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[Kommentar] Klassische Smartphones werden noch viele Jahre Mainstream bleiben

Dass Microsoft an einem Paradigmenwechsel im mobilen Bereich arbeitet, hat das Unternehmen bereits mehrfach bekundet. Durch Entwicklungen wie Windows 10 ARM und der dynamisch anpassbaren Oberfl√§che Cshell, haben wir auch einige klare Hinweise daf√ľr, wie diese neuen Nutzungsszenarien aussehen k√∂nnten. Der Weg zu einer breiten Akzeptanz von neuen Formfaktoren, Bedienoberfl√§chen und Hardwarekonzepten, wird aber viele Jahre dauern.

Wie soll das Smartphone der Zukunft aussehen?

Lenovo hat vor kurzem eine Studie mit 2.000 Teilnehmern im Alter von 18+ Jahren durchf√ľhren lassen. Ziel der Studie war herauszufinden, welche W√ľnsche Endverbraucher an k√ľnftige Smartphones haben. Hier zun√§chst das Ergebnis in grafischer Darstellung:

Infografik: Das Smartphone der Zukunft | Statista

Nun w√ľrden die meisten Leser wahrscheinlich dem Wunsch zustimmen, dass Smartphones eine h√∂here Akkulaufzeit haben sollten – man kann schlie√ülich nie genug Akku haben. Es ist nicht verwunderlich, dass die Pl√§tze 1 und 3 direkt mit der Akkulaufzeit zusammen h√§ngen. Ein “unzerst√∂rbares” Handy ist der zweitgr√∂√üte Wunsch der Teilnehmer.

Nun m√∂chte ich gar nicht so sehr ins Detail gehen, was die einzelnen Antworten der Befragten angeht. Auff√§llig ist aber, dass nirgends der Wunsch formuliert ist, das Handy “als PC zu nutzen”. Selbst der nerdige Teil der Befragten, also diejenigen, die sich verschiedene Module f√ľr ihr Smartphone vorstellen k√∂nnen, haben zum gr√∂√üten Teil bodenst√§ndige W√ľnsche. Der Gedanke ein Smartphone also auch kategorie√ľbergreifend zu nutzen ist da. Das “Smartphone als PC” ist in den K√∂pfen der Leute aber offenbar nicht angekommen.

“Die Kunden wissen nicht was sie wollen…”

“Kunden wissen nicht was sie wollen, bis man es ihnen zeigt” – dieses Zitat von Steve Jobs ist weltber√ľhmt. Es stimmt bis zu einem gewissen Punkt. Zwar haben Verbraucher W√ľnsche an ein zuk√ľnftiges Ger√§t, meist beschr√§nken sich diese aber auf die Verbesserung bereits bestehender Technologien. Eine Brille, die Hologramme in den realen Raum projiziert, haben sich vor einigen Jahre nur die wenigstens vorstellen k√∂nnen. Dass die HoloLens in Zukunft weniger wiegen sollte, w√ľrden heutzutage aber wohl die meisten auf der Wunschliste haben.

Doch auch wenn viel Wahrheit in Jobs’ Behauptung steckt, findet ein Paradigmenwechsel nicht einfach so statt. Eine marktver√§ndernde Technologie muss nicht nur n√ľtzlich sein. Das betreffende Unternehmen braucht auch eine willige Geisteshaltung des Endverbrauchers (auf englisch w√ľrde man “Mindshare” sagen). Apple w√§re mit dem iPhone sehr wahrscheinlich gescheitert, h√§tten sie vorher nicht den iPod gehabt.

Kunden brauchen Vorlaufzeit

Kunden m√ľssen sich auf neue Technologien und Bedienkonzepte “eingrooven”. Windows 8 und Windows RT sind die besten Beispiele daf√ľr was passieren kann, wenn man Verbrauchern etwas Neues vor den Latz knallt, ohne sie darauf vorzubereiten.

Microsoft scheint aus diesen Fehlern gelernt zu haben. F√ľr uns Fans kann neue Hardware samt Windows 10 ARM und Cshell nicht fr√ľh genug kommen. Die Redmonder m√ľssen die Welt aber auf diese neuen Dinge langsam einstimmen, sonst droht eine metaphorische Fehlgeburt.

Das ist auch der Grund wieso die nächste HoloLens wohl nicht vor 2019 erscheinen wird РMixed Reality ist beim Endverbraucher noch gar nicht präsent.

Microsoft wandert hier allerdings auf einem schmalen Grat. Apple und Samsung können in der Zwischenzeit ihre eigenen Innovationen präsentieren. Auch wenn diese am Ende vielleicht nicht so ausgereift sein sollten wie bei Microsoft, wäre ihnen durch die schiere Marktmacht trotzdem der Erfolg sicher.

Das klassische Smartphone wird jedenfalls noch sehr viele Jahre Bestand haben. Wenn “Trendsetter”Apple seinen Kunden induktives Laden nach 6 Jahren als Neuheit verkaufen kann, ist das ein guter Indikator daf√ľr, wie schwer der “Taschen-PC” die Gunst der Endverbraucher wird erlangen k√∂nnen.


Dies ist ein Meinungsbeitrag. Die Meinung des Autors spiegelt nicht notwendigerweise die Ansichten von WindowsUnited oder anderer Mitarbeiter wider.

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Leonard Klint

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46 Kommentare auf "[Kommentar] Klassische Smartphones werden noch viele Jahre Mainstream bleiben"

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