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Andromium: “Android Continuum” im Vergleich zu Windows

Einer der interessantesten Ans√§tze unter Windows 10 Mobile ist zweifelsohne Continuum. Mittels Display Dock verwandelt sich das Windows Smartphone (entsprechender Prozessor vorausgesetzt) in einen PC. Apps werden dabei nicht einfach hochskaliert, sondern m√ľssen die n√∂tigen Bedingungen erf√ľllen, um √ľberhaupt ausgef√ľhrt werden zu k√∂nnen.

Doch, geht so etwas auch mit Android? Kann ich mein Smartphone (in meinem Fall ein Xiaomi Redmi Note 4) verwenden, um in Verbindung mit Tastatur und Maus vollwertig damit zu arbeiten? Genau das habe ich in den vergangenen Tagen ausprobiert. Nachfolgend mein Bericht.

Im Januar 2016 bekam ich die M√∂glichkeit, Continuum in Verbindung mit einem Lumia 950 XL erstmals zu testen. Erster Eindruck damals: Sehr interessanter Ansatz. Etwas, was mich da sehr st√∂rte: Wieso l√§sst Microsoft nicht einfach alle Apps zu? Spielt doch keine Rolle, ob diese dann nicht unbedingt f√ľr den grossen Bildschirm gemacht sind oder nicht. Hauptsache, ich kann sie dann auch in Verbindung mit Continuum nutzen.

Quasi diesen Ansatz habe ich nun mit Android, Chromecast und meinem Smartphone verfolgt. Auf dem grossen Bildschirm mit Tastatur und Maus die Apps nutzen und quasi eine Art Ersatz-Continuum unter Android erhalten. Doch funktioniert das √ľberhaupt?

“Zutaten”

Um das Ganze zu testen, braucht es folgende Dinge:

  • Chromecast-f√§higes Smartphone
  • Bluetooth-Tastatur
  • Bluetooth-Maus
  • Chromecast-Dongle (v.2)
  • App “Andromium”

Stream-Qualität

Apps, die per Chromecast gestreamt werden und das Streamen auch offiziell unterst√ľtzen, laufen sauber und in einer hohen Aufl√∂sung. Das m√ľsste dann doch auch in Verbindung mit Andromium gehen, auch wenn diese App gar nicht offiziell unterst√ľtzt wird?

Nunja, es funktioniert. Mehr nicht. Die Streaming-Qualit√§t auf meinem 24 Zoll-Bildschirm von Samsung ist eher schlecht, als recht. Auf den Fotos kommt das nicht unbedingt so zur Geltung, wie es in der Realit√§t dann auch aussieht. Es ist wie wenn man einen Film mit niedrigster Bandbreite streamt. Einfach nur schrecklich. Komisch eigentlich, denn die offiziell unterst√ľtzten Apps (z.B. Pocket Casts, Zattoo und Co.) laufen in einer super Aufl√∂sung auf dem grossen Bildschirm.

“Macht nix, kann man sicher einstellen” – habe ich mir gedacht. Falsch gedacht. Die Streaming-Qualit√§t beim Chromecast l√§sst sich n√§mlich nicht einstellen. Ich bleibe also auf dem schlechten Bild sitzen und muss damit leben, wenn ich so arbeiten m√∂chte. Da k√∂nnte Google definitiv nachlegen und das Ganze auch verbessern. Ich weiss nicht, ob die dritte Generation von Chromecast das besser l√∂sen k√∂nnte. Es scheint mit jedenfalls eher eine softwaretechnische Herausforderung zu sein, als eine hardwarebasierte.

App-Skalierung

Wie oben bereits geschrieben, h√§tte ich mir von Microsoft gew√ľnscht, dass mit Continuum alle Apps angesteuert werden k√∂nnen, auch wenn diese nicht f√ľr grosse Bildschirme ausgelegt sind. Unter Android konnte ich das nun in Verbindung mit Andromium ausprobieren. Fazit? Ich finds schrecklich.

Apps wie Word, Excel und Co. existieren zwar in einer Tablet-Form, diese lässt sich aber nicht auf dem Phone nutzen. Und so skaliert sich dann halt einfach die Phone-App ins Vollbild hoch und sieht wie folgt aus:

Nutzung

Was ich hingegen wieder gut finde, ist die Nutzung des Smartphones mit Tastatur und Maus. Das funktioniert erstaunlich gut und zuverl√§ssig. Keinerlei Verbindungsabbr√ľche und die Klicks sitzen. Nur eine rechte Maustaste vermisse ich ein St√ľck weit, denn die gibts unter Android nicht. Die Tastatur musste ich zudem erstmal auf DE-CH umstellen, sie war im QWERTY-Layout eingerichtet. Das Verbinden von Tastatur und Maus funktionierte √ľbrigens ohne Probleme.

Die geschriebenen W√∂rter werden direkt und ohne wirkliche Verz√∂gerung √ľbertragen und auch die Maus zieht nicht hinterher. Ein bisschen PC-Feeling kommt da schon auf.

Fazit

Die Nutzung der obenstehenden Konstellation f√ľr das Arbeiten ist m√∂glich, aber doch eher umst√§ndlich. Schade ist, dass die Apps, die es auch f√ľrs Tablet gibt, nicht als solche in Verbindung mit dem Chromecast genutzt werden k√∂nnen. So ist das Ganze f√ľr den Alltag nicht unbedingt empfehlenswert und definitiv nicht mit Continuum vergleichbar. Da nutze ich lieber ein 2-in-1 Ger√§t, ein Notebook oder zuhause den PC f√ľrs Arbeiten.

Mal sehen, was in diesem Jahr bez√ľglich Android und Continuum noch kommen wird. Samsung hat ja bereits etwas in der Mache, das vielversprechend aussieht.

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Tom

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22 Kommentare auf "Andromium: “Android Continuum” im Vergleich zu Windows"

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