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Community: Windows Insider Programm Rückblick – Mehr Licht oder Schatten?

Win10 Licht Schatten

Microsoft hat mit seinem Insider Programm etwas völlig neues in seiner 4 Jahrzehnte umspannenden Konzerngeschichte gestartet. User aktiv in den Entwicklungsprozess von Windows einzubinden, war bis vor einigen Jahren nicht mal denkbar und der Softwaregigant aus Redmond galt unter Steve Ballmers Führung als nutzerfeindliche, geldgierige Festung, deren Dienste man leider gezwungen war zu nutzen.

Microsoft hat seit der Machtübernahme von Nadella, passend zur „One Windows“ Philosophie, für praktisch alle Plattform innerhalb seines Ökosystem ein Preview Programm veröffentlicht. So können Nutzer nicht nur Vorabversionen von Windows 10 und Windows 10 Mobile testen, sondern auch von Xbox One und jüngst sogar Office. Die Redmonder schreien uns praktisch ins Gesicht: „WIR WOLLEN EUER FEEDBACK!“ . Und wir kommen diesem Wunsch gerne nach.

Nachdem vor einer Woche das offizielle Windows 10 Version 1511 Update veröffentlicht worden ist, finde ich den Zeitpunkt günstig, um durchzuschnaufen und die vergangenen Monate als „Beta Tester“ Revue passieren zu lassen.

„Die Desktopentwicklung hatte mehr Substanz“

Als Insider der ersten Stunde für Windows 10 und Windows 10 Mobile, habe ich gemischte Gefühle. Auf der Desktop Seite wirkte von Beginn an alles schon viel durchdachter und strukturierter. Das ist kaum verwunderlich, war die Substanz aus der Windows 10 letztendlich erschaffen wurde (Windows 7 und Windows 8) schon viel gehaltvoller als dies beim mobilen Betriebssystem der Fall gewesen ist. Da Windows 10 auf dem Desktop auch eine starke Rückbesinnung auf vergangene Versionen war, drehten sich die Baustellen hauptsächlich um das Design.

Ich möchte damit nicht sagen, dass es in Windows 10 keine neuen Features gibt. Wenn aber die markantesten Werbemerkmale der (wiedergekehrte) Startknopf und das „Comeback“ des Desktop als zentrale Anlaufstelle für den User sind, dann wird schnell klar, dass Microsoft mit der Entwicklung von Windows 8 vor einer größeren Herausforderung gestanden hat. Die Integration von Cortana und das Notification Center sind willkommene Ergänzungen, in meiner Rolle als Insider hatte ich aber nie das Gefühl, dass sie von entscheidender Wichtigkeit gewesen wären.

Insgesamt lief das Windows 10 Desktop Programm für mich sehr sauber ab, war schon früh alltagstauglich und hat im Endeffekt ein tolles Ergebnis hervorgebracht.

Windows 10 Mobile lange enttäuschend und kopflos

Kommen wir zum mobilen Sprössling der Microsoft Familie. Hier lief die Sache ein wenig anders ab als beim Musterschüler Desktop.

Die Windows 10 Mobile Technical Preview schien bis vor kurzem weder besonders strukturiert noch effektiv. Eigentlich weiß ich immer noch nicht genau wann alle Lumias (und ob alle Lumias…530 anyone?) Windows 10 Mobile erhalten, obwohl in 10 Tagen das Lumia 950 und 950 XL im Regal stehen. 

Bis vor 2 Builds war Windows 10 Mobile auf 512 MB Geräten absolut nicht verwendbar und selbst jetzt spinnt mein Lumia 520 oder 630 sehr oft rum. Auf besseren Geräten scheint zumindest die aktuellste Version (10581) relativ gut zu funktionieren, was mir die Hoffnung gegeben hat, das zum Release (wann immer der sein mag) alles flüssig und weitesgehend bugfrei laufen wird.

