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App zum Sonntag: So lässt sich die Datensammelwut unterbinden

App zum Sonntag

Jeden Samstagabend stellen wir Euch an dieser Stelle die App zum Sonntag vor. Denn auch wenn manch ein grosser Name bisher fehlt, die Windows Phone Entwickler-Szene ist aktiver denn je und das möchten wir mit der App zum Sonntag würdigen. Aus aktuellem Anlass (und aufgrund der zahlreichen Anfragen dazu) widmen wir den heutigen Artikel aber nicht einer neuen App aus dem Windows Store, sondern einer Desktopanwendung, die sich gegen das Datensammeln von Microsoft wehrt.

Denn quasi mit jeder neuen Version von Windows wird auch das Thema Datenschutz neu aufgegriffen und Microsoft steht am Pranger. Mit Windows 10 wurde das Ganze aber noch einmal auf ein höheres Level getragen. Richtig ist, dass man die neuen Datenschutz-Bestimmungen teilweise kritisch betrachten kann und muss. Richtig ist auch, dass Windows 10, unter anderem durch neue Features, wie Cortana und Edge, persönlicher und vernetzter (also über alle Plattformen und Geräte hinweg) geworden ist, weshalb auch mehr persönliche Daten gespeichert werden müssen, damit die Dienste korrekt funktionieren und sich weiterentwickeln können. Dennoch empfehlen beispielsweise auch wir, bei der Einrichtung von Windows 10 nicht die Express-Einstellungen zu wählen, sondern sich die Datenschutz-Einstellungen genau anzuschauen.

Falls Ihr nun denkt „betrifft mich nicht, ich nutze Windows 7 / Windows 8(.1)“, solltet Ihr dennoch weiterlesen. Denn nicht nur bei Windows 10 „liest“ Microsoft mit, auch Windows 7 und Windows 8(.1) haben jüngst ein paar Updates spendiert bekommen und sich vom Datensammeln anstecken lassen. Manch einem User dürfte das ziemlich gegen den Strich gehen. Auch in den Kommentaren zu unseren Beiträgen kommt immer wieder die Frage auf, ob man da denn überhaupt nichts tun kann. Für diejenigen haben wir die heutige Vorstellung. Achja: Die App wird von mir (Tom) selber benutzt und daher als persönliche Empfehlung vorgestellt. Es gibt auch viele vergleichbare Tools von anderen Anbietern.

O&O ShutUp10

Logo O&O ShutUp

O&O ShutUp10 ermöglicht es dem User, selbst die Kontrolle darüber zu haben, welche Funktionen von Windows 10 genutzt werden sollen und welche Daten an Microsoft weitergegeben werden und welche nicht. Es handelt sich hierbei nicht um eine App aus dem Windows Store, sondern um eine klassische Desktop-Software. Die Software muss nicht installiert werden, sondern lässt sich als portable Version starten und nutzen. Dazu muss man sich das Tool auf der Homepage von O&O Software herunterladen. Den entsprechenden Link dazu findet Ihr hier. Das Tool ist komplett kostenlos und muss nicht installiert werden, sondern ist direkt lauffähig. Es wird keine weitere – ungewollte und unnötige – Software nachgeladen oder mitinstalliert, wie man das beispielsweise bei anderen klassischen Installationen kennt (mir kommt da immer Java mit der Ask Toolbar in den Sinn…).

Nach dem Herunterladen und öffnen z.B. mit Winrar (der wohl längsten Trialversion der Welt), startet man auch gleich das Tool. Startet es gleich im Zip-File und zieht es nicht von dort heraus, denn so wird die Oberfläche auf Deutsch umgestellt.

O&O Winrar

Das Tool selber hat eine sehr einfach zu bedienende Benutzeroberfläche, die gleich alles anzeigt, was aktuell ein- bzw. ausgeschaltet ist. Mit einem einfachen Klick lassen sich die Einstellungen ändern. Doch, woher will man wissen, welche Einstellungen „nicht gut“ und welche „gut“ sind? Hierfür hat das Tool ein entsprechendes Menü eingebaut (Aktionen), in welchem man z.B. die von O&O empfohlenen Einstellungen verwenden kann. Man kann aber auch eine Art „Mittelweg“ einschlagen und die empfohlenen und „eingeschränkt empfohlenen“ Einstellungen verwenden. Welche Optionen dadurch genau ein- bzw. ausgeschaltet werden, erkennt Ihr dann im Hauptmenü. Die Einstellungen sind entsprechend mit den Symbolen gekennzeichnet (im Screenshot links vor der Bezeichnung der Einstellungen zu finden).

Wichtig: Bevor Ihr etwas einstellt, solltet Ihr aber auf jeden Fall einen Systemwiederherstellungspunkt erzeugen – für den Fall der Fälle.

O&O Einstellungen

Wer selber entscheiden will, was er einstellt und was nicht, der kann das natürlich auch tun. O&O stellt hierfür sämtliche Einstellungen direkt im Hauptmenü mit ein- und abschaltbaren Optionen bereit. Wenn Ihr beispielsweise die von O&O empfohlenen Einstellungen angeklickt habt, seht Ihr das gleich in der Übersicht (siehe den nachfolgenden Screenshot). Die einzelnen Optionen sind in Kategorien aufgeteilt. Besonders erwähnenswert ist die Kategorie „Windows Update“, denn hier lassen sich die automatischen Updates unter Windows 10 deaktivieren- eine Option, die Microsoft mit Windows 10 beispielsweise für die Nutzer der Home-Version gesperrt hat. Dies hat dann aber natürlich unter Umständen den Nachteil, dass das System nicht mehr ausreichend geschützt wird!

