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Nein, das Windows Insider-Programm ist keine riesenfette Party

Das Insider Programm ist f√ľr Microsoft ein voller Erfolg. Was mit Windows begonnen hat, hat sich¬†mittlerweile auf Xbox, Skype und Office ausgeweitet¬†– letzteres sogar auf dem Mac.

Microsoft glorifiziert das Insider Programm bei jeder Gelegenheit und stellt es so dar, als ginge es um die Insider, ja, als w√§ren sie sogar etwas besonderes. Microsoft versucht das Insider Programm in der √Ėffentlichkeit als eine exklusive Party darzustellen. Das Problem: Es ist nicht exklusiv und die “Party” ist eigentlich ein gro√üer Betatest, bei dem der Nutzer die Arbeit f√ľr Microsoft √ľbernimmt – kostenlos.

Mein Kollege Königsstein hat dazu einen augenöffnenden Beitrag geschrieben.

Wenn ich einen Blick in die Feedback Foren von Microsoft werfe, sehe ich viele Beschwerden √ľber Bugs innerhalb der Insiderversionen. Meist kotzt sich jemand √ľber einen Bug im Fast Ring aus. Von weiten Teilen der Community wird das h√§ufig bel√§chelt: “Das Insider-Programm ist eine Beta, Bugs sind normal, du N00b!”.

Der Einwurf ist berechtigt. Das Insider-Programm ist der Ort wo Bugs vollkommen normal, fast sogar erw√ľnscht sind. Im Fast Ring muss man auch mit Bugs rechnen, die den PC oder das Smartphone unbrauchbar machen. Und wieso Microsoft Dinge in neuen Versionen “kaputt patcht”, die in der vorherigen Version noch funktioniert haben, ist irrelevant. Insider Versionen sind ausdr√ľcklich nicht f√ľr den Alltagsgebrauch gedacht und die Aufgabe der Tester ist es, diese Versionen zu benutzen und *konstruktives* Feedback zu geben. Wenn das jemandem nicht passt, dann muss er das Insider-Programm verlassen.

Microsoft ist an den andauernden Beschwerden √ľber Bugs in Insiderversionen allerdings nicht ganz unschuldig. Viele Nutzer nehmen am Insider-Programm teil, weil sie neue Features als erstes bekommen wollen – das Testen von Bugs und Feedback an Microsoft steht da nicht so im Vordergrund.

Klar ist das eigentlich nicht Sinn der Sache, doch Microsoft selbst hat diese “Schw√§che” sehr bewusst genutzt, um Tester in sein Programm zu locken. Deswegen auch die Partys, die eigene Webseite, das “Wir”-Gef√ľhl. Alles soll den Fokus ein wenig von der Tatsache nehmen, dass Microsoft ohne die Millionen kostenlosen Beta-Tester des Insiderprogramms, einen Haufen Ressourcen opfern m√ľsste, um Fehler ausfindig zu machen.

Die Lösung des Problems

Die Lösung des Problems ist aus meiner Sicht recht einfach. Microsoft hat sie sogar schon in einem Teil des Insider-Programms bereits angewandt.

Der “Alpha-Ring” des Xbox Insider-Programms ist nur durch eine Einladung zug√§nglich. Dieser Personenkreis darf die fr√ľhesten Versionen von Windows 10 f√ľr die Xbox erst testen, wenn sie bereits eine bestimmte Menge Feedback gesendet haben.

Diese L√∂sung schl√§gt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Es¬†erlaubt nur engagierten¬†Testern Zugang zu fr√ľhen Builds. Dadurch kommt mehr wertvolles Feedback bei Microsoft an. Zeitgleich haben Nutzer, die nur ein wenig fr√ľher als all die anderen an neue Features rankommen wollen, nicht mehr mit gravierenden Bugs zu k√§mpfen. Das bedeutet weniger Frustration und dadurch weniger destruktive Beschwerden¬†in den Insider-Foren.

 

Der Windows Insider “Fast Ring” muss das gleiche Zugangsmodell erhalten. Erst ab einer bestimmten Menge Feedback, wird Nutzern der “Fast Ring” zug√§nglich gemacht. Der “Slow”- und “Release Preview”- Ring bleiben unver√§ndert “free for all”.

Das Insider-Programm ist nicht nur Emotionen, Party und lockere Tweets der Insider-Chefin – es ist vor allem Arbeit. √úberlassen wir das also denjenigen, die sich dar√ľber im Klaren sind.


Dies ist ein Meinungsbeitrag. Die Meinung des Autors spiegelt nicht notwendigerweise die Ansichten von WindowsUnited oder anderer Mitarbeiter wider.

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Leonard Klint

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27 Kommentare auf "Nein, das Windows Insider-Programm ist keine riesenfette Party"

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