Ich kann nicht sagen, dass ich das Insider Programm für Windows 10 Mobile rückblickend nicht irgendwie genossen habe. Wenn man das aber zugibt, muss man sich einen latenten Masochismus, Fanboytum oder ein überwältigend starkes Interesse an Techentwicklung allgemein eingestehen. Bei mir ist es wahrscheinlich ein Mix aus alledem.

Licht und Schatten

Die Idee eines Insider Programms ist von Anfang an wagemutig gewesen. Im Falle von Windows 10 Desktop, hat sich das Projekt für Microsoft bezahlt gemacht. Millionen von Nutzer waren emotional und produktiv am Großprojekt Windows beteiligt – allein aus Marketingsicht ein Jackpot.

Bei der Entwicklung von Windows 10 Mobile hingegen, wird die Schattenseite einer solchen öffentlichen Preview deutlich. Meiner Meinung nach hätte Microsoft hier mehr Ressourcen investieren müssen. Die Entschuldigung man habe zuviel Arbeit mit der Desktopvariante gehabt ist absurd und bestärkt die Vermutung, dass das nötige Commitment gefehlt hat. Und auch nach offiziellem Start von Windows 10 und dem Versprechen den Fokus nun vermehrt auf die mobile Version zu legen sind die Bemühungen nur geringfügig gestiegen.

So sehr ich Windows Phone (Mobile) auch liebe, muss man der Realität aber auch ins Auge blicken: Bei der Desktopentwicklung muss man sich im Endeffekt gegenüber 1 Milliarde User verantworten. Bei Mobile sind es höchstens 80 Millionen.

Der Blick hinter die Kulissen war (und ist) so gesehen sehr interessant, für mich als Windows 10 Mobile Nutzer aber auch etwas ernüchternd.

Zusammenfassend kann man aber sagen, dass ich das Previewprogramm in Zukunft nicht mehr missen möchte, auch wenn dadurch auch unschöne Dinge sichtbarer werden.

 

Wie sieht das die Community? Habt ihr die Insider Preview von Windows 10 und Windows 10 Mobile bis jetzt genossen oder eher nicht? Wie gefallen euch die Previews zu Xbox und Office? Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion!


 

Andere spannende Diskussionen findet ihr auch in unserem FORUM. Schaut doch mal vorbei!

Die hier geäußerten Ansichten des Autors decken sich nicht zwingend mit denen von WindowsUnited.

 

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Leonard Klint

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Leonard KlintMossbruckerSchtief Recent comment authors
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Schtief
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Ich fand/finde das Insider Programm schon eine feine Sache. Entegegen meiner Erwartungen gab es auch sehr wenig Gemecker von Leuten die den Begriff „Preview“ und das Insider Programm nicht verstehen. Viele Leute haben ihr Feedback abgegeben und dem Ganzen sicher sehr geholfen. Teils wurden ja Änderungen von einer Version zur Nächsten geändert, nur weil einige Insider es unbedingt wollten. Bei Cortana und dem Notification Center gehe ich mit dir konform. Eine nette Beigabe die viele Leute bestimmt auch zu schätzen wissen, aber im Grunde nicht wirklich wichtig. Mir persönlich bringen diese Features eher wenig. Das Notification Center macht ja noch… Weiterlesen »

Mossbrucker
Gast
Mossbrucker

Zitat: „Insgesamt lief das Windows 10 Desktop Programm für mich sehr sauber ab, war schon früh alltagstauglich und hat im Endeffekt ein tolles Ergebnis hervorgebracht.“ Das ist aber sehr schön geredet. Gerade das Update auf TH2 hat bei mir – und wenn ich die Meldungen im Internet so verfolge auch bei vielen anderen – viel kaputt gemacht. Wenn ich meinen PC produktiv nutzen möchte, dann erwarte ich doch mehr – kein Mensch würde ein Auto, das nach jedem Kundendienst neu eingestellt werden müsste, akzeptieren. Und was bietet Windows 10 eigentlich wirklich umwerfend Neues? Wenig. Nach einem halben Jahr Win10 frage… Weiterlesen »