Folgende Kategorien werden aufgeführt:

  • Sicherheit
  • Privatsphäre
  • Cortana
  • Ortungsdienste
  • Nutzerverhalten
  • Windows Update
  • Sonstiges

Die Oberfläche sieht wie im folgenden Screenshot aus:

O&O Einzelne Einstellungen

 

Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, was Ihr da genau ein- bzw. ausschaltet, dann könnt Ihr einfach darauf klicken und erhaltet gleich eine kurze Erklärung dazu (gelb eingefärbt):

O&O Erklärung

 

Je nach angepassten Einstellungen fordert das Tool zum Neustart des Rechners auf. Hierbei werden dann die Einstellungen übernommen und umgesetzt. Um die Einstellungen zu übernehmen muss man das Tool einfach wieder schliessen.

O&O Neustart

 

Fazit

Ein sehr einfach aufgebautes Tool, mit welchem der Datenschnüffelei von Microsoft ein Ende bereitet werden kann. Ich persönlich denke, dass sich damit auch unerfahrene User zurechtfinden können. Es gilt jedoch zu beachten, dass gewisse Funktionen (z.B. Cortana) unter Umständen, bzw. je nach Einstellungen, nicht mehr zur Verfügung stehen. Jeder muss für sich selber entscheiden, welche Funktionen er nutzen und welche Daten er weitergeben will.

 

Bei der hier vorgestellten App handelt es sich um eine App, die der Autor persönlich verwendet. Im Internet sind zahlreiche ähnliche Tools zu finden. WindowsUnited oder die Autoren übernehmen keine Garantie im Falle eines Schadens und lehnen jegliche Haftung ab. Grundsätzlich (und auch in Selbsttests des Autors) funktioniert das Tool einwandfrei, Probleme können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Deshalb der Hinweis: Das Benutzen dieses Tools geschieht auf eigene Gefahr. Wir empfehlen ausdrücklich das Erstellen eines Wiederherstellungspunktes.


Via O&O

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Tom

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Mike
Gast
Mike

Nach genau so einem Tool habe ich gesucht. Einfach zu bedienen und sehr wertvoll.

Antares
Mitglied

Wenigstens habt ihr hier ein Programm eines renommierten Softwareunternehmens vorgestellt und nicht Kram a la DonNotSpy10.

Nichtsdestotrotz sollte man die Dinge beim Namen benennen, denn letztlich ist das nichts anderes als ein Tuningtool. Insofern war der Hinweis richtig, ich selber benutze es aber aus guten Gründen nicht (zumal sich in Sachen Datenschutz nicht viel geändert hat seit Windows 10).

Willy
Gast
Willy

Interessant, das ihr das Plagiat vorstellt, obwohl der Code von DoNotSpy10 stammt.

Scaver
Mitglied

Also eigentlich hatte ich mir von der Kategorie App zum Sonntag mehr versprochen und zwar, dass wirklich Apps (aus dem Store) vorgestellt werden, um diese bekannter und den Store attraktiver zu machen (so wie letzte Woche, die App war super) und nicht Desktop Anwendungen, auf der auf jeder Seite schon min. 2x berichtet wurde (außer bei euch vielleicht, sollte dann aber separat geschehen).

Sonst nennt das „Programme und Apps“ zum Sonntag, denn Apps und Desktop Anwendungen sind für die meisten Nutzer nicht das selbe und werden es auch nie sein. Und faktisch sind sie es auch nicht!

Marco
Mitglied

Dann solltest Du nächsten Samstagabend wieder reinschauen – denn dann haben wir wieder etwas Passendes für Dich – Vorbereitungen laufen gerade…

AndreasIndelicato
Mitglied

Bin ehrlich gesagt enttäuscht das jeder auf diesen Microsoft liest Daten mit Zug aufspringt. Es ist alles nicht so schlimm wie es überall dargestellt wird und zweitens sind Facebook und Google aber auch Apple und Amazon viel schlimmer was das Anbelangt… Sieht man auch schon wenn man am Browser Ghostery installiert… Jedenfalls tun jetzt alle als wenn das neu wäre ist es aber nicht.. Microsoft liest sogar seit Vista anonyme Daten aus. Ich Hör auch viele schreien, ich geh zu Linux… Und das heißt da ja meistens Ubuntu.. Da ist es auch nicht viel besser.. Canonical Trackt sogar jede Bewegung… Weiterlesen »

Krüger
Gast
Krüger

Sag mal, hast du nur den Titel gelesen, oder auch den Artikel? :

„Richtig ist auch, dass Windows 10, unter anderem durch neue Features, wie Cortana und Edge, persönlicher und vernetzter (also über alle Plattformen und Geräte hinweg) geworden ist, weshalb auch mehr persönliche Daten gespeichert werden müssen, damit die Dienste korrekt funktionieren und sich weiterentwickeln können.“

Ich finde den Artikel gut, weil er nicht sagt „alles ist scheiße, installiert Euch alle umgehend das Tool“, sondern „wer’s braucht, hat nun etwas, das funktioniert“.