobilgerät erreichbar. Das trifft vor allem Multiplayer-Games, da diese oft kein IPv6 implementiert haben. Dennoch dürften sich die Probleme am Smartphone in Grenzen halten. Von einem echten reinen IPv6-Internet sind wir dennoch noch lange entfernt.

Interessierte Kunden können sich über diesen Link für den Test bewerben. Ein separater Testlauf mit iOS Geräten soll später folgen.


 

Vorheriger Artikel

Windows 10 Store: Diese Änderungen kommen

Nächster Artikel

OneDrive für iOS – Microsoft bringt super-Zoom Feature

Der Autor

Tomás Freres

Tomás Freres

4
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
1 Comment threads
3 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
3 Comment authors
mighty_cocoTomás Freresgast Recent comment authors
  Diskussion abonnieren  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
gast
Mitglied

Die Telekom spinnt doch…
Normalerweise müsste im Mobilfunk und Festnetz gerade überall echtes DS verfügbar sein, dann, in einigen Jahren (ca. 2025), reicht DS lite und noch ein weniger später (ca. 2030) kann man vollständig auf IPv6 gehen und IPv4-Support vollständig aus allen WANs verbannen. So sähe jedenfalls ein sinnvolles Migrationsszenario aus. Und jetzt mal kurz der gedankliche Realitätscheck!