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Microsoft spielt der Konkurrenz wieder in die Hände

 

Microsoft hat gestern die Windows 10 Build 15060 f√ľr Insider im Fast Ring ausgeliefert. Einiges deutet darauf hin, dass es sich um die finale Version des Creators Update handelt, die die Nutzer der offiziellen Version von Windows 10 wahrscheinlich am 11. April erhalten werden. Selbst wenn sie es nicht ist, wird Microsoft bis zum Launch allenfalls noch einige Bugs beseitigen – neue Features werden keine mehr hinzukommen.

Entt√§uschend ist dabei die Liste der Neuerungen f√ľr Windows 10 Mobile. Eigentlich steht darauf nur 1 erw√§hnenswertes neues Feature gegen√ľber dem Anniversary Update. Wobei Feature das falsche Wort ist, denn eigentlich handelt es sich um einen Bugfix. Die gr√∂√üte Neuerung f√ľr Windows 10 Mobile wird wohl tats√§chlich darin bestehen, dass Smartphones im Continuum-Modus die Verbindung zum Monitor nach einiger Zeit nicht unterbrechen. Ich finde das sehr mager.

Ja, der Release des Creators Update f√ľr Windows Phones wird einige Zeit nach der Version f√ľr PCs kommen, aber nur knallharte Optimisten glauben, dass Microsoft diese Zeit nutzen wird, um neue Funktionen einzuf√ľhren.

Microsoft spielt Konkurrenz in die Hände

Microsoft schadet sich mit solch einem Verhalten erheblich. Nicht, weil das Unternehmen damit die Fans von Windows Phone verprellt. Wir sind so wenige, dass es wahrlich schnurz ist, ob wir sauer sind oder nicht.

Nein, Microsoft schleudert wirklich gute und innovative Ideen auf den Markt und lässt sie dann entweder fallen (Microsoft Band) oder entwickelt sie jahrelang nicht weiter. Die Konkurrenz findet gefallen daran und bringt ihre eigene, verbesserte Variante der Technologien auf den Markt und verdient daran.

Es kann doch nicht sein, dass wir seit fast zwei Jahren einen quasi Stillstand bei der Entwicklung von Continuum haben. Vom Fenstermodus und echtem Multitasking, wirklich naheliegende und essentielle Features f√ľr einen Desktop, fehlt jede Spur. Die Androidkonkurrenz sieht das Interesse, das Continuum erzeugt, f√ľgt diese simplen Features hinzu, und k√∂nnte noch 2017 ihre eigene Continuum-f√§hige Hardware launchen. Danke f√ľr die zweij√§hrige Marktstudie, Microsoft.

Aber Leo, schau mal, Microsoft hat dadurch Partner wie HP gewonnen, die ohne Continuum gar nicht an Bord gekommen w√§ren” – nonsens. Vor allem im Businessbereich sind die F√§higkeiten von Continuum momentan zu vernachl√§ssigen. Es kann weder Multitasking noch Win32-Software verarbeiten. Warum denkt ihr, dass HP auf ihr Workspace baut, das diese fehlenden F√§higkeiten virtualisiert. Im Grunde k√∂nnte man mit jedem Android-Smartphone etwas ganz √§hnliches via Citrix bewerkstelligen.

Halbgares einfach mal reifen lassen

Apple sagt man das Talent nach, immer genau zur richtigen Zeit und mit einem alltagstauglichen Produkt in den Markt einzusteigen. Sie sind zwar fast nie die ersten, √ľberzeugen den Kunden daf√ľr mit einer durchdachten und reifen Nutzererfahrung.

Microsoft geht momentan zwar den deutlich spannenderen Weg und gebiert eine innovative Idee nach der anderen, bricht Projekte aber häufig ab, lässt sie stagnieren oder verschiebt sie auf unbestimmte Zeit. Das wirkt zuweilen nicht nur planlos, es verunsichert die Kundschaft und stärkt zudem noch die Konkurrenz, die sich die sprichwörtlichen Rosinen herauspicken können und auf den Markt bringen.

Wo war vor knapp zwei Jahren die Notwendigkeit  Continuum auf den Markt zu bringen? Der Marktanteil von Windows Phone war schon damals derart gering, dass man es ruhig h√§tte in der Schublade behalten k√∂nnen. Erst mit Ank√ľndigung von Windows 10 ARM und der Cshell, h√§tte man das Feature schlie√ülich enth√ľllt. Im Zusammenspiel mit vollem Windows 10 und anpassbarer Oberfl√§che macht es viel mehr Sinn.

Vielleicht deutet die Verschiebung des Launches der zweiten HoloLens darauf hin, dass Microsoft aus seinen Fehlern lernt und ein Produkt nicht verfr√ľht auf den Markt bringen m√∂chte. Wir bleiben gespannt.


Dies ist ein Meinungsbeitrag. Die Meinung des Autors spiegelt nicht notwendigerweise die Ansichten von WindowsUnited oder anderer Mitarbeiter wider.

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Leonard Klint

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